Ländle-Optiker fordern verpflichtende Seh-Screenings für Jäger

Jagdkarte: Die Vorarlberger Landesinnung der Augenoptiker/Optometristen fordert eine Gesetzesänderung.
Jagdkarte: Die Vorarlberger Landesinnung der Augenoptiker/Optometristen fordert eine Gesetzesänderung. ©Bilderbox/Symbolbild
Schwarzach. Die Vorarlberger Landesinnung der Augenoptiker/Optometristen fordert verpflichtende Seh-Screenings für Jäger vor der Jagdprüfung. Je nach Alter sollen außerdem alle Besitzer einer Jagdkarte alle zwei bis vier Jahre eine Augen-Kontrolle absolvieren müssen.

Erst vor wenigen Tagen ereignete sich im Bezirk Hollabrunn in Niederösterreich ein schwerer Jagdunfall: Bei einer privaten Wildschweinjagd wurde ein Wiener, der als sogenannter Treiber im Einsatz war, von einem Querschläger am Kopf getroffen. Sein Zustand ist weiterhin kritisch. Angesichts der sich häufenden schweren Jagd-Unfälle fordert die Vorarlberger Landesinnung der Augenoptiker/Optometristen Änderungen bei den Voraussetzungen für den Erwerb einer Jagdkarte. Vor der Jagdprüfung sollten verpflichtende Seh-Screenings eingeführt werden, je nach Alter sollen außerdem alle Besitzer einer Jagdkarte alle zwei bis vier Jahre eine Augen-Kontrolle absolvieren müssen.

“Unfälle wären oft vermeidbar”

“Der Gesetzgeber darf vor der Vielzahl an Jagd-Unfällen nicht die Augen verschließen”, appelliert Rudolf Präg, Vorarlberger Landesinnungsmeister der Augen- und Kontaktlinsenoptiker. Denn die Gründe für diese Unfälle wären nur zu oft vermeidbar, so Präg. Fehlende körperliche Eignung stünde dabei ganz oben. “Es hat sich gezeigt, dass man hier nicht auf die Selbsteinschätzung und das Verantwortungsbewusstsein der Jäger vertrauen kann”, erklärt Präg. Die Vorarlberger Augenoptiker/Optometristen fordern deshalb eine Änderung bei den Landesjagdgesetzen: Jagdanwärter sollen nur nach verpflichtenden Seh-Screenings zur Jagdprüfung antreten dürfen.

Regelmäßiger Seh-Check notwendig

Doch auch danach sei eine regelmäßige Überprüfung der Augen notwendig, denn mit fortschreitendem Alter lasse die Sehkraft bei jedem schleichend nach. Schon mit einer Fehlsichtigkeit von 0,5 Dioptrien sehe man alles ab zwei Metern Entfernung nur noch unscharf. Deshalb sind regelmäßige Augen-Kontrollen für die Innung ein Muss im Sinne der allgemeinen Sicherheit.

Die Vorarlberger Landesinnung fordert eine verpflichtende, regelmäßige Überprüfung des Sehvermögens, deren Nachweis bei der Verlängerung der Jagdkarte alle vier Jahre und ab dem 50. Lebensjahr alle zwei Jahre vorzulegen sei. Eine Forderung, der sich vor kurzem auch der Österreichische Tierschutzverein angeschlossen hat. “Nur so kann ein wirksamer Schritt gesetzt werden, um die tragischen Jagd-Unfälle zu verringern”, ist Rudolf Präg überzeugt.

Mehrere schwere Jagd-Unfälle

Beispiele für die Notwendigkeit einer Gesetzesänderung gebe es viele, gerade in letzter Zeit hätten sich die Unfälle wieder gehäuft, kritisiert die Innung. Der aktuellste Fall: Einem Treiber wurde bei einer Treibjagd im Bezirk Hollabrunn in den Kopf geschossen. Der Zustand des 54-Jährigen ist immer noch kritisch. Davor wurde im Burgenland bei einer Treibjagd ein Jäger angeschossen, in Oberösterreich zerschlug ein Projektil das Fenster eines Kinderzimmers und Schrotkugeln trafen ein Auto.

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