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Erich Smodics (80) „Zeichnen kann man nicht lernen“

Erich Smodics
Erich Smodics ©Yasmin Ritter
Der Maler Erich Smodics aus Bregenz über Zeichnen mit dem Pinsel und seine Ausstellung im eigenen Atelier.
Erich Smodics

Bregenz. Die VN-Heimat präsentiert bekannte Maler und Bildhauer aus dem Bezirk Bregenz und ihre Arbeit. 

Der Maler, Grafiker und Bildhauer Erich Smodics hat sein Atelier unweit vom Bregenzer Kornmarktplatz bezogen. Alle zur Schau gestellten oder sich in Arbeit befindlichen Bilder drehen sich um den menschlichen Körper, den er sein ganzes Werkleben lang zeichnerisch und malerisch in Szene gesetzt hat. Ein nahezu wissenschaftliches Interesse bestimmt sein Schaffen seit Anbeginn. Smodics arbeitet ausschließlich mit Modellen, vermisst sozusagen seine sitzenden, liegenden und stehenden Aktmodelle wie ein Landvermesser das Land. Neben der äußerlich wahrnehmbaren Form gibt Smodics vor allem der Suche nach der inneren Figur Raum.

1960 machte Smodics eine Ausbildung zum Formstecher und Designer für Druckmodelle und arbeitete als Textilzeichner. Er schloss sich 1964 mit Helmut FetzRudolf Zündel und Siegfried Kresser zum „Bregenzer Kreis“ zusammen, der sich an der „Wiener Schule des Phantastischen Realismus“ orientierte. Erste Ausstellungen hatte er 1966 in Bregenz und Wien (Montfort-Preis-Ausstellung). Ab 1970 war er dann als freischaffender Maler, Grafiker und Bildhauer tätig.

Aktzeichnung mit Pinsel

“Bei mir ist jedes Bild, jede Skizze, jedes Thema im Kopf. Ich zeichne eine bestimmt Haltung, mehrmals. Wenn mir eine Zeichnung gefällt, übertrage ich sie auf Leinwand”, erklärt der Künstler. Smodics arbeitet ausschliesslich mit Modellen, gibt Anweisungen zur Haltung, nimmt ein bis zwei Farben plus der Farbe Schwarz und zeichnet mit dem Pinsel. “Ich kann nur ein lebendiges Modell malen, den wenn ich ein Foto nehme, ist die Zeichnung tot, vom Modell lebt sie, den Unterschied erkennt jeder Laie”,erklärt der Künstler. Seine Farbpalette, die einstige Lieblingsfarbe Braun - vom aprikosenfarbenen Hellbraun bis zum nächtlichen Schwarzbraun und Rost - hat sich ausgeweitet in leuchtendes Gelb, Blau und Rot. Smodics bezeichnet sich als Tempera-Maler (eine wasserlösliche Farbe, die mit Öl gemacht wurde, ähnlich einer Majonnaise, wie er sagt). “Wir leben in einer Zeit, in der minder talentierte Künstler auch eine Chance haben, weil alles über den Kopf geht und keiner mehr richtig gut zeichnen kann. Zeichnen kann man nicht lernen, das muss man mit der Geburt mitbringen”, behauptet Erich Smodics.

Wichtiges über den Künstler Erich Smodics

-Am 2. Februar 2021 feiert er seinen 80. Geburtstag. Aus diesem Anlass macht die Frankfurter “Galerie im Künstlerhaus” eine große Ausstellung beginnend nach der erlaubten Öffnung im Februar.

-Der Vorarlberger Filmemacher Robert Polak hat Erich Smodics über zwanzig Jahre mit der Kamera begleitet. Das Landesmuseum zeigte das filmische Portrait des Künstlers “Werkleben” im Sommer 2017.

-Die Ausstellung “Lob der Hand” mit Künstlern wie Christoph Lissy, Heinrich Salzmann, Joachim Burmeister, Erich Smodics u. a. findet demnächst in seinem eigenen Atelier statt.

“Wenn ein Arzt schlechte Bilder in seiner Praxis hängen hat, ist er meiner Meinung nach auch ein schlechter Arzt”.

“Das KUB ist dazu da die ganzen Eigenheiten der Jetztzeit zu zeigen”.

yas

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