AA

Kokain in Panflöten: 2,5 Jahre Haft für Käufer

Drogenprozess: Am 13. September 2012 hatte der Zoll am Frankfurter Flughafen ein Paket mit 200 Gramm Kokain in Panflöten abgefangen.
Drogenprozess: Am 13. September 2012 hatte der Zoll am Frankfurter Flughafen ein Paket mit 200 Gramm Kokain in Panflöten abgefangen. ©VOL.AT/Hofmeister
Weil sie sich mehr als 375 Gramm reines Kokain schicken ließen, konnte den beiden Drogensüchtigen keine Therapie statt Strafe gewährt werden.
Kokain in Panflöten versteckt
Ein Kilo Kokain in Panflöten

Insgesamt rund 700 Gramm Kokain, versteckt in Panflöten, ließen sich die beiden Oberländer nach Ansicht des Landesgerichts Feldkirch aus Bolivien innerhalb von drei Jahren in zumindest sieben Luftfracht-Paketen nach Vorarl­berg schicken. Vor allem wegen dieses Drogenschmuggels wurden die unbescholtenen Untersuchungshäftlinge im Alter von 37 und 40 Jahren jeweils zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil ist seit gestern rechtskräftig.

Die von Gebhard Heinzle verteidigten Drogensüchtigen aus dem Bezirk Bludenz haben das Kokain vor allem zum Eigenkonsum gekauft. Sie kommen jedoch nicht in den Genuss von Therapie statt Strafe – weil die Schmuggelmenge mehr als 375 Gramm reines Kokain betrug. Aber die über Wiedereinstellungszusagen ihrer großzügigen Arbeitgeber verfügenden Straftäter dürfen damit rechnen, nach nunmehr einem halben Jahr in U-Haft demnächst daheim eine Fußfessel tragen zu dürfen – bis zur vorzeitigen Entlassung auf Bewährung nach der Hälfte der verbüßten Strafe

Hoher Reinheitsgrad

Am 12. September 2012 hatte der Zoll am Frankfurter Flughafen 200 Gramm Kokain in Panflöten in einem Paket entdeckt. Als Empfänger hatte sich im Auftrag der Angeklagten ein 38-jähriger Oberländer zur Verfügung gestellt, der deshalb inzwischen zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Das für maximal 30 Euro pro Gramm billig angekaufte Kokain aus Bolivien wies den ungewöhnlich hohen Reinheitsgrad von 86 Prozent auf.

Der Schöffensenat ging bei den anderen Lieferungen für die teilweise geständigen Direktimporteure von 70 Prozent reinem Kokain aus, aber nicht von der angeklagten Schmuggelmenge von 1170 Gramm.

Die Strafe fiel, bei einem Strafrahmen von ein bis 15 Jahren Haft, milde aus. Das deshalb, weil es sich um einen besonderen Fall handelt, wie auch Richter Karl Mayer anmerkte. Denn man müsse den sozialen Hintergrund der Täter und die für sie dramatischen Folgen ihrer Taten berücksichtigen. Beide sind unbescholten, sozial integriert als Väter von je zwei Kindern und Berufstätige mit einem Nettoeinkommen von zumindest 1900 Euro.

Man hätte ihnen nicht zugetraut, sagte Staatsanwalt Heinz Rusch, dass sie ein Doppelleben geführt haben, in dem sie jahrelang telefonisch bei einem gewissen Humberto in Bolivien Kokain-Paketsendungen bestellt und dazu als Empfänger und Geldüberweiser Bekannte angeworben haben.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Vorarlberg
  • Kokain in Panflöten: 2,5 Jahre Haft für Käufer
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen