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Kurzarbeit - die Lösung in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise?

Bregenz - In Österreich arbeiten bereits 113 Unternehmen mit rund 22.400 Kurzarbeitern, dazu zählen auch zwei Vorarlberger Betriebe. Nun wollen auch die beiden Vorarlberger Firmen Hirschmann und Hilti Kurzarbeitsmöglichkeiten in Anspruch zu nehmen. VOL Live führte zu diesem Thema ein Gespräch mit AMS Vorarlberg-Landesgeschäftsführer Anton Strini.

In den meisten Fällen ist Kurzarbeit die Verkürzung der Normalarbeitszeit um rund 20 Prozent. Aufgrund der Wirtschaftskrise haben sich bereits zwei Betriebe in Vorarlberg fürs Kurzarbeitsmodell entschieden: In der Firma Faigle Textil in Hard sind bereits 24 Arbeitnehmer in Kurzarbeit angestellt, in dem Unternehmen Höckle in Langenegg knapp 100.

Laut AMS-Landesgeschäftsführer Anton Strini wollen mehrere Vorarlberger Betriebe auf Kurzarbeit umstellen: „Großes Interesse besteht bei der Firma Hirschmann in Rankweil, wahrscheinlich werden dort ab März 160 Mitarbeiter in Kurzarbeit sein. Die Konzernzentrale von Hilti International hat ebenso eine Umstellung angekündigt, es kann sein, dass hier auch in Österreich ab April Kurzarbeit angesagt sein wird”, so Strini im VOL Live-Interview.

Ist Kurzarbeit die richtige Lösung in Krisenzeiten?

Hat ein Unternehmen das Problem, die angestellten Personen nicht zur Gänze beschäftigen zu können, so gibt es nur einige Möglichkeiten notwendige Personalanpassungen vorzunehmen – Kurzarbeit ist eine davon.

„Ich glaube Kurzarbeit ist eine sehr vernünftige, intelligente Lösung insofern, dass hier keine Kündigungen ausgesprochen werden, Arbeitnehmer im Unternehmen gehalten werden, bis es besser wird und dafür aber nicht arbeitslos werden”, meint Strini.

Auswirkungen für Arbeitnehmer

Bei den Unternehmen Faigle und Höckle, die das Modell bereits ausüben, wurde die Kurzarbeit auf 3 Monate vereinbart, wobei es durchaus sein kann, dass die Frist verlängert wird. Für die Angestellten bedeutet Kurzarbeit einen Einkommensverlust von rund 10 Prozent netto. Ist jemand jedoch arbeitslos, so fällt die Nettoerwerbsquote auf 55 Prozent herunter.

Kurzarbeit kann folglich auch für die Arbeitskraft positiv gewertet werden, aber auch für die Öffentlichkeit, da laut Strini „ein Arbeitsloser ungefähr soviel wie drei Kurzarbeiter kostet”.

Kurzarbeit – der neue Trend?

In der Ostschweiz sowie in Liechtenstein wird verstärkt mit Kurzarbeitmodellen gearbeitet. Durch die 113 österreichischen Unternehmen, die ebenfalls auf Kurzarbeit umgestellt haben, entsteht selbstverständlich ein entsprechend finanzieller Aufwand. In Österreich kostet Kurzarbeit in der jetzigen Ausführung in etwa 55 Millionen Euro.

AMS-Landesgeschäftsführer Strini geht davon aus, dass sich Kurzarbeit auf viele Unternehmen ausbreiten wird: „Viele Firmen – auch im kleineren Bereich – setzen sich sehr stark mit der Kurzarbeiterfrage auseinander bzw. fragen an, wie die Fristläufe usw. sind, damit sie eventuell einsteigen können”.

AMS Vorarlberg Landesgeschäftsführer zur Situation in Vorarlberg

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