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Landes-Rechnungshof kritisiert LKH Bregenz

Bregenz - Der Landes-Rechnungshof Vorarlberg (RH) kritisiert in seinem jüngsten Prüfbericht das Landeskrankenhaus Bregenz (LKHB) als zu unwirtschaftlich und personell überbesetzt.

„Am Beispiel des LKHB wird deutlich, dass die bestehende Versorgungsstruktur in Vorarlberg zu optimieren ist“, sagte RH-Präsident Herbert Schmalhardt am Donnerstag bei der Präsentation des Berichts. Ziel müsse es sein, eine bedarfsgerechte und finanzierbare Versorgungsstruktur in Vorarlberg zu gewährleisten.

Im Verhältnis zu den erbrachten Leistungen sei das LKHB trotz eingeleiteter Kostensenkungsmaßnahmen nach wie vor unwirtschaftlich, sagte Schmalhardt. In Relation zu anderen Krankenhäusern in Vorarlberg habe das LKHB zu hohe Abgänge und dadurch zusätzlich zu finanzierende Trägerverluste. Diese bemaß Schmalhardt mit fünf bis sieben Mio. Euro jährlich. Als Ursache nannte der RH-Präsident die „zu hohen Personalkosten bei einer zu geringen Ertragskraft“.

Den Personalstand des LKHB nannte Schmalhardt auf Basis der aktuellen Fallzahlen „deutlich überdimensioniert“. Es zeige sich eine personelle Überbesetzung bei nahezu allen Funktionsgruppen sowie ein deutliches Abbaupotenzial. Nach den derzeitigen Fallzahlen ergebe sich eine mögliche Personalreduktion zwischen 54 und 77 Dienstposten.

Bemängelt wurde im Prüfbericht unter anderem auch, dass die sechs OP-Säle im LKHB nur zu durchschnittlich 51 Prozent ausgelastet seien. Die OP-Kapazitäten seien dem aktuellen Bedarf anzupassen, hieß es. Die durchschnittliche Verweildauer im LKHB liege trotz einer kontinuierlichen Reduktion geringfügig höher als in vergleichbaren Häusern.

„Eine wirtschaftliche Führung des LKHB wird nur durch eine Steigerung der Fallzahlen oder durch deutliche Kostenreduktionen realisierbar“, stellte Schmalhardt fest. Steigende Fallzahlen seien etwa durch die Integration zweier Abteilungen des LKH Hohenems zu erwarten. Bringe die Verlegung dieser Abteilungen nach Bregenz aber nicht die erwartete Ertragssteigerung, seien zusätzlich Personalreduktionen notwendig. „Eine wirtschaftliche Führung der Krankenhäuser bedingt weitere Verlagerungen und Bündelungen von medizinischen Leistungsbereichen, wie am Beispiel des LKH

Das LKHB verfügte 2006 über 275 Betten und eine Auslastung von 70,3 Prozent. Bei 528,7 Dienstposten resultierte ein Abgang nach dem Spitalbeitragsgesetz in Höhe von 18,87 Mio. Euro.

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