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Korridor-Vignette kommt 2008

Entlastung für Bregenz - Wie die "VN" am Donnerstag in Erfahrung brachten, geben Bund und Land Vorarlberg grünes Licht für den geplanten Korridorvignettenversuch. Eckdaten | Reaktionen

Den entsprechenden Beschluss im Nationalrat vorausgesetzt, wird im Herbst 2008 testweise eine Vignette für den Autobahnkorridor zwischen Hörbranz und Hohenems erhältlich sein – um zwei Euro pro Fahrtrichtung. Der Versuch ist bis zur Verkehrsfreigabe der zweiten Pfändertunnelröhre begrenzt. Sollte die Korridorvignette allerdings zu einer dauerhaften und wesentlichen Erhöhung der Verkehrsbelastung in Lustenau, Hohenems oder weiter südlich davon führen, wird das Pilotprojekt früher gestoppt.

Umfassende Studie

Begleitet wird der Test deshalb von einer umfassenden Studie, die – um vergleichbare Daten zu haben – bereits im Frühjahr 2008 gestartet und nach Einführung der Korridorvignette 18 Monate dauern soll. Das vereinbarten gestern Landeshauptmann Herbert Sausgruber, Verkehrsminister Werner Faymann und Landesrat Manfred Rein bei einem überraschenden Blitzbesuch des Ministers in Bregenz.

Bei der Studie, erklärte Sausgruber, gehe es nicht darum, die bereits bekannten Verkehrsmengen zu dokumentieren, “ sondern darum, die Zuordnungen nach Einführung der Korridorvignette richtig treffen zu können“ . Deshalb, ergänzte Faymann, würden im Rahmen einer wissenschaftlichen Untersuchung auch Interviews mit den Fahrzeuglenkern geführt: “ Sind Sie früher anders gefahren? Warum fahren Sie jetzt so? Fragen wie diese wollen wir beantwortet haben.“

Mehr Lkw-Kontrollen

Die 18 Monate würden so transparent wie möglich gehalten, um Lustenau genau aufzeigen zu können, welche Auswirkungen die Korridorvignette habe. Der Versuch wird also gestoppt, wenn eine deutliche Mehrbelastung auftritt. Ist diese Mehrbelastung quantifiziert worden? “ Nein, das wird nach der Evaluation definiert“ , erklärte Sausgruber.

Als weitere Begleitmaßnahme sind zudem schärfere Lkw-Kontrollen geplant. “ Dabei muss man allerdings die räumlichen Schwierigkeiten bedenken, weil an den Zollämtern wenig Platz ist und es an den Straßen in Lustenau zu gefährlich ist“ , räumte Sausgruber ein. In diesem Punkt werde das Einvernehmen mit Lustenau gesucht, könnten die verstärkten Lkw-Kontrollen doch zu einer Verschärfung der Verkehrsproblematik in Lustenau führen.

Was erwarten sich die beiden Politiker von der Korridorvignette? “ Es ist ein Versuch, der dafür sorgen soll, dass einige Autos mehr länger auf der Autobahn fahren“ , erhofft sich Faymann. Der Versuch sei zwar “ nicht der Stein der Weisen, aber doch ein Vorschlag, der es wert ist, ausprobiert zu werden“ .

Das betonte auch Sausgruber: “ Allerdings sind meine Erwartungen nicht so intensiv, wie sie in Bregenz gesehen werden. Mit den flankierenden Maßnahmen, sprich der Studie und der Bereitschaft, den Versuch abzubrechen, ist die Korridorvignette aber vertretbar.“ Soweit es möglich sei, sagte der Landeshauptmann, “ haben wir versucht, den begründeten Bedenken anderer Regionen zu entsprechen“ .

Für das staugeplagte Bregenz scheint endlich eine Entlastung in Sicht: Land und Bund einigten sich auf die Korridorvignette.

Der Versuch soll dafür sorgen, dass mehr Autos länger auf den Autobahnen fahren.

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