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Konkurs statt Treuhandkonto

Die Bar "M4" ist zu, der Konkurs eröffnet. Und ein umstrittener Plan damit vereitelt. Von Anbeginn an hatte die Bar "M4" in der Bergmannstraße für Unmut gesorgt. Zudem hatte Pächter He Jong He mit finanziellen Problemen zu kämpfen.

Anrainer machten gegen das Lokal mobil, Kritiker wie FPÖ-Stadtrat Werner Karg wandten ein, dass es nicht Aufgabe einer Stadt sein könne, ein Lokal zu errichten, dieses dann zu vermieten und so in Konkurrenz zur ansässigen Gastronomie zu treten.

Zudem hatte Pächter He Jong He mit finanziellen Problemen zu kämpfen; jedenfalls seit Juli keine Pacht mehr bezahlt. Seine Verbindlichkeiten bei der Stadt beliefen sich letztlich auf knapp 19.000 Euro. Die Verantwortlichen zogen nun die Konsequenzen.

Treuhandkonto

Sie einigten sich mit He Jong He auf einen Räumungsvergleich, wollten dem Gastronomen aber ursprünglich 20.000 Euro auf ein Treuhandkonto überweisen, damit dieser sich bei seinen Gläubigern um einen Ausgleich bemühen hätte können. Dieser Versuch schlug offenbar fehl – Jong He meldete mit seiner Bregenzer Gastro-Firma nach Angaben des Kreditschutzverbands am Mittwoch Konkurs beim Landesgericht Feldkirch an.

Die 20.000 Euro auf dem Treuhandkonto bleiben somit unangetastet, fallen der Stadt zurück. Die Kritik am ausgehandelten Räumungsvergleich aber bleibt aufrecht. “Das M4 entwickelt sich endgültig zum finanziellen Desaster“ , ärgert sich Karg. “ Mit dem Treuhandkonto hätte nur dieses unsägliche Projekt weitergeführt werden sollen.“ Es dürfe aber generell nicht Aufgabe einer Stadt sein, Geld auf ein Treuhandkonto zu zahlen, “ um einem, der Pleite geht, zu helfen“ , wettert Karg: “ Das ist auch unseriös gegenüber den Lieferanten.“ Und zudem habe die Stadt in anderen Fällen stets Kreditschutzverband und Anwalt eingeschaltet.

Frühstück kontert

Der zuständige VP-Stadtrat Roland Frühstück kontert: Die Stadt hätte mit den 20.000 Euro nur die von Jong He finanzierten Einrichtungsgegenstände im Gesamtwert von 40.000 Euro kaufen wollen. Dieses Treuhandkonto wäre auch nach Ansicht von Juristen ein guter Weg gewesen, sagt Frühstück: “ Wir wären besser gefahren, hätte er einen Ausgleich erzielen können.“ Mit dem nun eröffneten Konkurs sei er nicht glücklich: “ Wir haben offene Forderungen von 19.000 Euro, allerdings als Vermieter der Bar auch das Vorzugspfandrecht.“

Morgen wird das Lokal jedenfalls laut Räumungsvergleich zugesperrt und übergeben. Eine Arbeitsgruppe soll eingesetzt werden, um das weitere Prozedere zu klären; die Pacht wird neu ausgeschrieben.

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