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Konzept für die Rappenlochschlucht

Das Alploch hat es nach dem Felssturz im Rappenloch als Naturjuwel zu neuer Beachtung gebracht.
Das Alploch hat es nach dem Felssturz im Rappenloch als Naturjuwel zu neuer Beachtung gebracht. ©Stadt Dornbirn
Neuer Tunnel schafft Durchgängigkeit – weitere Verbesserungen sind geplant

Dornbirn. Die verschiedenen Möglichkeiten für die zukünftige Erschließung der Dornbirner Rappenlochschlucht in Verbindung mit Gütle, Staufensee und Alploch wurden in den vergangenen Wochen und Monaten intensiv diskutiert. Als Vorschlag wird nun ein Tunnel, der vor der letzten Kurve in die Schlucht in den Felsen getrieben wird und nach der Felssturzstelle wieder ins Freie tritt, geplant. Der Felssturz selbst wird über eine Abzweigung im Tunnel und eine Plattform, die in die Schlucht hineinragt, sicht- und erlebbar. Auch am Ende der Schlucht (talwärts) soll es eine Plattform geben, auf der die Besucherinnen und Besucher quasi in der Schlucht über dem Bachbett stehen werden. Die entsprechenden Planungen werden derzeit durchgeführt, um noch im Frühjahr die notwendigen Beschlüsse fassen zu können. Die Kosten können erst nach der Vorlage der Planung festgestellt werden.

Der massive Felssturz im Rappenloch war ein Jahrhundertereignis, bei dem glücklicherweise niemand zu Schaden kam. Das Rappenloch wurde im ganzen Bodenseeraum bekannt und täglich erreichen das Büro von Dornbirn Tourismus Anfragen über den aktuellen Stand der weiteren Entwicklung. Um diese in ein Gesamtkonzept betten zu können, wurde der Schweizer Tourismusexperte Robert Wildhaber, der vor rund 10 Jahren das Entwicklungskonzept für Ebnit erarbeitet hat und überregional in der Schweiz und in Österreich als Experte tätig ist, zur Mitarbeit eingeladen.

Nach einer Präsentation der ersten Vorschläge Anfang des Jahres wurde in den vergangenen Wochen die Tunnelvariante weiter entwickelt. Nach weiteren geologischen Untersuchungen ist ein Tunnel die sicherste und nachhaltigste Lösung. Wichtig ist dabei ein entsprechender Querschnitt des Tunnels, die Beleuchtung, verschiedene größere Räume innerhalb des Tunnels und ein Stollen, der direkt über die Felssturzstelle unterhalb der Rappenlochbrücke führt. Bestandteil des Konzepts ist auch ein Informationsangebot, das Inhalte über die Schlucht, deren Entstehung, vor allem aber auch über den Felssturz vermitteln soll.

In den kommenden Wochen werden die Planungen für den Tunnel und den Durchstich detailliert und mit Angeboten untermauert soweit vorbereitet, dass die Beschlüsse in den entsprechenden Gremien der Stadt gefasst werden können. Unmittelbar danach können die Vorbereitungen für den Bau des Tunnels in Angriff genommen werden. Der Vortrieb soll in bewährter bergmännischer Art erfolgen und verzichtet auf großes Baugerät, das nur mit unvertretbar großem Aufwand vor Ort gebracht werden könnte. Der genaue Zeitplan kann erst ausgearbeitet werden, wenn das Projekt beschlossen wurde – er ist jedoch für diesen Sommer geplant. Die Besucherinnen und Besucher des Rappenlochs werden entsprechend informiert.

Rappenlochschlucht sicherer und attraktiver
Nach dem großflächigen Felssturz im Rappenloch, der die Schlucht auf einer Länge von rund 130 Meter verschüttet hat, wurden in den vergangenen Monaten Überlegungen angestellt, wie die zukünftige Erschließung dieses Naherholungsgebietes gestaltet werden sollte. Nach dem Motto „jede Krise birgt eine Chance“ wurden verschiedene Varianten diskutiert, mit der das gesamte Gebiet zwischen Gütle und dem Alploch für die Besucher noch attraktiver und vor allem auch sicherer gemacht werden kann. Von vornherein war klar, dass sich eine kurzfristige Lösung nicht ausgehen wird. Einerseits gab es die Vorgabe der Geologen, zumindest eine Frostperiode abzuwarten, um feststellen zu können, wie stabil die Flächen hinter dem Felsabriss sind. Zum Zweiten war es wichtig, das Rappenloch großräumig im Gesamtbild zwischen Gütle, Karrenseilbahn und Ebnit zu betrachten.

Mit Robert Wildhaber kann die Stadt Dornbirn auf einen erfahrenen Tourismusexperten zurück greifen, der in den vergangenen Jahren verschiedene Konzepte sowohl in Österreich als auch in der Schweiz konzipiert und umgesetzt hat. Er wird von Prof. Dr. Hansruedi Müller von der Universität Bern unterstützt. In einem ersten Schritt wurde in den vergangenen Wochen das touristische Potential des gesamten Erholungsraums, insbesondere aber des Gebietes zwischen Gütle und Alploch erhoben. Daraus wurden verschiedene Lösungsvarianten entwickelt, die eines gemeinsam haben – die Wiederherstellung der Durchgängigkeit im Rappenloch bei gleichzeitiger Verbesserung der gesamten Erschließung und einer Aufwertung des gesamten Gebietes.

 

Text: Ralf Hämmerle/Stadt Dornbirn

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