Kunstwerke als Narrative

Die Künstlerin Sigi Fritsche erfüllte sich mit ihrer Galerie Kukuphi einen Lebenstraum.

Die private Galerie hat sich in den letzten Jahren in der Kunstszene einen Namen gemacht und ist dabei mehr als ein reiner Ausstellungsort für Kunstwerke.

Ich habe die Galerie Kukuphi in erster Linie deshalb gegründet, um meine eigenen Kunstwerke auszustellen“, erklärt Sigi Fritsche, Inhaberin der privaten Bludenzer Galerie. Kunst hat immer schon ein wichtiges Element in ihrem Leben gebildet. Nach einem Kunststudium an der Universität Innsbruck blieb der Künstlerin neben ihren sechs Kindern wenig Zeit, um ihre Leidenschaft für das Malen auszuleben. „Erst als das letzte Kind ausgezogen war, habe ich dann ab dem Jahr 2015 den Partyraum der Kinder als Malraum für mich umgestaltet.“ Dieser Raum für sich selber, wie die Autorin Virginia Woolf dies mit „A room of one’s own“ ausdrückt, wurde fortan intensiv genutzt: „Ich verbringe sehr viel Zeit im Atelier. Meistens bin ich am Abend dort. Beim Malen vergesse ich völlig die Zeit, ich gehe völlig darin auf. Normalerweise höre ich Musik dazu, die meiner jeweiligen Stimmung entspricht. Glücklicherweise kann ich Krach machen, so viel ich will.“

Kunst, Kultur und Philosophie

Der originelle Name Kukuphi setzt sich aus drei Begriffen zusammen: Kultur, Kunst und Philosophie: „Ich möchte mit Kukuphi einen sokratischen Marktplatz für diese drei Themenbereiche bieten. Die Philosophie kommt vielfach zu kurz. Die Galerie soll nicht nur als Ausstellungsort für Kunstwerke dienen, sondern eben auch als Raum für philosophischen Austausch, der Entschleunigung sowie der unterschiedlichsten kreativen Gestaltung zur Verfügung stehen. So steht beispielsweise ein Piano im Raum, auf dem Besucher spielend üben oder ein musikalisches Stück präsentieren können. Falls jemand Lust aufs Zeichnen bekommt, spitze ich sofort einen Bleistift. Es sind Knobelspiele vorhanden, Getränke und ab und zu auch ein Kuchen. Es muss nicht alles vorgegeben sein, sondern es kann durchaus etwa ein spontanes Konzert oder auch eine Lesung entstehen. Das ist von mir sogar ausdrücklich gewünscht.“ Aber auch Bücher, vorwiegend über Kunst, laden in der Galerie zum Lesen und Verweilen ein.

Eine Plattform bieten

Sigi Fritsche ist es ein Anliegen, noch unbekannten, regionalen Künstlern eine Plattform zur Präsentation ihrer Kunstwerke zu bieten: „Bei der Auswahl gehe ich nach meinem Gefühl vor. Ein Kunstwerk muss mir gefallen, sonst kann ich es nicht ausstellen.“ Es sind insbesondere Kunstwerke, die ein Narrativ vermitteln, die die 67-Jährige ansprechen: „Ich mag einfach Bilder, wo etwas erzählt wird. Vorzugsweise sind das Artefakte, die mehrere Narrative beinhalten. Gerade bei den Surrealisten ist der Interpretationsraum sehr vielfältig. Kunst bietet für mich vor allem die Möglichkeit des Diskurses – sowohl mit dem Kunstgegenstand selber als auch mit anderen Betrachtern. Nur so kann ein erweiterter Austausch entstehen.“ Ein ganz persönlicher Zugang mit dem jeweiligen Objekt ist für sie entscheidend: „Ein Bild oder eine Figur muss mich aufwühlen, sonst hat es für mich den grundlegenden Sinn nicht erfüllt.“

Fokus auf regionale Künstler

„Mir ist bei der Auswahl der ausstellenden Künstler zudem wichtig, dass ein Künstler die Grundkenntnisse in seinem Metier perfekt beherrscht. Ein Maler muss für mich zeichnen und naturrealistische Sachen perfekt malen können, bevor er ins Abstrakte geht“, betont die engagierte Kunstvermittlerin. Im kommenden Jänner bereitet sie wieder einmal eine eigene Ausstellung vor: „Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich die Ausstellung ‚Bunter Bilderwald‘ oder ‚Bilder-Irr-Garten‘ benenne. Aber es wird auf jeden Fall eine etwas andere, ganz besondere Ausstellung.“

SIGI FRITSCHE
Geboren 1954
Familie verheiratet, 6 Kinder, 2 Enkel
Wohnort Bludenz
Hobbys Malen, Musik hören, Texte schreiben
Lebensmotto Alles, was ich heute machen kann, möchte ich nicht verschieben!

Kontakt:
Sigi Fritsche, Telefon 0650 5633354

Die aktuellen Ausstellungen werden auf Facebook und Instagram angekündigt.

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