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Lange Nacht mit Feuer und Flamme

Die musikalische Umrahmung des Abends zu feurigen Bildern gab der Kirchenchor Hatlerdorf.
Die musikalische Umrahmung des Abends zu feurigen Bildern gab der Kirchenchor Hatlerdorf. ©edithhaemmerle
Die Kirchengeschichte des Hatlerdorfs flammte mit feurigen Bildern, Texten und Liedern neu auf.
Lange Nacht mit Feuer und Flamme

Dornbirn (EH) Das alte Hatlerdorf wurde bereits im letzten Jahr wieder sehr lebendig. Die Pfarrgemeinde feierte das 150-jährige Bestehen der Pfarrkirche St. Leopold mit mehreren Aktivitäten. So flammte die Geschichte mit feurigen Bildern im Rahmen der Langen Nacht der Kirchen erneut auf. Markant hebt sich der Innenraum des sakralen Bauwerks durch die vollständige Ausmalung mit Bildern des Erlösungswerks Christi hervor. Vor allem beim Pfingstbild im Gewölbe des Altarraums wird das Feuer des Geistes in Form von Zungen deutlich. Die Bilder zum Sprechen brachte Pfarrer Christian Stranz, zum Teil im Urtext vom damals wirkenden Seelsorger Ferdinand Gierer, der erste Pfarrer vom Hatlerdorf. Musikalisch umrahmt wurden die Beiträge vom Kirchenchor unter der Leitung von Waltraud Girardelli, abwechselnd mit dem Blockflötenspiel von Katharina und Annabell. An der Orgel waren Maria Ortner und Andreas Fussenegger.

Die Kraft des Feuers

Ein weiteres eindrückliches Bild zum Thema Feuer hält sich für die Kirchenbesucher jedoch bedeckt. Auf der Empore ist es nur den Chorsängern vertraut. Pfarrer Gierer habe es bewusst hinten, an jene Wand malen lassen, wo der Turm steht. Denn dieser strebe hinauf in den Himmel und zu den Sternen. Es zeigt vier Tiere, die für die vier Elemente – Erde, Wasser, Luft und Feuer – stehen. Gut sichtbar präsentiert sich hingegen ein Bild, das seitlich im Altarraum die im Fegefeuer leidende und die triumphierende Kirche Gottes darstellt. Nach Pfarrer Gierer vermittelt das Bild das Gefühl des Mitleids mit den armen Seelen mit klagendem Blick, die Hände in schmerzlicher Sehnsucht emporgehoben. Zurück in die heutige Zeit stellt es Pfarrer Stranz als beinahe unerträgliches Kirchenbild vor, das Stolz und Eingebildetheit überdimensional in den Vordergrund stellt. Er formuliert es nach poetischen Worten von Andreas Knapp:
„Jeder baut sich seine eigene Hölle
und bewohnt sie ganz allein,
eingesargt in dich selber.
Die Panikverriegelung ist nur von Innen zu öffnen.
Ewiger Kreisverkehr nur um dich.
Stolzer Rückzug in das Schneckenhaus,
wo Selbstverliebtheit endlos dich verbrennt.“

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