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Laut Caritas fehlen in Traiskirchen 700 Schlafplätze

480 Personen sind im Moment in Zelten untergebracht
480 Personen sind im Moment in Zelten untergebracht
Im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen fehlen laut Caritas derzeit rund 700 feste Schlafplätze.

Das berichtete der Wiener Caritas-Generalsekretär Klaus Schwertner nach einem Besuch im Flüchtlingslager, der von einem “Ort der Schande für Österreich” sprach, wie kathpress am Donnerstag berichtete. Derzeit befinden sich 3.000 Menschen im Lager, sagte Schwertner gegenüber der APA.

Die Zahlen seien ihm von Mitarbeitern des Lagers vor Ort genannt worden, sagte der Wiener Caritas-Generalsekretär, der sich am Mittwochabend zu einem offiziellen Besuch auf der Krankenstation des Lagers im Erstaufnahmezentrum aufhielt. Er habe dort Gelegenheit gehabt, sich zwei Stunden lang die Situation vor Ort anzusehen, betonte er.

“Quasi obdachlos”

480 Personen sind laut Auskunft von Mitarbeitern des Lagers derzeit in Zelten untergebracht, mehr als 1.800 in Betten und weitere 700 haben derzeit keinen festen Schlafplatz, so Schwertner. “Sie haben kein Bett zum Schlafen, eigentlich sind sie quasi obdachlos. Sie schlafen in Wartesälen, in Garagen, im Freien unter Bäumen”, schrieb der Generalsekretär auf seiner Facebook-Seite. Eine Bestätigung dieser Zahlen aus dem Innenministerium war vorerst nicht zu erhalten.

Die Lage sei angespannt, obwohl vor Ort “so gut wie möglich” versucht werde, “eine menschenwürdige Unterkunft zu ermöglichen”, so der Caritas-Generalsekretär. Besonders dramatisch sei die Situation für die mehr als 1.200 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge in dem Erstaufnahmezentrum.

“Niemand behauptet das Boot ist voll”

Kritik übte der Wiener Caritas-Generalsekretär an jenen Gemeinden, die ihre Verantwortung zur Flüchtlingsunterbringung “nach dem Florianiprinzip abschieben und nichts tun”. Österreich brauche nun einen nationalen Aktionsplan Asyl und eine gemeinsame Kraftanstrengung von Bund, Ländern und Gemeinden. Mit Blick darauf, dass drei Viertel der Gemeinden derzeit keinen einzigen Flüchtling unterbringen, könne “niemand behaupten das Boot ist voll”, so der Caritas-Generalsekretär.

Abschiebungen nach Ungarn stoppen

Gegenüber der APA sagte Schwertner, Österreich solle sich an Deutschland ein Vorbild nehmen, wo der Bund den Ländern und Gemeinden die Mittel für die Flüchtlings-Unterbringung zur Verfügung gestellt habe. Außerdem forderte Schwertner die Verantwortlichen dazu auf, Abschiebungen nach Ungarn sofort zu stoppen. Auch in diesem Punkt verwies er auf Deutschland, das seit Wochen aufgrund menschenrechtlicher Bedenken keine Abschiebungen mehr in dieses Land durchführe. “Es kann nicht sein, dass unterschiedliche EU-Länder die Menschenrechtssituation in Ungarn unterschiedlich bewerten.”

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