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Lehre: Wissen, was erlaubt ist

Peter Sandholzer von der Lehrlingsstelle der Wirtschaftskammer Vorarlberg erklärt im Interview die Rechte und Pflichten in der Lehre.
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Herr Sandholzer, welche Rechte hat ein Lehrling während seiner Ausbildung?

Zunächst einmal steht dem Lehrling die Ausbildung nach dem Lehrberufsbild zu, also er darf und soll den Beruf erlernen, für den er oder sie sich entschieden hat. Darüber hinaus steht dem Lehrling ein Lohn bzw. ein Gehalt für seine Tätigkeit zu. Die Entlohnung orientiert sich an dem Kollektivvertrag (Lehrlingsentschädigung).

Und andersherum gefragt: Welche Pflichten haben die Lehrlingsbetriebe gegenüber ihren Lehrlingen?

Der Lehrbetrieb muss den Lehrling für den Besuch der Berufsschule freistellen. Weiters muss der Lehrbeauftragte dafür sorgen, dass der Lehrling die Berufsschule besuchen und absolvieren kann. Dazu zählen zum Beispiel der Ersatz von Prüfungstaxen und Materialkosten für die Lehrabschlussprüfung, aber auch die Übernahme eventuell fälliger Internatskosten durch den Lehrbetrieb. Als weitere Pflichten kommt natürlich die Gewährleistung von sicheren Arbeitsbedingungen für den Jugendlichen dazu.

Lehrlinge haben aber nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten. Welche sind das?

Grundsätzlich sollte der Lehrling sich bemühen, den Lehrberuf und die dafür erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten zu erlernen. Ein Lehrling darf zudem nicht nur zur Berufsschule gehen, er muss sogar. In diesem Zusammenhang muss er auch Zeugnisse und relevante Schulunterlagen im Betrieb vorweisen.  Was die Tätigkeit im Unternehmen betrifft, so hat der Lehrling die Pflicht Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse zu bewahren und sorgfältig mit dem Eigentum des Lehrbetriebs umzugehen. Dazu zählen zum Beispiel Werkzeuge oder Materialien. Des Weiteren hat der Lehrling seinen Ausbildner unverzüglich zu verständigen, wenn er aufgrund von Krankheit oder Ähnliches verhindert sein sollte.

Wie sieht es hinsichtlich Arbeitszeit aus?

Um Jugendliche unter 18 Jahren zu schützen, regelt das Kinder- und Jugendbeschäftigungsgesetz bestimmte Schutzbestimmungen. Allgemein gilt, dass Minderjährige die Normalarbeitszeit von neun Stunden täglich und damit 40 Stunden wöchentlich nicht überschritten werden darf. Spätestens nach sechs Stunden Arbeitszeit steht dem Jugendlichen eine Pause von einer halben Stunde zu. Sonn- und feiertags dürfen Jugendliche in der Regel nicht arbeiten. Eine Ausnahme bildet das Gastgewerbe: hier muss jeder zweite Sonntag frei bleiben. Zwischen Feierabend und Beginn des nächsten Arbeitstages müssen außerdem zwölf Stunden Pause liegen.

Was ist die sogenannte „Behaltezeit“?

Die Behaltezeit besagt, dass der Lehrberechtigte dazu verpflichtet ist, den Lehrling nach Beendigung seiner Lehrzeit drei Monate in seinem erlernten Beruf im Betrieb weiter zu beschäftigen. Wenn der Lehrling allerdings beim Lehrberechtigten nur einen Teil der festgesetzten Lehrzeit absolviert hat und dieser Teil höchstens der halben Lehrzeit entspricht, so ist der Lehrberechtigte nur zur Weiterverwendung im halben Ausmaß verpflichtet.

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