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Arlberg-Totalsperre wegen Lawinengang

Lawine auf die S16 abgegangen
Lawine auf die S16 abgegangen ©Dietmar Mathis
Klösterle - Nach Lawinenabgängen in der Nacht war Vorarlberg Donnerstag früh vom Rest Österreichs abgeschnitten. Sowohl die Straßenverbindungen als auch die Bahnstrecke nach Tirol waren nicht passierbar, teilte die Sicherheitsdirektion mit.
Lawinenabgang auf S16
Verkehrsinfos im Überblick
Leserreporter Schneebilder

Nach Angaben der Exekutive ging am Mittwochabend gegen 20.30 Uhr ein etwa 20 Meter langes Schneebrett auf die Arlberg-Schnellstraße (S16) zwischen der Raststätte Klösterle und dem Langener Tunnel ab. Die Straße wurde etwa einen Meter hoch verschüttet, dabei wurde auch ein Pkw leicht beschädigt. Eine Person wurde zur Beobachtung ins Krankenhaus eingeliefert. Um 21.45 Uhr wurde die S16 ab Wald am Arlberg aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Bis Mittag gesperrt

Obwohl nur ein Fahrstreifen betroffen war, haben sich die Behörden aufgrund der hohen Lawinengefahr zu einer Totalsperre der Strecke entschieden. „Die S 16 ist die ganze Nacht in beiden Fahrtrichtungen gesperrt“, so Kurt Nachbaur, Leiter der Autobahnpolizei Bludenz, gegenüber den VN. Es sei derzeit nicht abzuschätzen, ab wann die Strecke wieder befahrbar sein wird. „Wir werden bei ­Tageslicht eine Neubewertung der Situation vornehmen“, sagte Nachbaur. Er gehe jedoch nicht davon aus, dass die S 16 vor Mittag wieder befahrbar sein wird. Die Fahrzeuge in der Sperrzone würden zurückgeleitet. Vorarlberg ist über Tirol auch per Bahn nicht erreichbar.

Auch die ÖBB entschieden sich aufgrund der zugespitzten Lawinensituation für eine Sperre der Arlbergstrecke. Die Strecke bleibt zumindest bis heute, 12 Uhr, gesperrt. Nachdem aber die Strasse und die Eisenbahnlinie gesperrt wurde mussten die Fahrgäste von der Feuerwehr mit warmen Geträken versorgt werden. Im Bahnhof Bludenz und Feldkirch wurden rund 125 Personen im Zug versorgt. Der Bahnhof St. Anton am Arlberg ist von Tirol aus allerdings per Bus erreichbar. Reisende von Vorarlberg nach Tirol – Salzburg – Wien können nur großräumig über Lindau – München ausweichen. Die ÖBB Tickets werden solange es keinen Schienenersatzverkehr über den Arlberg gibt auf DB-Gebiet anerkannt.

Weitere Lawinenabgänge und Straßensperren

Weitere Lawinenabgänge ereigneten sich im Kleinwalsertal, wo gegen 4.00 Uhr die Walserstraße (L201) verschüttet wurde, sowie bereits am späten Mittwochabend im Großen Walsertal. Dort war die Faschinastraße (L193) betroffen. Diese wurde auf einer Länge von etwa 100 Metern vier Meter hoch verlegt, Verkehrsteilnehmer wurden aber nicht erfasst. Beim Abgang eines weiteren, kleineren Schneebretts auf die L193 wurde ein Pkw zur Seite gedrückt.

Neben der S16, der L201 und der L193 waren zunächst auch die Arlbergstraße (L197) ab Langen, die Lechtalstraße (L198) ab der Alpe Rauz, die Silvrettastraße (L188) ab Schruns und die Bregenzerwaldstraße (L200) ab Schoppernau gesperrt. Damit waren das Kleinwalsertal, mehrere Orte im Großwalsertal, das Hochmontafon, die Arlberg-Orte Stuben, Zürs und Lech sowie Schröcken und Warth im hinteren Bregenzerwald von der Umwelt abgeschnitten. Die Lawinenkommissionen wollten in der Früh über die Situation und die weitere Vorgangsweise entscheiden.

Laut Herbert Knünz vom Landeswarndienst fielen am Mittwoch im Norden Vorarlbergs bis zu 70 Zentimeter Neuschnee, im Süden waren es 60 Zentimeter. Mit dem Abgang von Lawinen müsse gerechnet werden, abseits der Pisten sei die Situation “sehr heikel”, hieß es. Die Lawinengefahr werde nur langsam abnehmen.

Verkehrsbehinderungen schon am Mittwoch

Die anhaltenden Schneefälle haben in Vorarlberg am Mittwoch zu größeren Verkehrsbehinderungen geführt. Auf den glatten Straßen blieben speziell in höher gelegenen Regionen immer wieder Lkw hängen oder hielten an, um Schneeketten zu montieren. Der Arlbergpass (L197) war laut ÖAMTC am späteren Nachmittag aufgrund von Lawinengefahr nicht mehr passierbar.Ebenso gesperrt werden musste die Bregenzerwaldstraße (L200) zwischen Schröcken und Warth, ab 18.00 Uhr galt die Sperre ab Schoppernau.

Nach einem Schneerutsch war auch die Faschinastraße (L193) zwischen Fontanella und Faschina (Großes Walsertal) nicht befahrbar. Auf zahlreichen Verbindungen bestand Schneekettenpflicht.     

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