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Kräutler über Papstbesuch in Brasilien

Bregenz - Papst Benedikt XVI. werde nach Brasilien vor allem auch als "Hörender" kommen. Dies betonte der austro-brasilianische Bischof Erwin Kräutler. Papstbesuch in Brasilien 

Er sagte dies in einem Interview für „alle welt“, die Zeitschrift der Päpstlichen Missionswerke in Österreich (missio Austria), so Kathpress. Er glaube nicht – so Kräutler -, dass Benedikt XVI. „mit vielen Vorgaben“ nach Sao Paulo und in den Wallfahrtsort Aparecida kommen werde, „und auch nicht, dass er verurteilend auftritt“. Der aus Vorarlberg stammende Bischof von Altamira-Xingu hofft, dass der Papst in Brasilien „einige Zeichen setzen und Denkanstöße geben wird“.

In dem Interview forderte Kräutler, dass die Kirche „endlich den Mut aufbringen muss, die ganze Ökoproblematik in Angriff zu nehmen“. Er erinnerte, dass es um nicht weniger gehe als um einen zentralen Glaubensbegriff: „Wir können nicht so tun, als ob nur andere zuständig wären. Schließlich geht es um den Glaubenssatz: ’Ich glaube an Gott, den Schöpfer’. Ich spreche deshalb nicht von der Ökologie, sondern von der Verantwortung für Gottes Schöpfung“. Diese Probleme müssten auf der V. Generalversammlung des Lateinamerikanischen Bischofsrates CELAM in Aparecida angesprochen werden, forderte Kräutler, der selbst an der Veranstaltung teilnehmen wird.

In dem „alle welt“-Interview räumte Kräutler ein, dass der Enthusiasmus für die „Theologie der Befreiung“ vorüber sei. Er würde sich aber wünschen, dass bei der CELAM-Generalversammlung der Ausgangspunkt dieser Theologie und ihre biblische Verankerung zum Tragen kommen: „Gott hört den Schrei seines Volkes“. Die Ansichten prominenter Vertreter der lateinamerikanischen Befreiungstheologie waren in den 80er Jahren von der vatikanischen Glaubenskongregation verurteilt worden, der damals Kardinal Joseph Ratzinger, der heutige Papst vorstand. Die Befreiungstheologie verbindet Elemente des Christentums mit sozialkämpferischen Impulsen.

Die Gesamtsituation Lateinamerikas sei von „Stagnation“ gekennzeichnet, bedauerte der Bischof. Um sie zu überwinden, „braucht es einen neuen Impuls, eine neue Leidenschaft, ein neues Feuer – neue Methoden allein reichen nicht“.

Im Blick auf das Problem der sich stark ausbreitenden neoprotestantischer Gemeinschaften und Sekten plädierte der Bischof für eine stärkere Förderung der Basisgemeinden. Denn genau die Erfahrung der familiären Geborgenheit, die Menschen zu den „Evangelicos“ treibe, sei in den kirchlichen Basisgemeinden gegeben, aber dazu noch „entscheidend mehr“. Im Gefolge der CELAM-Generalversammlung von Medellin hätten die Basisgemeinden einen „neuen Frühling für die Kirche in Lateinamerika“ bewirkt. Sie seien die „genuin lateinamerikanische Art, Kirche zu sein“. „Wenn wir wirklich darauf bestehen, auf diese Art Kirche zu sein und sie auch fördern, dann ist das so genannte Sektenproblem hinfällig“, erklärte Bischof Kräutler.

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