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Lawine reißt Bergsteiger mit

"Wir waren schon erstaunt, als wir hörten, dass wir zu einem Lawineneinsatz müssen. Schließlich ist es ja September", schildert der Tiroler Notarzthubschrauberpilot Hubert Becksteiner.

Der „Christophorus 5″ startet am Freitagnachmittag mit montiertem Lawinensuchgerät ins Ötztal, zum ersten Lawinen-unglück der Saison. Bergsteiger aus Vorarlberg waren in Not geraten.

Eine Gruppe junger Erwachsener der Katholischen Jugend (KJ) der Diözese Feldkirch wurde im Gletschergebiet von einem Schneebrett erfasst. „Wir waren am letzten Hang vor dem Gipfel, als das Unglück passierte”, schildert Gruppenleiter Peter Mayerhofer den „VN”. Er veranstaltet jedes Jahr gemeinsam mit seinem Bruder Rudolf, einem geprüften Bergführer, die Bergwoche der Katholischen Jugend in Tirol. Die Tour auf die Langtaufererspitze (3526 Meter) hätte der krönende Abschluss der Woche werden sollen.

„Doch in dem Moment, als der Rudolf den Grat betreten hat, ist ein Schneebrett abgegangen.” Der Bergführer aus Klaus – er geht in der Siebener-Seilschaft voran – und drei nachfolgende Gruppenmitglieder aus Feldkirch, Wolfurt und Liechtenstein werden von dem 100-Meter breiten Schneebrett bis zu 70 Meter in die Tiefe gerissen. Den Absturz der gesamten Seilschaft können die hinteren Bergsteiger verhindern.

Eine 29-jährige Liechtensteinerin wird verlezt, alle anderen kommen mit einem Schrecken davon. „Das Pech war, dass sie mit der Hüfte und dem Kopf auf Felsen aufschlug. Die anderen drei waren schon im freien Gelände”, sagt Mayerhofer.

Der Notarzt flog die Verletzte ins Krankenhaus Zams, sie erlitt eine Platzwunde am Kopf sowie leichte Hüftverletzungen, durfte aber am Samstag schon wieder nachhause.

Der Rest der insgesamt 14-köpfigen Gruppe trat nach dem Zwischenfall den vierstündigen Abstieg zum Hochjochhospiz (2413 Meter) an. „Der glimpfliche Ausgang hat gezeigt, dass die Sicherung funktioniert hat”, zeigt sich Gruppenleiter Mayerhofer erleichtert.

„Lawinenabgänge sind im Spätsommer in dieser Höhe nichts Ungewöhnliches”, so die Söldener Polizei. Durch Wind habe es an der Unglücksstelle größere Neuschneeansammlungen gegeben.

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