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Lehrer-Arbeitszeit: Geringe Beteiligung an Dornbirner Demo

Dornbirn - "Ja zu Reformen, Nein zu unbezahlter Mehrarbeit": Unter diesem Motto protestierten am Mittwochnachmittag in Dornbirn geschätzte 500 bis 800 Vorarlberger Lehrer und Schüler. Die Veranstalter der Plattform "Pro Bildung" hatten im Vorfeld 2.000 Teilnehmer erwartet. Bilder   | Handyvideo: VOL Live vor Ort | Interview mit Gerhard Rüdisser | Lehrer zeigen sich solidarisch | Aufruf zum PISA-Boykott

Nach einem beim Bahnhof gestarteten Protestmarsch folgte um 15.00 Uhr eine Kundgebung am Marktplatz. Dort unterhielt zunächst eine Liveband die Menge, bis kurz nach 15.00 Uhr die Gewerkschafter das Podium betraten und Bildungsministerin Claudia Schmied (S) in ihren Reden zum Rücktritt aufforderten. “Wir Lehrerinnen und Lehrer sind keinesfalls bereit, Ihr miserabel ausgehandeltes Bildungsbudget mit einer Lehrpflichterhöhung im Ausmaß von zehn Prozent auszugleichen”, so Robert Lorenz, Vorsitzender der GÖD-AHS. GÖD-Vorsitzender Eugen Lampert erklärte, den Bürgern würde ein massives Einsparungspaket als Bildungsreform verkauft. Man brauche Maßnahmen, die Arbeitsplätze schafften, nicht welche, die diese vernichteten.

Berufsschulvertreter Norbert Nuderscher und Elmar Buda, Vertreter der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen, warfen Ministerin Schmied Stimmungsmache gegen die Lehrer vor. Man fordere seit Jahren ein modernes Dienst- und Besoldungsrecht, stattdessen würden die Pädagogen alle drei, vier Jahre an den Pranger gestellt. Dass bei diesen Verschlechterungen der Lehrer-Nachwuchs, vor allem in technischen Schulen, ausbleibe, sei nicht verwunderlich, so die Lehrervertreter.

Man brauche Reformen, aber dafür die Lehrerschaft zur Kasse zu bitten sei eine “ziemlich schlechte Idee”, erklärte Pflichtschulvertreter Werner Nesensohn. Die Pädagogen hätten bereits genug unentgeltliche Vorleistungen erbracht, denn der Lehrer sei inzwischen nicht nur Wissensvermittler, sondern auch Therapeut, Sozialarbeiter, Elternersatz, Animator, Elternberater, “kurz: ein multifunktionales, pädagogisches Wunderwesen”.

Sie habe schlicht Angst um ihre Existenz, begründete eine 56-jährige Lehrerin ihre Teilnahme am Protest. Sie habe nur eine halbzeitige Lehrverpflichtung und warte seit Jahren auf eine Vollzeitanstellung. Nun fürchte sie, “dass mir auch die paar Stunden gekürzt werden”. Von “Volksverarschung” sprach ihre Kollegin. “Wenn man sparen muss, soll man ‘s doch sagen und nicht von Bildungsreform reden”, so die Religionslehrerin. Sie sei vor allem aus Solidarität für die Junglehrer gekommen, denn “die stehen doch vor dem Nichts”.

“Die Maßnahmen sind unklar und ungeeignet, es ist kein Konzept erkennbar”, kritisierte ein anderer Lehrer, der als Architekt an einer HTL unterrichtet. Die Arbeit der Pädagogen werde stark unterschätzt, viele seien sehr innovativ. “Geld zu sparen ist der falsche Weg, Bildung progressiv zu betreiben”, meinte er. Lehrergewerkschafter Helmut Eisele fand die Teilnehmerzahl “sehr bedenklich”, auch wenn man sich über jeden einzelnen Pädagogen freue. “Was muss noch passieren, damit die Lehrer aufwachen?”, fragte er sich. Jedenfalls habe man hier ein notwendiges Zeichen gesetzt.

An der Demonstration nahmen auch zahlreiche Schüler teil. Nicht bei allen war ihre Beteiligung gern gesehen. “Es ist eine Frechheit, die Schüler so einzuspannen. Da weiß doch der Großteil nicht, worum es geht”, so ein Passant am Bahnhof. Dem widersprachen die Jugendlichen jedoch. “Die Maßnahmen betreffen letztlich uns. Wenn die guten Techniker wegen der schlechten Bedingungen nicht an die Schule gehen, dann wird die Qualität schlechter”, fürchtete etwa ein HTL-Schüler. Ebenso sah es Emil Groß von der Sozialistischen Jugend (SJ). Dass man instrumentalisiert werde, sei “Blödsinn”. “Wir vertreten hier unsere eigenen Interessen”, stellte Groß klar.

Erster Überblick: VOL Live vor Ort

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Interview mit Gerhard Rüdisser, einem der Organisatoren der Demo

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Lehrer zeigen sich solidarisch

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