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Lange Suche nach dem Fahrrad-Mann

Ein Monat ist es her, dass der schwere Raub aus Gaißau als „Aktenzeichen XY"-Fall im TV zu sehen war. Jetzt müssen die Ermittler sagen: „Eigentlich müssen wir von vorne anfangen."

Konkret sind nach der ZDF-Sendung aus Vorarlberg vier Hinweise gekommen, auch aus anderen Bundesländern ein paar.

Sackgasse

So meldete sich in Kärnten ein Mann, der sich unter falschem Namen wichtig machte. „So, wie sich dieser Mann verhalten hat, dachten wir – der hat etwas damit zu tun”, sagt Fahnder Bertram Walser. Einige Wochen zogen sich die Ermittlungen gegen den Anrufer hin, vieles passte zusammen. Jetzt der Rückschlag: Die Kärntner Spur führt in eine Sackgasse.

Brutaler Raub

90 Prozent der Hinweise nach der Kriminal-Sendung sind abgearbeitet. „Wir meinten, wenn man den Mann persönlich kennt, erkennt man ihn auf dem Bildmaterial mit dem Fahrrad sicherlich wieder”, sagt Walser im Gespräch mit den „VN”.

Fakt ist: Ein 42 Jahre alter Mann aus Höchst war an einem Abend im Juni Gast bei „Herberts Imbissstube zur Traube”. Gegen 23.45 Uhr verließ der Mann alleine das Lokal, eine Stunde später wurde er vom Gastwirt blutüberströmt und schwer verletzt auf dem Parkplatz liegend gefunden. Der Fahrrad-Mann hatte den Höchster eine volle Bierflasche über den Kopf gezogen, ihn ausgeraubt. 3000 Euro Tageslosung fehlten.

„Wir wissen, dass der Täter am 16. Juni 2003 um exakt 0.42 Uhr über die Fuß- und Radfahrbrücke gegangen ist”, so Walser. Zweimal vor dem Raub ist er auf demselben Weg nach Vorarlberg eingereist, daher stammen auch die Fahndungsbilder.

Jetzt hoffen die Fahnder auf Vorarlberger, die sich bislang nicht gemeldet haben und nähere Angaben zum Fahrrad-Mann machen können. Die ausgesetzte Belohnung von 2500 Euro gilt nach wie vor. „Wer auch immer den entscheidenden Hinweis gibt, bekommt das Geld”, sagt Bertram Walser von der Kripo.

Herbert’s Imbissstube zur Traube, Rheinstraße 5, Gaißau, 16. Juni 2003, 0.40 Uhr

Täterbeschreibung:

  • etwa 45 Jahre alt, angeblich Jahrgang 1958
  • etwa 1,70–1,75 m groß
  • mittlere Statur, braune kurze Haare
  • vermutlich aus Österreich stammend, sprach innerösterreichischen Dialekt
  • Raucher
  • möglicherweise „Wanderarbeiter”
  • war angeblich in München bei einer Baufirma beschäftigt und suchte einen Job in der Schweiz
  • mit älterem Herrenfahrrad unterwegs, dessen Rahmen mit schwarzer und silberner Farbe überlackiert war (Beleuchtung defekt)
  • Auf dem Gepäcksträger: Nylontasche vom Discounter „Lidl” mit Esswaren und Kosmetika als Inhalt

Hinweise zum Fall sind an die Kriminalabteilung in Bregenz, Telefon 059 133/80-3333, erbeten.

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