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Krieg um Gibraltar? London dementiert vehement

May versucht zu deeskalieren.
May versucht zu deeskalieren. ©AP
Die britische Regierung hat im Streit um die Rolle Gibraltars bei den Brexit-Verhandlungen eine militärische Option ausgeschlossen. Es werde keine Taskforce nach Gibraltar geschickt, um spanische Ansprüche auf das britische Überseegebiet abzuwehren, stellte ein Regierungssprecher am Montag in London klar. "Das wird nicht passieren."

London sah sich zu der Klarstellung genötigt, nachdem der frühere Vorsitzende der Konservativen Partei, Michael Howard, Medienberichten zufolge erklärt hatte, es sei möglich, dass Premierministerin Theresa May zur Verteidigung Gibraltars zu einem Krieg bereit sei.

“Bestmögliches Abkommen” als Ziel

May widersprach dem. “Was wir machen werden, ist mit allen Ländern in der Europäischen Union zusammensitzen und mit ihnen Gespräche führen”, sagte May während eines Besuchs in Jordanien am Montag. Dabei solle das bestmögliche Abkommen für Großbritannien und diese Länder “einschließlich Spanien” geschlossen werden, betonte May.

Die Äußerungen Howards hatten zuvor auch schon den spanischen Außenminister Alfonso Dastis auf den Plan gerufen. “Ich glaube, dass jemand im Vereinigten Königreich dabei ist, die Nerven zu verlieren. Und dafür gibt es keinen Grund”, sagte Dastis am Montag vor Journalisten am Rande einer Veranstaltung in Madrid.

Gibraltar als Zankapfel zwischen London und Madrid

Das britische Gibraltar ist seit mehr als drei Jahrhunderten ein Zankapfel zwischen London und Madrid. Das Gebiet ist so groß wie die ostfriesische Insel Baltrum. Im einst strategisch bedeutenden “Klein-Britannien” am Eingang des Mittelmeeres leben etwa 32.000 Menschen, vor allem vom Tourismus auf dem “Affenfelsen”.

Die bevorstehenden Brexit-Verhandlungen hatten den Streit über die Zugehörigkeit der nur 6,5 Quadratkilometer großen britischen Enklave im Süden der Iberischen Halbinsel wieder deutlich befeuert. Bei den Brexit-Gesprächen soll die spanische Regierung ein Vetorecht darüber bekommen, ob getroffene Vereinbarungen auch für Gibraltar gelten. Dies geht aus einem am Freitag veröffentlichten EU-Entwurf für die Verhandlungsleitlinien hervor. Während London und Gibraltar den Vorschlag scharf kritisierten, äußerte Madrid sich zufrieden.

(APA)

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