Künstler aus dem Bezirk Bregenz. Helmut King (70) „Ich strecke der Welt gerne die Zunge heraus“

stagediving von Helmut King
stagediving von Helmut King ©Yasmin Ritter
Der Maler, Zeichner und Pop Art Künstler Helmut King aus Hard über die Wiederverwendung von Zigarettenschachteln, Korken, Gartenschaufeln und Hobeln. Hard.

Die VN-Heimat präsentiert bekannte Maler und Bildhauer aus dem Bezirk Bregenz und ihre Arbeit.

Ein Atelier dieser Art zu betreten ist ein visuelles Geschenk. Wäre man noch Kind würde man nur in so einem Haus leben wollen. Noch mehr Farbe ist kaum möglich, eine noch größere Vielfalt an Gesichtern, Rockmusikern, bunten Gitarren und lustigen skurrilen Holzskulpturen, großen Bildern mit comicartig verfremdeten Konzerten der Stones, Beatles, The Who, Frank Zappa und Jimi Hendrix, um nur einige zu nennen, ist kaum vorstellbar. Helmut King ist speziell, ein absolutes Unikum unter den Künstlern. Er macht was er will, was ihm in den Sinn kommt und ihm gerade gefällt. Er malt mit Acryl, Tusche und schwarzem Edding, drückt die Farbe aus der Tube und malt sie wie sie ist, denkt nicht an Farbmischungen. King erzeugt grellbunte Bilder, auf denen viel zu sehen ist. Er versteckt schon mal bekannte Figuren wie die vier Beatles auf seinen Bildern und immer wieder Zappa.

Bunte Nachhaltigkeit

Wer die 40 schon erreicht hat, kann sich vielleicht noch an die Bregenzer Bar „Finanzamt“ erinnern. Dort faltete der Nichtraucher Helmut King eine leere Zigarettenschachtel auseinander, weil er sehen wollte, wie denn so etwas gemacht sei. Der entfaltete Karton hatte die Form eines kubistischen Männchens. King ließ sich eine Schere geben und verpasste der Gestalt Beine, nahm einen Kugelschreiber und begann zu kritzeln. Schon lag der erste Vertreter der „Cigarette Box People“ vor ihm auf dem Tresen. Daraus entstand ein Zyklus von 60 bunten Objekten geschützt in einem Holzkästchen mit Verglasung. „ Ich male mit Acryl und Edding-Stift. Zuerst zeichne ich eine Skizze. Diese Skizzen gefallen mir oft besser wie die großen fertigen Bilder.

Die werden dann auch gerahmt, erklärt Helmut King, der aus alten Tischler-Hobeln einen Zyklus aus 70 Figuren gemacht hat, die in der Galerie Hollenstein ausgestellt wurden. „Auch meine Hobel sind Skulpturen, wie auch meine bunten Holzfiguren. Bei mir handelt sich das meiste um Musik und Fußball. Mein Vater war ein berühmter Tormann in Vorarlberg. Ich mache gern Recycling-Kunst, ich bin ein Sammler und kann nur schlecht etwas wegwerfen.“ King bemalt ausrangierte Zigaretten- und Kondomautomaten, Kicker-Fussballtische, Polizeihelme, Fensterläden, Fensterläden, Gitarren, Schlagzeuge, Tretboote und noch vieles mehr.

Kein Wunder, dass sich eine große Vorarlberger Verpackungsfirma den Künstler geholt hat, um originelle Verpackungen verschiedenster Art zu kreieren. Wie Christo den Berliner Reichstag, verpackte King den gläsernen Trakt des Karren-Restaurants in Dornbirn. Damit setzte er ein weithin sichtbares Zeichen.

Vorliebe für Gitarristen

„Die Audition“ nennen sich zehn großformatige Acrylbilder von erfolgreichen und scheiternden Gitarristen, die ein Vorspiel bei Frank Zappa zu bewältigen haben. Im Atelier stehen auch zahlreiche Skulpturen von Gitarristen in verschiedenen Größen und eine Anordnung von 16 kleinformatigen Schwarz-Weiß-Zeichnungen.

Aktuell bereitet Helmut King, der viel in Italien, der Schweiz und Deutschland ausgestellt hat, in der neuen Galerie in der Bregenzer Kirchstraße eine Einzelausstellung vor.

Yas

„Kunst kann ganz schön langweilen. Die Gefahr ist aber wesentlich geringer, wenn es sich nicht nur um ‚the art‘, sondern um ‚a king‘ handelt.

Peter Füßl

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