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Landtag einigt sich auf Alpin-Sicherheitsgipfel

Expertenkommission soll Waldrowdys in die Schranken weisen
Expertenkommission soll Waldrowdys in die Schranken weisen ©Berchtold
Bregenz - Breite Zustimmung im Umweltausschusses des Landtags hat am Mittwoch der Beschluss über einen Alpin-Sicherheitsgipfels zum Thema Variantenskifahren erlangt.

Variantenskifahren, also das Fahren abseits der Pisten, kann nicht nur lebensgefährlich sein. Es sorgt auch für erhebliche Schäden in der Natur. Doch trotz zahlreicher Warnungen wurde auch in der Wintersaison 2011/12 der Nervenkitzel abseits gesicherter Pisten und markierter Routen so oft gesucht, wie nie zuvor. Härtere Strafen für Waldrowdys müssen her, fordert Landwirtschaftskammer-Experte Hubert Malin. Die derzeitige Situation sei „mehr als dramatisch“.

Expertenkommission soll Vorschläge erarbeiten

Im Zuge eines Alpin-Sicherheitsgipfels sollen nun – gemeinsam mit Bergrettung, Liftbetreibern, Alpinexperten, Naturschutz sowie Forst- und Jagdorganen – konkrete Maßnahmen erarbeitet werden. Dem ungezügelten Variantenskifahren soll damit in Vorarlberg Einhalt geboten werden. Laut den Vorarlberger Grünen könnte man die Schweiz als Vorbild heranziehen. Bei den Eidgenossen zählen Aufklärungs- und Informationsarbeit innerhalb der Skigebiete zur Norm. “Notwendig sein wird wohl auch eine verstärkte Kontrolltätigkeit in den Schutzwäldern hinsichtlich der Einhaltung des Befahrungsverbotes”, resümiert der Vorarlberger Grünen-Chef Johannes Rauch in einer Aussendung.

FPÖ kritisiert “Grüne Verbotspolitik”

So einig sich Vorarlbergs Parteien bezüglich der Notwendigkeit der zu erarbeitenden Maßnahmen sind, so uneinig scheinen sie sich jedoch hinsichtlich der Umsetzung zu sein. LTVP Ernst Hagen (FPÖ) bezeichnet die Forderung der Grünen nach verstärkter Kontrolle als “Verbots- und Bevormundungspolitik”, die bei den Beratungen am Mittwoch “verhindert werden” konnte: “Wir sollten  nicht dem Irrglauben erliegen, dass man mit verschärften Gesetzen allein diese Problematik in den Griff bekommt. Entscheidend ist hier immer noch auch die Eigenverantwortung des Skisportlers, an die viel stärker appelliert werden muss”, so Hagen. Dem steigenden Trend zum Variantenskilaufen müsse Vorarlberg mit konsequenter Aufklärungsarbeit begegnen, die Hinweis- und Warnpraxis in den Skigebieten müsse stärker ausgebaut werden.

LR Erich Schwärzler: “Die Grenzen sind überschritten”

“Die Grenzen sind überschritten”, konstatierte LR Erich Schwärzler bereits im Februar. Für die Aufsichtsorgane vor Ort sei eine notwendige Kontrolle nicht mehr ausreichend möglich. “Daher ist es notwendig, dass für das kommende Jahr in einer engen Zusammenarbeit mit den Skiliftbetreibern, Waldaufsehern, Forstschutzorganen und Exekutivkräften neue Wege gefunden werden, um Wintersportler – welche Grenzen verletzen und durch Jungwaldflächen abfahren – entsprechend zu ahnden. Die Bevölkerung im Berggebiet ist darauf angewiesen, Sicherheit zu haben. Der Schutzwald soll durch Waldrowdys nicht geschädigt zu werden”, sagt Landesrat Schwärzler.

Dass Warnschilder allein nicht ausreichen werden, zeigte im Februar ein VN-Lokalaugenscheins auf der Piste. Dessen Fazit: “Die Schilder sind nutzlos. Abgefahren wird überall dort, wo’s irgendwie geht. Dazu kommt, dass die Strafen mit 25 Euro zu gering sind.”

Wann genau der geplante Alpin-Sicherheitsgipfel stattfinden wird, ist derzeit nicht bekannt.

(VOL.AT)

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