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Passivhäuser für Japan

Interessiert am Vorarlberger Passivhaus: Die Gäste aus Japan vor dem Wohngebäude in Krumbach.
Interessiert am Vorarlberger Passivhaus: Die Gäste aus Japan vor dem Wohngebäude in Krumbach. ©Annemarie Kaufmann
Japanische Gäste zeigten sich vom Vorarlberger Passivhaus begeistert.
Besichtigung von Passivhäusern

Krumbach, Sulzberg, Mellau. (ak)Das erste Passivhaus in Japan wurde von der jungen Architektin Dipl. Ing. Miwa Mori aus Kanagawa (Japan) realisiert. Als Gründerin der Organisation „Passive House Japan“ organisierte sie für 22 interessierte Berufskollegen, Bauunternehmer, Holzhändler und Fensterbauer eine Studienreise nach Österreich und Deutschland. Ziel der Reise: die Besichtigung mehrerer Passivhausbauten, deren Bauweise sowohl hohe Energieeffizienz als auch Nachhaltigkeit aufweisen können. Was lag näher, als in Vorarlberg, der Hochburg der Architektur, Station zu machen. Auf Empfehlung von Dipl. Ing. Hermann Kaufmann besichtigten die Reisenden die vor kurzem von der Bauträger Morscher Bau- & Projektmanagement GmbH erstellten Wohnanlagen in Krumbach und Sulzberg, sowie ein Einfamilienhaus in Mellau. Inhaber Günter Morscher war persönlich vor Ort und beantwortete den interessierten Fachleuten all ihre Fragen rund um das Thema Passivhaus.

Mehr Energie als benötigt

Das Projekt in Krumbach umfasst zwei Mehrwohnhäuser in Passivhausbauweise und befindet sich im Ortszentrum von Krumbach. Die Wohnanlage wurde in Zusammenarbeit mit der Vorarlberger Wohnbauselbsthilfe gemeinn regGenmbH errichtet. Die Energie wird über eine kontrollierte Be- und Entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, eine thermische Solaranlage (mit Heizungseinbindung), eine Solarstromanlage und über den Anschluss an das Nahwärmenetz Krumbach bezogen. Das Gebäude erzeugt mehr Energie als für den Eigenverbrauch benötigt wird.

Guthaben am Jahresende

Bei der Passivhaus-Kleinwohnanlage in Sulzberg zeigten sich die Gäste über den herrlichen Ausblick begeistert, aber auch das Energiesystem, das übers Jahr gesehen für eine positive Bilanz sorgt, stieß auf große Anerkennung. Sowohl architektonisch als auch energietechnisch liegt die Passivhaus-Wohnanlage absolut auf dem neuesten Stand. Die Beheizung und Warmwasserproduktion erfolgt über eine große thermische Solaranlage und eine eigene Photovoltaikanlage. „Während bei anderen Modellen die Energie zunächst in einen Puffer im Keller geleitet wird und dann erst in die Wohnräume kommt, geht die Energie bei der Anlage in Sulzberg direkt in die Wohnräume“, erklärt Morscher das Projekt. Was nicht gebraucht wird, kommt in den Puffer. Dadurch ergibt sich für die Wohnungsbesitzer am Jahresende ein Energieguthaben, das in barer Münze ausbezahlt wird.

Wälder-Schnäpsle

Zu guter Letzt wurde in Mellau Station gemacht. Günter Morscher nahm sein eigenes Einfamilienhaus als Beispiel, dessen Längsbaukörper mit Satteldach und naturbelassener Holzschindelfassade der traditionellen Bauform des Bregenzerwälder Bauernhauses entspricht. Ein hoher Wärmedämmstandard (Zellulosedämmung), Dreischeibenisolierverglasungen und der Einsatz einer kontrollierten Be- und Entlüftungsanlage (mit Wärmepumpe) gewährleisten auch hier behagliches Wohnen, eine stetig gute Luftqualität und niedrige Energiekosten. „Die Häuser von Herrn Morscher haben uns ausgezeichnet gefallen und wir sind sehr angetan von der Verbindung von guter Architektur und Energieeffizienz“, entgegnete Miwa Mori bei einem echten Wälder-Schnäpsle in der guten Stube der Familie Morscher. In Japan gebe es momentan keine gesetzliche Energiesparverordnung, die das minimale Niveau sichere, so Mori. Noch heute könne ein Neubau ohne Dämmung und mit einfacher Verglasung errichtet werden, bedauert die Architektin. Anstelle einer entsprechenden Wärmedämmung werde im Winter vielfach auf Wärmetische zurück gegriffen, ja, sogar beheizte Klobrillen seien an der Tagesordnung.

Auf der Suche nach Energieunabhängigkeit

Nach der Nuklearkatastrophe im Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi im März dieses Jahres, seien die Leute auf der Suche nach Energie-Unabhängigkeit. „Japan ist mit 80 Prozent Waldfläche bedeckt und die Küstengebiete würden sich gut für Windturbinen eignen“, so Mori. „Eigentlich müsste es auch in Japan möglich sein, sich von der Atomenergie zu verabschieden“. In der Kombination, weniger Energieverbrauch und höhere Energieeffizienz bei Sanierungen und Neubauten, sieht Miwa Mori gute Zukunftsaussichten. Neben ihrem Architekturbüro unterrichtet Mori an der Universität in Tokio angehende Architekten. Bevor in Nazes-Hus zum gemütlichen Teil übergegangen wurde, durften sich die Gäste bei Albert Hager in der Schindelwerkstatt bei der Erstellung von Holzschindeln versuchen.

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