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Kriegswaffen in Dornbirn entsorgt

Er ist der letzte Zeitzeuge einer Aktion von mehreren beherzten Männern aus dem Hatlerdorf, die 1945 ein Waffenlager in Lehmlöchern versenkten. Der Explosionsunfall von Rankweil hat den Dornbirner nachgedenklich gestimmt.

1945 ist der Dornbirner als damals 14-jähriger Bursch dabei gewesen, wie Männer aus dem Hatlerdorf zur Eigeninititative griffen und Panzergranaten, Panzerfäuste und Munitionskisten in den Lehmlöchern versenkt haben. Heute sind die Lehmlöcher mit Unrat zugeschüttet, Park- und Sportanlagen befinden sich an der Stelle zwischen Bachmähdle, Ziegler- und Badgasse.

Waffen in Lehmlöchern

“Wir wohnten im Mühlebach unter dem Gasthof Traube. Schräg gegenüber war ein Munitionslager. Die französischen Tiefflieger kreisten schon über unseren Köpfen. Wenn wir die Waffen der Deutschen damals nicht versenkt hätten, wäre die ganze Umgebung in die Luft geflogen”, erinnert sich der heute 73-Jährige im Gespräch mit den “VN”. “Ich bin der inzwischen letzte Überlebende der Gruppe – die Granatenexplosion von Rankweil hat mich nachdenklich gemacht, dass eventuell doch noch etwas passieren könnte.”

Er meldete sich bei der Gendarmerie und erstattete Anzeige, dass Männer in den letzten Kriegstagen Heuwägen voller Munition in den Lehmlöchern versenkt hätten. “Mir geht es nur darum, dass geprüft wird, ob von dem Material noch Gefahr ausgehen kann”, schildert der Dornbirner.

Sprengstoffexperte

“Der Sprengstoff selbst geht sicher nicht kaputt – aber von alleine explodiert er nicht”, sagt der Sprengstoff-Experte der Gendarmerie, Peter Freudlsperger. “Das Zeug” werde “da unten” in Frieden ruhen. “Auch wenn bei einer Handgranate der Bügel abrostet, geht das nicht in die Luft”, schildert Freudlsperger. Äußerste Vorsicht sei aber bei Bauarbeiten in diesem Bereich gegeben.

Schon einmal – in den Fünfzigerjahren – machte der Dornbirner die Gendarmerie auf das Waffenlager tief unter der Erde aufmerksam.

Stichwort: Dornbirner Lehmlöcher

Die Lehmlöcher entstanden durch Aushub der Ziegelei Rhomberg. Viele Jahre wurde hier im Sommer geschwommen, im Winter auf der dicken Eisschicht Schlittschuh gelaufen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Lehmlöcher mit Schutt und Müll aufgefüllt. Heute befinden sich hier Freizeit-Sportanlagen und Stadtteilparks für die Bevölkerung. Quelle zum Stichwort: www.dornbirn.at

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