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"Land der Jugend" in Martinsruh

Eberhard Demelius möchte das Projekt "Land der Jugend" in Vorarlberg verwirklichen.
Eberhard Demelius möchte das Projekt "Land der Jugend" in Vorarlberg verwirklichen. ©Laurence Feider
Interview Eberhard Demelius

Eberhard Demelius spricht über die Projektidee “Junge Senkrechtstarter Genossenschaft”.

Dornbirn. Der städtische Gutshof Martinsruh liegt an der Dornbirner Ache im Bereich der Parzellen “Fußenau” und “Möckle”. Er ist zur Zeit des 1. Weltkriegs entstanden, als Hungersnot herrschte und die Stadt damit die Aufgabe übernahm, Lebensmittel für die eigene Bevölkerung zu produzieren. Projektentwickler und Unternehmensberater Eberhard Demelius hat eine Projektidee zur Umwandlung in einen genossenschaftsbetriebenen Jugendhof vorgelegt.

Wie würde der Jugendgutshof Martinsruh funktionieren?
Demelius: Die Grundidee ist die, Jugendliche nicht einfach unterzubringen und zu beschäftigen sondern in einer Art Genossenschaft selbstverantwortlich arbeiten zu lassen. Die Jugendlichen würden wie Genossenschaftler aufgenommen und sich durch den Ertrag der Landwirtschaft selbst erhalten. Zielgruppe wären rund 20 -30 z.B. arbeitslose Jugendliche ohne Lehre, die unter fachmännischer Anleitung den Hof bewirtschaften würden. Dazu gehört eine intensive Landwirtschaft, eventuell auch eine Fischzucht – man könnte den Alpenlachs hier beheimaten-, der Vertrieb der Produkte am Wochenmarkt, ein Hofladen, eine kleine Gastronomie und diverse Veranstaltungen. Die Geschäftsführung der Genossenschaft würde ein Erwachsener übernehmen.

Wie sind Sie auf die Idee einer Genossenschaft gekommen?
Demelius: Impulsgebend war ein Vortag des deutschen Sozialpädagogen Peter Spiegel in St. Gerold. Daraus ist die Idee entstanden die früher angesehene Rechtsform der Genossenschaft als Solidargemeinschaft auf Jugendliche anzuwenden. Ihnen wird ein eigenes Gut in Form von Genossenschaftsanteilen übertragen, wo sie die Chance erhalten ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Statt sich mit Hilfe von staatlichen Transferleistungen über Wasser zu halten, können sie echte Eigenverantwortung üben.

Welche Verwendung hat der Gutshof Martinsruh derzeit?
Demelius: Aktuell ist der Gutshof mit einer Gesamtfläche von 44,5 Hektar zur Bewirtschaftung an eine Privatperson verpachtet. Im Pachtvertrag heißt es aber unter anderem “Dem Gutshof Martinsruh kommt auch eine soziale Funktion zu”. Durch die Überführung in einen selbstverwalteten Jugendgutshof bekäme der Hof wieder einen, ursprünglich vorgesehenen, Gemeinwesen-Nutzen. Entscheidend bei der Umsetzung ist es eine für den derzeitigen Pächter sozial verträgliche, attraktive Lösung zu finden. Er könnte beispielsweise als Instruktor für die Jugendlichen fungieren.

Wie ist die Resonanz auf die Projektidee?
Demelius: Mit Christoph Hackspiel vom Vorarlberger Kinderdorf und Stefan Allgäuer vom IFS habe ich zwei starke Projektpartner. Die zuständigen Stellen bei Stadt und Land wurden kontaktiert. Jugendstadtrat Martin Konzet ist von der Idee begeistert und sieht den städtischen Gutshof als idealen Standort für ein derartiges Projekt. Es wurden positive Gespräche mit Thomas Müller von “Kinder in die Mitte”, Elmar Luger vom Jugendreferat und Martin Hagen von der OJAD geführt. Ausständig ist noch ein persönliches Gespräch mit Bürgermeister Wolfgang Rümmele. Der nächste Schritt wäre eine Machbarkeitsstudie in der die finanziellen Rahmenbedingungen und die “Spielregeln” festgehalten werden. Ich halte es für eine geniale Idee und denke, dass es ein Vorzeigeprojekt für Jugendliche sein wird – ich bin weiter hartnäckig und wenn nötig auch “lästig”. Die Jugendlichen selber halten die Idee für “megacool”.

Das Projekt Jugendgutshof ist Teil der Gesamtidee “Land der Jugend”, was steckt dahinter?
Demelius: Die Idee ist vor knapp drei Jahren gemeinsam mit Christoph Hackspiel geboren. Hintergrund ist es den Jugendlichen Platz zu geben sich zu entfalten und unsere Lebenswelt vielfältig mitzugestalten. Statt Einschränkungen und Verboten, soll es für sie einen Microcosmos geben in dem sie Eigenverantwortung und Selbstverwaltung erproben können. Wunschstandort für diesen Jugend-Mini-Mundus wäre eine sanierte und ergänzte Burg “Alt-Ems” in Hohenems, die zudem ideale touristische Wertschöpfungsmöglichkeiten bietet. “Jugend ist unser wertvollstes Gut” wäre nicht mehr nur ein Slogan und die Devise von LH Sausgruber “Alle Potentiale für die Jugend auszuschöpfen” könnte erfolgreich in die Tat umgesetzt werden. Als erstes könnte der Teilbereich “Landwirtschaft” mit dem Jugendgutshof Martinsruh in Dornbirn verwirklicht werden.

Zur Person
Eberhard Demelius
Geboren: 12. Februar 1961 in Wien
Wohnhaft: seit 20 Jahren in Dornbirn
Familie: drei Töchter
Beruf: gelernter Marketingcontroller, seit 18 Jahren selbstständig als Unternehmensberater und Projektentwickler
Hobbies: Erfinden – Hund Benji
Spruch: “Eine wirklich gute Idee erkennt man daran, dass ihre Verwirklichung von vorneherein ausgeschlossen erschien.” (Albert Einstein)

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