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Lebensmittelgeschäfte: Versorgung noch ausbaufähig

Jede fünfte Gemeinde in Vorarlberg hat kein Lebensmittelgeschäft. Vorarlberg schneidet damit besser ab als der Österreich-Schnitt. Eine aktuelle VCÖ-Studie zeigt, dass die Verkehrsplanung wesentlichen Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit von Nahversorgern hat. Als Vorbild gilt Langenegg im Bregenzerwald.

Negativer Spitzenreiter ist die Steiermark, wo bereits 40 Prozent der Gemeinden kein Lebensmittelgeschäft haben. Im Burgenland sind 34 Prozent der Gemeinden ohne Nahversorger, in Oberösterreich 28 Prozent.

“In den vergangen zwei bis drei Jahrzehnten wurde viele Supermärkte an den Ortsrand gebaut. Damit entstand nicht nur für die Nahversorgung im Ortszentrum eine tödliche Konkurrenz, sondern es nahm damit auch der Verkehr zu. Denn die Geschäfte am Ortsrand sind meist nur mit dem Auto gut erreichbar. Die Kosten der Einkaufsfahrten steigen damit”, weist VCÖ-Experte Blum auf eine Ursache hin.

Wer vier Kilometer mit dem Auto zum nächsten Supermarkt fährt, verbraucht für die Hin- und Rückfahrt mit einem durchschnittlichen Auto rund einen Liter Sprit. Gerade bei Kurzstrecken ist der Verbrauch hoch, auf dem ersten Kilometer verbraucht ein Auto drei bis vier Mal so viel wie im Schnitt. Angesichts in Zukunft weiter steigender Erdölpreise fordert der VCÖ stärkere Initiativen, um Lebensmittelgeschäfte wieder in die Ortszentren zu bringen.

Verkehrsplanung ist entscheidend

Eine aktuelle VCÖ-Studie zeigt, dass die Verkehrsplanung einen größeren Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit von Nahversorgern hat als bisher angenommen wurde. Durch eine fußgänger- und radfahrfreundliche Verkehrsplanung wird die Nahversorgung gestärkt. “Fußgängerzonen, Shared Space oder so genannte Begegnungszonen laden zum Einkaufen per Fahrrad oder zu Fuß ein”, erklärt VCÖ-Experte Blum. Der VCÖ empfiehlt, die Potenziale der Verkehrsplanung für die Förderung der Nahversorgung stärker zu nutzen. Ein vorbildhaftes Beispiel ist Langenegg im Bregenzer Wald. Durch intensiven Einsatz der Gemeinde und der Bevölkerung ist heute das Einkaufen im Ort wieder “in”. Es wurde ein neuer Dorfladen in Passivhaus-Bauweise errichtet. “Wer zu Fuß oder mit dem Fahrrad einkauft, bleibt im Ort und stärkt damit die regionale Wirtschaftskraft. Und die sozialen Kontakte im Ort werden gefördert”, so VCÖ-Experte Blum.

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