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Langlauf-Serie á la Tour de France

Der Schweizer Jürg Capol bringt als Renndirektor der FIS frischen Wind in den Langlauf-Weltcup. Der frühere Spitzen-läufer präsentierte am Mittwoch in Oberstdorf die Idee einer Rennserie nach Beispiel der Tour de France.

Dabei soll an acht bis zehn Tagen bei Weltcuprennen in drei oder vier Ländern in unterschiedlichen Bewerben (Sprint, Team-Staffel) ein Gesamtsieger ermittelt werden.

„Im Langlauf fehlte bisher ein Höhepunkt, wir wollen zur besten Zeit im Winter Interesse wecken und eine echte Marke schaffen“, erklärte Capol zur neuen Serie. Die Rückmeldungen der Athleten sind positiv, die „Cross-Country-Tour“, so der Arbeitstitel, soll in der Saison 2005/06 eingeführt werden.

Zudem verstärkt der Ski-Weltverband auch den Kampf gegen Doping weiter. Ab kommendem Winter werden Tests gegen Wachstumshormone eingeführt, damit werden auch die Alpinen erstmals Bluttests unterzogen. Die FIS wendet insgesamt rund 1,8 Millionen Franken für Dopingtests auf. Und damit gelten auch im Skisport künftig die Regeln der Welt-Antidoping-Agentur (WADA), deren Code die FIS in vollem Umfang akzeptiert hat. Die jeweils 50 besten Athleten aller nordischen und alpinen Disziplinen sind verpflichtet, ständig ihre Aufenthaltsorte zu melden.

Im Springen soll ein geringes Körpergewicht an Bedeutung als leistungsbestimmender Faktor verlieren. Mit Hilfe des Body-Mass-Index (BMI) werden nun Körpergröße und Gewicht in ein Verhältnis zur Skilänge gebracht. „Für die Athleten gibt es keinen objektiven Druck mehr, Gewicht zu machen“, sagte FIS-Sprunglauf-Renndirektor Walter Hofer in Oberstdorf. Ein Springer mit 1,80 m Größe und mindestens 65 kg (inclusive Anzug und Schuhe) darf somit Ski mit der möglichen Maximallänge von 2,63 m verwenden. Wiegt er nur 60 kg, so reduziert sich die Skilänge auf 2,50 m.

Damit wird der Vorteil des geringeren Körpergewichts (ein Kilogramm bringt bei einem 120-m-Sprung 1,25 m) durch kürzere Ski und damit geringeren Auftrieb (3,4 cm Skilänge bringen 1,25 m Weite) wettgemacht. „Tests haben gezeigt, dass die Springer lieber mehr essen sollen, als drei Zentimeter kürzere Ski zu verwenden“, sagte der Franzose Pierre Heinrich, der als Rossignol-Rennchef u.a. auch die Österreicher Martin Höllwarth und Florian Liegl betreut.

In der Nordischen Kombination wird die Aufnahme einer vierten Disziplin in das WM-Programm vorbereitet. Der Massenstart-Bewerb (10-km-Langlauf und anschließendes Springen), der seit 1999/2000 im Weltcup durchgeführt wird, soll nach Wunsch von FIS-Referent Ulrich Wehling schon bei der WM 2007 in Sapporo im Programm aufscheinen.

Damen-Skispringen wird durch die Einführung einer Kontinentalcup-Serie aufgewertet, zudem wird es bei der Junioren-WM einen Damen-Bewerb geben. „Ich hoffe, dass wir damit dazu beitragen, Damen-Skispringen in einigen Jahren ins WM-Programm aufzunehmen“, erklärte FIS-Präsident Gianfranco Kasper. Der Weltverbandspräsident stellte zudem eine FIS-Academy vor, die Athleten die Möglichkeit bietet, auf verschiedenen Stufen (bis zum Doktortitel) via Internet Ausbildungen bei Partner-Universitäten zu absolvieren. Kasper: „Damit wollen wir einen echten Beitrag leisten zur beruflichen Weiterbildung unserer Athleten.“

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