"Lake-Effekt": Warum der Bodensee den Wintereinbruch in Vorarlberg verstärkt

In den kommenden Tagen ist mit Schneefällen zu rechnen - vor allem in Bodenseenähe. (Themenbild)
In den kommenden Tagen ist mit Schneefällen zu rechnen - vor allem in Bodenseenähe. (Themenbild) ©VOL.AT
Am Montagmorgen dürften viele Vorarlberger dem ersten Blick aus dem Fenster einen zweiten hinterher geschickt haben: In der Nacht war Schnee bis in tiefe Lagen gefallen, mehr als an den meisten Wintertagen. Speziell im Raum Bregenz sorgte der Bodensee für extra Flocken, der sogenannte "Lake-Effekt".
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Der Montag brachte von Vorarlberg bis in die nördliche Obersteiermark einen späten Gruß vom Winter. Selbst in tiefen Lagen wie etwa dem Vorarlberger Rheintal bildete sich zumindest eine dünne Schneedecke. In Teilen Vorarlbergs verstärkte der Lake-Effekt des Bodensees den Schneefall zusätzlich: Stellenweise fielen hier bis zu 30 Zentimeter Neuschnee.

Extra viel Schnee: Lake-Effekt am Bodensee

Der Lake-Effekt am Bodensee tritt meist in den Zwischenjahreszeiten auf, wenn kalte Luft aus Nordwesten über den See strömt. Die Luft wird beim Überströmen der vergleichsweise warmen Wasseroberfläche erwärmt und nimmt viel Feuchtigkeit auf. Dadurch entstehen kräftige Schauer, die hauptsächlich im Bereich des Pfänders niedergehen und sich dort stauen, wodurch sich der Effekt sogar noch verstärkt.

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lakeeffect_nasa ©Der Lake-Effect: Kalte Luft nimmt Feuchtigkeit über dem warmen Gewässer auf. (NASA)

“Betroffen ist dabei häufig ein kleines Gebiet zwischen Bregenz und Wolfurt bis hinein nach Alberschwende sowie zum Bödele”, so Meteorologe Josef Lukas von Ubimet. “In Dornbirn oder direkt am See am Rohrspitz fällt zur gleichen Zeit oft viel weniger oder gar kein Niederschlag.”

In Vorarlberg bleibt es vorerst winterlich

Winterlich geht es auch weiter in Vorarlberg: Die Temperaturen bleiben bis auf weiteres einstellig, nächtens kann auch die Null unterschritten werden. In der Nacht auf Dienstag droht selbst im Flachland vielerorts Frost bei Temperaturen von bis zu -2 Grad.

Daher muss vor allem Dienstagfrüh nach einer teils klaren, windstillen Nacht in vielen Regionen mit leichtem, gebietsweise sogar mäßigem Frost gerechnet. Für empfindliche Pflanzen bedeuten die nächsten Tage erhöhte Frostgefahr.

Der Dienstag selbst wird zwar leicht föhnig und dadurch etwas milder, aber schon am Mittwoch bringt ein Tief von der Adria kräftigen Regen und Schneefall auch nach Vorarlberg, aus der Nacht heraus kann es wieder bis ins Rheintal schneien. Tagsüber ist zwar mit abnehmender Schauerneigung zu rechnen, was bleibt ist ein unangenehm kühler Westwind. Die prognostizierten Tiefstwerte liegen bei -2 bis 2 Grad, auch am Tag bleibt es bei 4 bis 7 Grad.

Am Wochenende kehrt der Frühling zurück

Der Donnerstag präsentiert sich als Übergangstag, es wird freundlicher, Sonne und Wolken wechseln sich ab, kaum Schauer. Ab Freitag und am Wochenende klettern die Temperaturen wieder auf Frühlingsniveau.

Mit Sommerreifen auf Schnee unterwegs?

Wer als Autofahrer bereits auf Sommerreifen umgesteckt hat, muss je nach Wohnort eventuell sogar abwägen, ob er falls möglich auf Öffis umsteigt oder gar die Winterreifen noch einmal aufzieht. Denn einerseits ist zwar nach den derzeitigen Wetterprognosen das Ende des Wintereinbruchs bereits absehbar. Andererseits ist in den nächsten Tagen durchaus noch mit Schneefahrbahn und Glatteis zu rechnen, der Grip von Sommerreifen lässt bei Temperaturen nahe am Gefrierpunkt aber auch auf trockener Fahrbahn nach.

Schon auf Sommer umgesteckt? Dann heißt es jetzt besonders vorsichtig fahren. (VOL.AT/Uher)
Schon auf Sommer umgesteckt? Dann heißt es jetzt besonders vorsichtig fahren. (VOL.AT/Uher) ©Schon auf Sommer umgesteckt? Dann heißt es jetzt besonders vorsichtig fahren. (VOL.AT/Uher)

Zwar gilt seit 15. April die gesetzliche Winterreifenpflicht nicht mehr, doch ist jeder Lenker weiterhin dafür verantwortlich, dass er Geschwindigkeit und Fahrverhalten sowohl den Witterungsbedingungen als auch den Fahrzeugeigenschaften anpasst. Im Falle eines Unfalles stünde dann – wohl vor allem seitens der Versicherung, aber bei Personenschäden auch amtlich – trotzdem die Frage nach Fahrlässigkeit und einer (Teil-)Schuld im Raum, wenn man mit Sommerreifen unterwegs war. (red)

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