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Lachen, eine großartige Medizin

Die CliniClowns zauberten für Ceyline einen kleinen Luftballonhund aus dem Ärmel
Die CliniClowns zauberten für Ceyline einen kleinen Luftballonhund aus dem Ärmel ©Gerty Lang
Vereine im Fokus: CliniClowns Der Verein CliniClowns Vorarlberg zaubert Fröhlichkeit in die Gesichter der Patienten.
CliniClowns

Dornbirn.  „Dürfen wir hereinkommen?“ fragen Dr.-SoDaLa und Dr. Erika Nägele ganz höflich an, bevor sie das Krankenzimmer im Stadtspital betreten. Die beiden „Ärzte“ im weißen Kittel mit ihren roten Clownnasen messen der kleinen Ceylin mit einem Zentimeterband das Fieber. Plötzlich wächst aus der Blutdruckmanschette ein Luftballon heraus, der sich wie von Zauberhand in einen kleinen Hund verwandelt und am Ende des Stethoskops baumelt auch noch ein Telefonhörer.

Mit großen Augen beäugt die Zweijährige das bunte Treiben. Ihre anfängliche Scheu verschwindet im Nu. „So verlieren die Kinder ihre Furcht vor den echten Untersuchungen und wir erhellen ihren Alltag“, nickt Michael Weiß, alias Dr. SoDaLa mit einem fröhlichen Augenzwinkern.15 Clowns sind in den Krankenhäusern Bregenz, Dornbirn, Rankweil, Feldkirch und Bludenz unterwegs, um kleine und große Patienten etwas von ihrer Krankheit abzulenken. „Doch nicht nur das: Die Kinder erkennen, dass wir oftmals hilfloser sind als sie, tollpatschig und unwissend. Sie wollen uns ‚armen CliniClowns‘ helfen und uns zeigen, wie man es richtig macht.

So hatten wir einmal einen kleinen Patienten, der konnte besser zaubern als wir“, erzählt Brigitte Nussbaumer-Rohner, alias Dr. Erika Nägele lachend. „Die Kinder bekommen sie Selbstvertrauen und Mut. Wir möchten auch die Eltern in unser Spiel miteinbeziehen.“ Um dieses Ziel zu erreichen, brauchen die Clowns Fingerspitzengefühl und Improvisationstalent. „Selbstverständlich haben wir die Verpflichtung, die Privatsphäre des Kindes und seiner Angehörigen zu respektieren“, sind sich die beiden einig.

1995 starteten vier Frauen und drei Männer mit viel Freude und Engagement die Clownausbildung. Sie kommen aus den unterschiedlichsten Berufen: Lehrer, Sozialarbeiter, Spielpädagogen, Clownfrau, Kindergärtnerinnen und Sprachtherapeuten sind mit von der Partie. Vor jeder Visite treffen sich die CliniClowns mit den betreuenden Krankenschwestern und wenn nötig auch mit dem zuständigen Arzt zu einem ausführlichen Gespräch. „Von ihnen erhalten wir die notwendigen Informationen, Verhaltensregeln und Hygienevorschriften, um eine optimale, individuelle Betreuung der Patienten sicherstellen zu können. „Die Anforderung an uns ist vielfältig.

Wir besuchen oft schwerstkranke Kinder und schwerkranke Patienten in den onkologischen Abteilungen, manchmal sogar Wachkomapatienten.“ Nach jeder Clown-Visite reflektiert das Clown-Paar den Besuch. Dabei wird erlebtes verarbeitet und neue Ideen und Requisiten notiert. Diese intensive Art der Nachbesprechung trägt auch dazu bei, den hohen Qualitätsstandard der Visiten zu erhalten. Eines möchten die beiden noch ausdrücklich festhalten: „Mit den „Roten Nasen Clowndoctors“ haben wir absolut nichts zu tun. Das wird oft verwechselt. In Vorarlberg ist ausschließlich der Verein CliniClowns unterwegs“,

 

Kontakt:

CliniClowns Vorarlberg, Roßmähder 21b, Dornbirn, Tel. 05572 28343, E-Mail: cliniclowns.vorarlberg@aon.at, www.cliniclowns-vorarlberg.at.

Spendenkonto: Sparkasse Dornbirn, Konto Nr. 222000

 

Krankenhaus-Visitenplan

Von Mitte September bis Mitte Juli, egal ob Ferien oder Feiertage, besuchen wir regelmäßig jede Woche in allen vier Kinderstationen die kranken Kinder in ihren Zimmern.

Bei einer Clown-Visite werden bis zu 25 Kinder betreut.

Das bedeutet: Bei über 150 Clownvisiten im Jahr besuchen wir jährlich mehr als 2.500 kranke Kinder! Mindestens ebenso viele Kinder und Angehörige treffen wir als Besucher in den Kinderstationen und noch viel mehr bei unseren Auftritten außerhalb des Krankenhauses.

In den letzten Jahren haben wir mehr als 1.800 Clownvisiten in Vorarlberg durchgeführt und über 30.000 kranke Kinder besucht.

 

Warum sind Sie CliniClown?

Brigitte Nussbaumer-Rohner, alias Dr. Erika Nägele
Früher hieß ich Dr. Frieda Purzel. Habe heuer geheiratet und heiße jetzt anders. Ich bin seit 14 Jahren CliniClown, weil es mir selbst in meinem Leben viel bringt. Es gibt doch nichts Schöneres als Kindern oder Erwachsenen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Michael Weiß, alias Dr. SoDaLa
Ich mache es auch schon 15 Jahre, weil es Freude macht und ich gerne Clown spiele. Weil ich sehe, dass die Kinder toll auf uns reagieren und es ein schöner Ausgleich zu meiner Arbeit ist. Die rote Nase dient zum Schutz, da mir manches schon sehr nahe geht.

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