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Ländles gefährlichster "Frühjahrsputz"

Ihr Job ist hart. Ihre Arbeit nicht gerade von Annehmlichkeiten gesegnet. Dabei haben die 190 "Straßenarbeiter" im Ländle immer Hochsaison.

Gerade ist der Winterdienst erledigt. Schon stehen die Aufräum- und Instandsetzungsarbeiten an. Die Arbeiter in handwerklicher Verwendung, wie sie der Gesetzesgeber nennt, tummeln sich entlang der Autobahn, Schnellstraße und den zahlreichen Landesstraßen. „Drei große und sechs kleinere“ nennt DI Gerhard Schnitzer vom Landesstraßenbauamt die Anzahl der Straßenmeistereistützpunkte, von denen aus mehr als 1000 Kilometer Fahrbahn und deren Umgebung „betreut“ werden.

Darunter erstrecken sich 63 Kilometer entlang der Autobahn. Dort, wo Alfred Rath seit 22 Jahren sein Revier hat. Er ist einer von 13 „Straßenarbeitern“, die sich von Hohenems aus täglich auf den Weg machen. Ist’s im Winter die Schneeräumung zusammen mit 59 Frächtern, widmen sie sich derzeit mit der Rodung von Böschungen und Beseitigung von unglaublichen Müllbergen. „Im Angesicht einer immer größer werdenden Gefahr“, sagt der routinierte Arbeiter und meint damit nicht etwa den vielen Verkehr, sondern die vorbeirasenden Fahrzeuge. Berufsrisiko? „Man muss ständig auf der Hut sein und lernt irgendwann, damit zu leben.“

Auch mit stark verdreckten WC-Anlagen an der Autobahn. „Mit Handschuhen, Klobürste und Zange ausgestattet“ beschreibt Alfred Rath einen der alltäglichen Arbeitsgänge. Die Liste der Aufgaben lässt sich endlos fortführen: Von Flurschäden beseitigen, Leitschienen ersetzen, kleinere Asphaltschäden kitten, Wasserschächte reinigen, Aufstellen und Ausmähen von Verkehrszeichen, Aufforsten der Randbereiche, Bodenmarkierungen aufbringen, Baustellen einrichten und vielem mehr spricht DI Gerhard Schnitzer und bringt’s auf den Punkt: „Unsere Arbeiter sind Instandhalter für alle Fälle.“

Dazu gehören vor allem auch das Reinigen der Straßen und deren Randbereiche. Gerade jetzt im Frühjahr eine aufwändige Geschichte. Knapp 1000 Tonnen Splitt wurden in den Bergregionen gestreut. Nur ein Bruchteil davon kann hingegen wieder verwendet werden. „Je nach Liegedauer“, beschreibt Schnitzer. Frischer Splitt kann wieder verwendet werden. „Älterer ist meist stark verschmutzt und muss gesondert entsorgt werden.“ Die Kosten für den Winterdienst jedenfalls sind hoch – obwohl der vergangene Winter kurz war: Rund drei Millionen Euro musste das Land heuer für sichere und gut befahrbare Straßen berappen.

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