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Lässt sich eine wirksame Straßenverbindung zwischen Österreich und Schweiz verwirklichen?

Für Anrainer sind die LKW-Kolonnen durch die Gemeinden eine schwere Belastung.
Für Anrainer sind die LKW-Kolonnen durch die Gemeinden eine schwere Belastung. ©cth
Lässt sich eine wirksame Straßenverbindung zwischen Österreich und Schweiz verwirklichen?

Dornbirn. “Wird sich eine wirksame Straßenverbindung zwischen österreichischer und Schweizer Autobahn überhaupt verwirklichen lassen?”, stellte sich im Bürgerforum die Frage. “Da ich in Hohenems im Zollgrenzbezirk lebe und nicht täglich in die Schweiz muss, finde ich die Autobahnauffahrt zwischen Diepoldsau und Widnau völlig in Ordnung. Am schlimmsten ist die Verkehrssituation immer für die unmittelbaren Anrainer und was auch zu beachten ist, sind die landwirtschaftlichen Flächen und Naherholungsgebiete mit Störchen und Reihern, die zusammenhängend von bedeutendem Wert für die Zukunft und die unwiederbringlich verloren sind, wenn dies nicht beachtet wird”, meint Eva Schreiber dazu.

“Viel interessanter wäre mal darüber nachzudenken, wie so ein kleiner Bergeinschnitt überhaupt dazu kommt, europaweit einzigartig ganze zwei Hochleistungsstrecken zu benötigen. Würde man den großen Maßstab etwas stärker berücksichtigen, käme man vermutlich locker mit einer Autobahn und einer Schnellstraße zu Rande. Ein anderes Unikum betrifft die Orientierung Vorarlbergs in Richtung Arlberg. Unter europäischen Vorzeichen sollte das Kleinstaatendenken vielleicht einmal einer Überprüfung unterzogen werden, im besonderen inwieweit eine Anbindung Vorarlbergs an Rest-Österreich über Deutschland (also talauswärts) nicht sinnvoller und letzten Endes wesentlich günstiger und schneller wäre”, so Martin Konzet.

Manfred Spiess findet diese Sichtweise durchaus diskussionswürdig. “Würde der EU-Raum nur ansatzweise funktionieren, hätte man wahrscheinlich schon solche Pläne in der Schublade. Allerdings zweifle ich daran, ob unsere Nachbarn die Verbindung von Westdeutschland in einem erträglichen Zeitraum hinbekommen würden. Sehr interessant wäre auch die Bahnverbindung über München-Innsbruck-Salzburg. Wenn man nicht immer wieder die versprochene schnellere Anbindung von Lindau aus schon über Jahrzehnte nicht realisieren kann, bzw. wegen Geldmangels immer wieder verschiebt”, so Spiess. “Die Bahnverbindung nach Ulm spottet ebenso jeglicher Beschreibung und macht einem das Umsteigen auf die Bahn mehr als verdrießlich. Liegt es vielleicht daran, dass man der Automobilindustrie nicht den Markt wegnehmen will oder wollte?”, stellt sich für ihn die Frage. “Hauptsache seit Jahren wird alles verhindert.

Die Rechnung zahlen die Menschen die an überlasteten Straßen wohnen müssen. Mir reicht schon, wenn ich sehe wie gut die Autobahnanbindung Dornbirn Nord mit dem täglichen kilometerlangen Stau funktioniert”, erklärt Peter Wagner dazu im Bürgerforum. Michael Hinterauer meint dazu: “So lange kein Platz in Österreich für ein Zollamt – das wir nicht brauchen – benötigt wird, finde ich eine Anbindung sinnvoll. Dass aber nur über eine Anbindung der Schweiz mit Verbrauch an Freifläche diskutiert wird, finde ich sehr kurzsichtig. Es fehlt am Mut eine Verkehrslösung zu schaffen die Gemeinden des unteren Rheintals miteinander verbindet, damit der ganze Verkehr nicht mehr durch die Gemeinden fließt, sondern in längst überfälligen Umfahrungen. Dazu braucht es eine Verlagerung, nicht Verkleinerung, der Schutzgebiete und die neuen Verkehrsflächen sollten nicht nur für LKW und PKW geschaffen werden”, so Hinterauer.

 

 

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