Arlberg: Spekulanten im Visier

Lech – Für die einen plant die Gemeinde Lech „die Luken dicht zu machen“. Andere wiederum begrüßen „das strikte Nein“ zu (noch) mehr Zweitwohnsitzen in der noblen Urlaubsdestination Arlberg.

Faktum ist, dass das Interesse an Immobilien in Lech oder Zürs durch gut betuchte Zeitgenossen ungebrochen groß ist. Das Erwerben oder Mieten von Wohnungen und Häusern für die Nutzung als Zweitwohnsitz bleibt also eine gefragte Sache.

„Zum Schutz der Bevölkerung“

Genau diesem Trend hofft die Gemeinde einen Riegel vorschieben zu können. „Die Zahl der jetzigen Zweitwohnsitze ist hoch genug. Wir wollen keine schleichende Ausweitung dieser Zahl“, betont Ludwig Muxel als Gemeindeoberhaupt von Lech. Und die derzeit vorhandenen Zweitwohnsitze sollen im Hinblick auf ihre Nutzung mit Argusaugen verfolgt werden.

„Präzision als Voraussetzung“

Aus diesem Grund befindet sich die Berggemeinde auf der Suche nach eine(r)m „Kontrolleur/in“, wie es in einem Inserat heißt (Faksimile). Fünf mögliche Kandidaten hätten sich bereits beworben, erklärt Muxel. Das Anforderungsprofil ist kurz: „Die Person muss präzis arbeiten und korrekt sein.“ Der künftige Mitarbeiter müsse „sich in die Materie einlesen“ und werde dann losmarschieren. Im Rathaus Lech sehe man sich aufgrund „personeller Engpässe“ nicht in der Lage, einen Mitarbeiter mit diesen Überprüfungen zu betrauen. Deshalb werde die Ausgabe ausgelagert. Die Frau oder Mann nehme „bei regelmäßigen und unregelmäßigen Kontrollgängen die Nutzung der Zweitwohnsitze im Hinblick auf mögliche Missbräuche“ unter die Lupe. In der Folge werde vom Kontrolleur ein Protokoll erstellt. Dieses will Muxel dann an die Bezirksbehörde in Bludenz weiterleiten.

Wird Gesetz oft umgangen?

Dort würden die Beamten das Ganze nochmals überprüfen. Dass es im Bereich der Zweitwohnsitzeigentümer am Arlberg schwarze Schafe gibt, glaubt der Bürgermeister bereits definitiv zu wissen. „Immer wieder wird von manchen mit unterschiedlichsten Machenschaften versucht, das geltende Raumplanungsgesetz zu umgehen“, sagt Muxel.

„Denunziantentum“ in Lech?

Genau derartigen Vergehen von Zweitwohnungsbesitzern oder -mietern versuche man mit dieser Maßnahme endlich auf die Schliche zu kommen. Die Funktion des Kontrolleurs, der freilich „auch Hinweisen aus der Bevölkerung“ nachgehen und „ab sofort“ eingestellt werden soll, stelle freilich keine Vollzeitbeschäftigung dar. Von einem „Denunziantentum“ in Lech könne nicht die Rede sein. Muxel: „Es geht dabei auch um den Schutz der Lecher Bevölkerung vor Immobilienspekulanten.“

Wichtige Zahlen:

400 Zweitwohnsitze sind derzeit in den Arlberger Feriendomizilen Lech und Zürs ausgewiesen.

1500 Einwohner sind zur Zeit in der Gemeinde Lech, zu der auch der Ortsteil Zürs gezählt wird, registriert.

8000 Gästebetten zählen die beiden Ortschaften in der Tourismusregion Arlberg.

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