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Kommt Rom an Elbs vorbei?

Schmolly, Fischer und Elbs waren sechs Jahre lang ein Team. Bischof Fischer hat sich in einem Brief via Kirchenblatt bei den Gläubigen für allfällige Unzulänglichkeiten im Amt entschuldigt.
Schmolly, Fischer und Elbs waren sechs Jahre lang ein Team. Bischof Fischer hat sich in einem Brief via Kirchenblatt bei den Gläubigen für allfällige Unzulänglichkeiten im Amt entschuldigt. ©VOL.at: Bernd Hofmeister
Feldkirch – Das Christkind wird der Diözese Feldkirch keinen neuen Bischof bringen, aber es trägt die Befragungsbögen der Nuntiatur ins Land.

Erzbischof Peter Zurbriggen (68) will es schwarz auf weiß haben, wen Vorarlberger Priester und Laien als Oberhirten wünschen. Sobald die Antworten in Wien einlangen, werden sie nach Rom weitergeleitet. Dort fällt die Entscheidung. Wann? Das könnte durchaus schon Anfang 2012 der Fall sein. Die Vorzeichen deuten alle in eine Richtung. Nur zwei Tage nach der Seligsprechung von Provikar Carl Lampert gab die Diözese bekannt, dass Papst Benedikt XVI. (84) den Rücktritt von Bischof Elmar Fischer (75) angenommen hat. Die Vermutung liegt nahe, dass der Nuntius den Brief bereits im Gepäck hatte. So wurde Bischof Fischer vermutlich nur einen Tag nach der Seligsprechung davon in Kenntnis gesetzt. Der Papst ernannte Fischer nicht zum Administrator, was an sich üblich wäre. Stattdessen ließ er Priester vor Ort darüber abstimmen, wer die Diözese zwischenzeitlich leiten soll. Die entschieden sich einstimmig für den bisherigen Generalvikar Benno Elbs (51). Österreichs Bischofskonferenz hat den Diözesan­administrator inzwischen auf ihrer Homepage unter ihre Mitglieder eingereiht. Elbs wird auch die Festpredigt halten, wenn die Diözese sich am vierten Adventsonntag im Feldkircher Dom offiziell von Bischof Fischer verabschiedet. Gemeinsam mit Pastoralamtsleiter Walter Schmolly (47) hat Elbs die Geschicke der Diözese in den vergangenen Jahren wesentlich gestaltet. Beide haben den pastoralen Totalumbau angestoßen, der 2012 in seine entscheidende Phase tritt.

Zwei neue Pfarrverbände

Die 125 Pfarreien des Landes werden sich mit wenigen Ausnahmen zu 35 Pfarrverbänden zusammenschließen. Blons–Thüringerberg–St. Gerold und der Verband Göfis–Satteins sind schon Realität. Mit Jahresbeginn kommen Buch–Kennelbach und Nofels–Tisis–Tosters hinzu. Am 3. Februar beginnt der Umbau der Stadtpastoral. „In der Stadt sehen wir die Veränderungen der Zeit am deutlichsten“, begründet Schmolly den Prozess, „wir sehen die Stadt als Lernort für die Kirche“. Er hat Modelle aus Schweinfurt, Mainz und St. Gallen ins Land geholt. Aus Bregenz, Dornbirn, Hohenems, Lustenau und Bludenz lädt die Diözese jeweils 70 bis 80 Personen für zweieinhalb Tage zu einer Zukunftskonferenz. Im Anschluss wird eine 20-köpfige Projektgruppe ein Konzept erarbeiten. Da geht es dann auch um die Stärkung der Laien. Die ist Programm: Vorarlberg hat derzeit 125 Pfarreien und 20 Seelsorgestellen, aber nur 120 Pfarrgemeinderäte mit 1500 Ehrenamtlichen. „In Zukunft wollen wir in jeder Pfarre drei ehrenamtliche Beauftragte für Liturgie, Diakonie und Verkündigung“, sagt Schmolly.

Einnahmen steigen

Finanziell steht die Diözese gar nicht schlecht da. Finanzkammerdirektor Andreas Weber wird kommenden Dienstag dem Diözesankirchenrat das Budget 2012 zur Genehmigung vorlegen. Er rechnet trotz Mitgliederschwund mit 19,6 Mill. Euro an Kirchenbeiträgen, das wären 500.000 Euro mehr als heuer. Wie das? Außer bei Pensionisten hat die Kirche in Vorarlberg die Beiträge um zwei bis 2,5 Prozent angehoben – und im Übrigen kräftig gespart. Ob man sich etwa 2012 die Sanierung des Eichenberger Kirchturms, der Riefensberger Pfarrkirche und des Pfarrsaals in Mäder wird leisten können, „da­rüber diskutieren wir noch“. Jedenfalls will Weber auch 2012 zwischen 1,1 und 1,2 Mill. Euro in Sanierungen stecken. „Das zählt zu unserer kulturellen Verpflichtung“, und die wiegt bei insgesamt 172 Kirchen und 276 Kapellen entsprechend schwer.

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