Lebensdauer eines Nutzfahrzeugs

Nutzfahrzeuge sind im Fuhrpark eines Unternehmens nicht mehr wegzudenken. Steuerlich gibt es dabei einige Dinge zu beachten. Etwa diverse Einschränkungen und Grenzen oder ab wann man von einem Fiskal-Lkw spricht.

Wird ein neues Nutzfahrzeug im Unternehmen angeschafft, gibt es eine gesetzliche Mindestnutzungsdauer von acht Jahren. Lkw oder Busse haben wegen ihrer betrieblichen Verwendung normalerweise eine Nutzungsdauer von fünf Jahren. Kostet ein Fahrzeug mehr, kann dieses nicht in voller Höhe abgesetzt werden. Die Anschaffungskosten werden nur bis zu einer Angemessenheitsgrenze von 40.000 Euro als betrieblich veranlasst anerkannt. Kostet ein Kfz mehr als 40.000 Euro, sind sowohl die Anschaffungskosten als auch die wertabhängigen laufenden Kosten wie Versicherungen als Privataufwand steuerlich nicht abzugsfähig. Die Angemessenheitsgrenze gilt auch für Gebrauchtfahrzeuge.

Leasing

Generell unterscheidet man bei Kraftfahrzeugen zwischen Finanzierungs- und Operating-Leasing. Meistens handelt es sich beim Kfz-Leasing aber um ein Finanzierungsleasing – also einen verdeckten Ratenkauf. Für Pkw und Kombis gelten dieselben Vorschriften wie beim Kauf (Nutzungsdauer und Angemessenheitsgrenze). Das heißt, die Leasingrate ist nicht in voller Höhe absetzbar. Der Aufwand muss durch einen Aktivposten korrigiert bzw. die Angemessenheitsgrenze berücksichtigt werden. Ein Aktivposten ist hier als eine Korrekturgröße bei der Gewinnermittlung zu verstehen. Die Leasingraten sind meist auf eine kürzere Vertragsdauer berechnet und mit dieser Korrekturgröße werden dann die Leasingraten auf die vorgeschriebene Nutzungsdauer von acht Jahren verteilt.

Absetzung Fiskal-Lkw

Die steuerlichen Einschränkungen der Angemessenheitsgrenze, der achtjährigen Nutzungsdauer oder der Aktivposten beim Leasing gelten nicht für Lkw, Busse und bestimmte definierte Kfz wie Kastenwagen, Kleinlastkraftwagen, Pritschenwagen, Leichenwagen, Kleinbusse (Mini Van) und Kleinautobusse („Fiskal-Lkw“), die zu mehr als 50 % betrieblich genutzt werden. Die genaue Definitionsliste veröffentlichte das Finanzministerium. Bei diesen besteht also die Möglichkeit, Vorsteuer geltend machen zu können.

Im Detail muss ein Kleinlastkraftwagen jedoch u. a. folgende Merkmale vorweisen, um als Fiskal-Lkw zu gelten: Heckklappe(n), nur eine Sitzreihe für Fahrer(in) und Beifahrer(in), mit dem Fahrzeug fest verbundenes, nicht leicht entfernbares Trenngitter oder eine Trennwand hinter der Sitzreihe, seitliche Verblechung des Laderaumes und keine seitlichen Fenster, die Sitzhalterungen im Laderaumbereich müssen entfernt sein oder die kraftfahrrechtliche und zolltarifische Einstufung als Lastkraftwagen. Diese Bedingungen müssen bereits bei der Werksauslieferung vom Hersteller vorhanden sein. Ein nachträglicher Umbau bewirkt keine Änderung der Einstufung. Für ein Kfz, das als Pkw eingestuft ist, gibt es also keinen Vorsteuerabzug, wenn es später zu einem Klein-Lkw umgebaut wird. Außerdem gelten alle vor 2002 angeschafften Kleinbusse einkommenssteuerlich noch als Pkw bzw. Kombi und sind also mit den steuerlichen Einschränkungen zu beachten.

Wissenswertes:

Für Lkw und Kleinlastkraftwagen (zu mehr als 50 % ­betriebl. Nutzung) gibt es:

  • keine Angemessen­heitsgrenze
  • keine Mindestnutzungs­dauer und
  • keinen Aktivposten für Leasingraten

Absetzbar sind im Ausmaß der betrieblichen Nutzung:

  • AfA – (bei Nutzungsdauer von üblicherweise 5 Jahren für Neufahrzeuge)
  • Leasingraten
  • Betriebskosten
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