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Kongo: Wut richtet sich gegen Ausländer

Nach dem Fall der ostkongolesischen Stadt Bukavu an Rebellen halten die gewaltsamen Proteste gegen die UNO-Mission im Kongo (MONUC) in der Hauptstadt Kinshasa an.

„Hier tobt der blinde Volkszorn“, berichtete ein Mitarbeiter einer Hilfsorganisation am Freitag. Die Wut der Menschen richte sich mittlerweile gegen alle Ausländer. Unterdessen hat der abtrünnige General Laurent Nkunda mit dem Abzug seiner Truppen aus Bukavu begonnen. Sie sollen außerhalb der Stadt stationiert werden.

„Der Friedensprozess ist stark gefährdet“, sagte ein Beobachter. In den kommenden Tagen werde sich entscheiden, ob er fortgesetzt werden könne, oder ob die Situation eskaliere. Zahlreiche Büros und Privathäuser seien in der Nacht geplündert worden. Ein Mitarbeiter der EU-Vertretung wurde nach Augenzeugenberichten angegriffen, die EU-Fahne verbrannt. Seit dem frühen Morgen seien Schüsse in der Stadt zu hören. Eine aufgebrachte Menschenmenge bewege sich auf das Hauptquartier der UN-Mission zu. Die MONUC war zunächst nicht für einen Kommentar zu erreichen.

Am Vortag hatten Blauhelmsoldaten drei Menschen erschossen, um Plünderungen in der Stadt zu verhindern. Die Demonstranten werfen der UNO-Mission vor, nichts gegen die Einnahme Bukavus unternommen zu haben. Die kongolesische Regierung macht das Nachbarland Ruanda für die Einnahme Bukavus verantwortlich.

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