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Krypto-Wissen - (L)earn Bitcoin

Anita Posch ist Unternehmerin, Buchautorin und Bitcoin-Expertin. Mit ihren Vorträgen hilft sie  Bitcoin-Interessierten auf die Sprünge und beleuchtet aktuelle Geschehnisse der Krypto-Welt.
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Im April 2017 stieß Anita Posch auf einen Vortrag von Shermin Voshmgir zum Thema Bitcoin und Blockchains. Ihre Darstellung der Technologie und die Möglichkeit, den Zugang zu Geld fairer zu gestalten, faszinierten die damals selbstständige Unternehmensberaterin. Sie lenkte ihre Karriere in eine neue Richtung und widmete sich voll und ganz dem Thema Bitcoin.

Was sind die Vorteile von Bitcoin im Vergleich zu herkömmlichen Zahlungsmitteln?

Im Vergleich zu anderen Zahlungsmethoden ist der Bitcoin nicht konfiszierbar und nicht veränderbar und es braucht keine Banken. Ein großer Teil der weltweiten Bevölkerung lebt in autoritären und korrupten Regimen. Viele Menschen haben keinen Zugang zum Bankensystem. Bitcoin ist fair, weil es allen Zugang zu einem neutralen Finanznetzwerk gewährt. Die Währung ist als Graswurzelbewegung im Zuge der Finanzkrise 2008 entstanden. Es ist das Geld von Menschen für Menschen, da es ohne die Intervention von Staaten und Unternehmen auskommt. Die vielen anderen Kryptowährungen wie Ether, Ripple und Co. weisen diese Eigenschaften nicht auf. Bitcoin ist Tauschmittel, Geld, Wertanlage und Internet-Infrastruktur zugleich.

Spielen „Altcoins“ wie Ethereum, Ripple & Co. für dich in der gleichen Liga wie der Bitcoin?

Da stehen andere Konzepte und Ideen dahinter. Ethereum ist kein hartes Geld, das sich als digitales Gold eignet. Es ist eigentlich eine Innovationsplattform für Finanz-Anwendungen. Ripple ist zentralisiert und will das neue SWIFT-System sein. Ich bin keine Finanzberaterin, ich kann nur raten, sich gründlich zu informieren. In meinem Buch und Online-Kurs erkläre ich, wie man Bitcoins erhält und vor allem sicher aufbewahrt. Ich selbst nutze Bitcoin, weil es meiner Meinung nach das technisch sicherste und unzensurierbarste Geld mit der größten Verbreitung ist.

Wie stehst du zu der Klima-Thematik, dass die Gewinnung von Kryptos sehr viel Energie benötigt? Bitcoin benutzt Strom, um das Netzwerk gegen Attacken zu sichern und den Wert des virtuellen Bitcoins in der Realität zu verankern. Darum handelt es sich beim Bitcoin- Miningmechanismus um einen „Proof of Work“-Arbeitsnachweis. „Proof of Stake“ braucht weniger Energie, dafür haben dort die größten Stakeholder den größten Einfluss. Genau das soll bei Bitcoin nicht möglich sein. Für Menschen in autoritär regierten Ländern ist Geld, das ihnen niemand wegnehmen kann, wichtig. Ich bin generell dafür, dass die Stromgewinnung – unabhängig vom Verbrauch – reguliert und in nachhaltige Richtungen gesteuert wird.

Welche Folgen könnten staatliche Regulierungen für den Bitcoin haben?

Kryptowährungen verschwinden nicht mehr, dazu sind sie bereits zu weit verbreitet. Erst kürzlich haben viele institutionelle Anleger(innen) begonnen, Bitcoin zu verwenden. Zudem gibt es bereits Regulierungen und auch wenn diese verschärft werden, ändert das wenig. Bitcoin könnte verboten werden, aber die Nutzung kann niemand verhindern. Innovationen bei Bitcoin werden den Schutz der Privatsphäre erhöhen, während digitales Zentralbankgeld bei gleichzeitigem Zurückdrängen des Bargelds mehr Überwachung durch den Staat ermöglicht.

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