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Leben in steingewordener Landschaft

(VN) Bregenz - Bernhard Braun aus Bregenz ist für die Caritas im Dürregebiet.
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Bernhard Braun ist an Elend gewöhnt. Er kennt es von Haiti, wo ein verheerendes Erdbeben viele Todesopfer forderte und noch mehr Menschen ohne Habe zurückließ. Er kennt es von Afrika, wo Teile des Landes von einer nie dagewesenen Hungersnot betroffen sind. Seit Kurzem ist der Bregenzer in der nordkenianischen Dürreregion Marsabit im Einsatz. Er koordiniert dort Hilfsmaßnahmen, die die Caritas mit lokalen Partnerorganisationen durchführt. „Die Menschen sind sehr froh, dass wir da sind und wir geben unser Bestes, um sie mit Wasser und Nahrungsmitteln zu versorgen“, sagt Bernhard Braun im VN-Gespräch über Kontinente hinweg. Dennoch ist das Leid in den sich immer weiter ausbreitenden Katastrophengebieten unermesslich.

Dorf ohne Männer

Tagtäglich erkunden der Vorarlberger und andere Helfer die Lage „im Feld“. Was sie dort sehen, ist Tragik pur. Die Felder trocken, Flussbette und Wasserstellen ausgedörrt und dazu starker Wind, der den Staub über die steingewordene Landschaft treibt. „Es handelt sich um eine absolute Ausnahmesituation“, erfuhr Bernhard Braun aus Gesprächen mit Bewohnern. Zwei Jahre ohne Regen, so etwas hätten selbst die Älteren noch nie erlebt.

Doch alle kämpfen verzweifelt ums Überleben. Bei einer seiner Fahrten kam der Caritas-Mitarbeiter in ein Dorf, in dem sich nur noch Frauen, Kinder und alte Menschen aufhielten. Die Männer waren mit dem Vieh unterwegs, kilometerweit von zu Hause entfernt, immer darauf hoffend, wenigstens ein bisschen Gras oder Wasser für die Tiere zu finden. Oft vergeblich. „Als Folge davon geben die Tiere keine Milch mehr oder verenden“, so Braun. Damit fällt für die Menschen ein wichtiger Teil der Versorgung weg. Aber auch die Hygiene ist aufgrund des Wassermangels zu einem großen Problem geworden.

10.000 Liter für 300 Familien

Inzwischen gelingt es, die Orte im Projektgebiet wenigstens mit Trinkwasser zu beliefern. Es wird in Tanks gelagert. Dort können die Bewohner ihre täglichen Rationen abholen. „Die Wassertanks stehen in den trockensten Gebieten“, erklärt Bernhard Braun. Das bedeutet für manche lange Wege, um an das kostbare Nass zu kommen. Es lässt sich nicht anders machen. „Die Gegend ist riesengroߓ, sagt der Helfer. Aber immerhin reicht ein 10.000-Liter-Tank für etwa 300 Familien. Neben Wasser verteilt die Caritas auch Lebensmittel.

Viele Kinder sowie schwangere Frauen und alte Leute müssen zuerst mit einer Spezialnahrung aufgepäppelt werden, bevor sie normale Lebensmittel zu sich nehmen können. Von diesen gibt es laut Bernhard Braun genug. Auch die Verteilung mittels Gutscheinen laufe in geordneten Bahnen ab. „Die Menschen agieren trotz der Katastrophe sehr besonnen.“

Vor allem hoffen sie noch immer auf den Regen, der im Oktober und November kommen soll. Dabei weiß niemand, welche Niederschlagsmengen der geschundene Boden verkraftet. Doch Wasser ist angesichts des dramatischen Sterbens alles, wonach sich die Bevölkerung am Horn von Afrika sehnt, weil nur dann ein Neubeginn möglich ist. Gezielte Hilfe will auch ein von den VN unterstütztes Projekt in der äthiopischen Region Siraro leisten. Familien sollen in ihrem Dorf bleiben und sich eine neue Existenz aufbauen können. Der 1. Business Run, der am 16. September in Dornbirn stattfindet, hat sich bereits in den Dienst dieser Aktion gestellt. (VN)

Caritas-Spendenkonto – Raiffeisenbank Feldkirch,
KtoNr. 40.006, BLZ 37422, Kennwort: Sammlung gegen Hunger

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