Konkurrent für Wallner

Mit den Worten "Wallner soll mir folgen" hatte Landeshauptmann Herbert Sausgruber im November 2006 die innerparteilichen Weichen für seine Nachfolge gestellt – und damit Freund und Feind überrascht.

Innerparteiliche Diskussionen blieben aus, die Partei schien sich zu fügen – als Sausgruber in einem „VN“-Exklusivinterview damals sagte, er werde 2009 nochmals antreten, kurz vor Ablauf der kommenden Legislaturperiode aber an Wallner übergeben. Im letztjährigen „VN“-Sommerinterview sagte Sausgruber zwar, er werde – Wahlergebnis und Gesundheit vorausgesetzt – doch die gesamte kommende Legislaturperiode LH bleiben. Und dennoch schien die Nachfolgedebatte in der ÖVP bereits eindeutig und frühzeitig geregelt zu sein, zugunsten von Statthalter Markus Wallner (41).

Ein neuer Kronprinz

Nun ist allerdings ein neuer Kandidat im Spiel: Wirtschaftslandesrat Karlheinz Rüdisser. Der Lauteracher (54), der Ende 2008 überraschend Manfred Rein als Wirtschaftslandesrat beerbte, schaffte es binnen kürzester Zeit, sich in der Politik und in der Öffentlichkeit zu etablieren. Rüdisser verfügt auch über prominente Fürsprecher in Reihen der einflussreichen Wirtschaft und in der Landespartei. „Er ist Wunschkandidat der Wirtschaft für die Landeshauptmann-Nachfolge“, sagt ein einflussreicher Insider. Rüdissers Befürworter berufen sich dabei auch auf nüchterne Zahlen. So spricht die alljährlich veröffentlichte „VN“-Umfrage, durchgeführt vom Göfner Meinungsforschungsinstitut Berndt, beispielsweise eine überaus deutliche Sprache: Demnach ist Rüdisser nach wenigen Monaten im Amt bereits der zweitbeliebteste Politiker der Vorarlberger – mit der Note von 2,2. Und ein Viertel aller Befragten sagt, Rüdisser, der ehemalige Leiter der Wirtschaftsabteilung, werde an Bedeutung gewinnen. „Es ist verblüffend, dass Rüdisser in einem knappen halben Jahr bereits auf Platz zwei der Politiker-Hitparade auftaucht“, sagt Meinungsforscher Edwin Berndt, „in der jüngeren Vergangenheit, zumindest seit dem Jahr 2000, gibt es nichts Vergleichbares.“ Rüdissers rasanter Aufstieg sorgt innerparteilich für die eingangs erwähnten Nachfolgediskussionen; Diskussionen, die längst auch über die Volkspartei hinausreichen. „Der nächste Landeshauptmann“, sagt etwa Grünen-Chef Johannes Rauch, „heißt Karlheinz Rüdisser.“

Spannende Situation

Die Ausgangslage ist äußerst spannend, verfügt doch auch Wallner, Sausgrubers deklarierter politischer Ziehsohn, über einflussreiche Fürsprecher und sehr gute Umfragewerte. In Berndts Politikerhitparade ist der Frastner auf Platz acht; beinahe jeder zweite Befragte sagt, dass Wallner an Bedeutung gewinnen werde. Wer aber letztlich Sausgrubers Nachfolge antritt, hängt natürlich auch entscheidend vom Ergebnis der Landtagswahl ab – Spannung ist aber in jedem Fall garantiert.

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