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Land übernimmt Landestheater

Neuer Pachtvertrag: Das Land mietet das Landestheater nun ganzjährig an.
Neuer Pachtvertrag: Das Land mietet das Landestheater nun ganzjährig an. ©VN/Dietmar Stiplovsek
Bregenz - Auch wenn der Name anderes vermuten lässt - das Landestheater in Bregenz gehört der Stadt Bregenz. Nun aber wird der Betrieb ab 1. Jänner 2013 zur Gänze vom Land übernommen.

Nachdem der Aufsichtsrat der Vorarlberger Kulturhäuser im Mai dieses Jahres einer ganzjährigen Übernahme der Betriebsführung des Kornmarktgebäudes einstimmig zugestimmt hat, wurde nun am 6. Dezember 2012 in der Bregenzer Stadtvertretung einem entsprechenden Pachtvertrag zwischen der Landeshauptstadt Bregenz und der Vorarlberger Kulturhäuser-Betriebsgesellschaft mbH (KUGES) zugestimmt.

Bisherige Vereinbarung zu unflexibel

Zur Vorgeschichte: Im Vorfeld der Generalsanierung des Theaters im Jahr 1994 wurde zwischen der Stadt und dem Land eine Vereinbarung geschlossen, die den Betrieb der Kultureinrichtung regelt. Darin enthalten war zum Beispiel die Verpflichtung der Stadt, dem Landestheater ein spielfertiges Haus samt technischer Infrastruktur und Personal zur Verfügung zu stellen. Durch die Ausdehnung der Spiel- und Probezeiten und den damit einhergehenden Anspruch auf mehr Flexibilität in der Verfügbarkeit hat sich diese Betriebsform in den Folgejahren bis heute aber als nicht mehr zweckmäßig erwiesen.

“Meilenstein”

Kulturlandesrätin Andrea Kaufmann sieht in der Betriebsübernahme einen Meilenstein hinsichtlich der künftigen Positionierung und Weiterentwicklung des Vorarlberger Landestheaters: „In den letzten Jahren hat sich am Vorarlberger Landestheater eine enorme Dynamik entwickelt. In weniger als 5 Jahren hat sich die Anzahl der Neuinszenierungen verdoppelt, neben dem klassischen Schauspiel haben sich weitere Schwerpunkte im Bereich Musiktheater und Junges Landestheater entwickelt. Damit sind auch die Anforderungen an die Infrastruktur gewachsen.“ Die ganzjährige Nutzung reduziere nun den organisatorischen und dispositiven Aufwand erheblich, so Kaufmann.

Jährlich 500.000,- Gewinn für Bregenz

Bürgermeister Markus Linhart kommentiert die neue Vereinbarung sehr positiv: „Wenn wir den Theaterbetrieb jetzt dem Land bzw. der KUGES übertragen, eröffnet das dem Haus neue, notwendige Entwicklungsmöglichkeiten. Die Stadt erhält im Gegenzug eine angemessene Pacht in Höhe von 300.000 Euro pro Jahr. Beim Betrieb und Personal sparen wir uns darüber hinaus jährlich rund 200.000 Euro. Außerdem übernimmt das Land nicht nur die Instandhaltung, sondern auch alle künftigen Investitionen. Das Gebäude selbst verbleibt im Eigentum der Stadt.“

RH: “Gut Umsetzbar, aber teuer für das Land”

Kritik an der Vereinbarung kam im Vorfeld vom Vorarlberger Landesrechnungshof, der die Anmietung des gesamten Theatergebäudes als “gut umsetzbare, aber teure Lösung” für das Land bezeichnete. Der Mietaufwand steige im Vergleich zur bisherigen Regelung deutlich, auch wenn die Immobilie an spielfreien Tagen nun untervermietet werden könne. Zudem stünden erhebliche Investitionen an, allein in die veraltete Haustechnik müssten 2,4 Mio. Euro gesteckt werden. Die Vereinbarung sei “von einer stark entgegenkommenden Haltung gegenüber der Stadt geprägt” und sei als “interkommunaler Finanzausgleich zu bewerten, der das Kulturbudget des Landes künftig zusätzlich belastet”, wie der RH in seinem kürzlich präsentierten Bericht festhielt.

(APA/Red)

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