Klimaschutz-Allianz sieht Handlungsbedarf bei Bus und Bahn

Energieexperte Christof Drexel ist Buchautor, geschäftsführender Gesellschafter der drexel reduziert GmbH und Obmann des Vereins KlimaVOR!
Energieexperte Christof Drexel ist Buchautor, geschäftsführender Gesellschafter der drexel reduziert GmbH und Obmann des Vereins KlimaVOR! ©VOL.AT/Markus Gmeiner
Der öffentliche Verkehr in Vorarlberg sei gut – aber nicht gut genug.

Eine Allianz aus 14 Klimaschutz-Organisationen mahnt zu einem raschen weiteren Ausbau. Ein vom Verein KlimaVOR! erarbeitetes Maßnahmenpaket sieht Bus-Schnellverbindungen im Rheintal, den konsequenten Vorrang für Busse an Ampeln und einen späteren Schulbeginn für die Oberstufe vor. Die Mehrkosten für das Bussystem durch Staus schätzen die Expertinnen und Experten mittlerweile auf deutlich über eine Million Euro jährlich.

Maßnahmenpaket zum öffentlichen Verkehr

Vor zwei Wochen hatten die Klimaschutz-Organisationen dem Landtag eine Petition zum Thema Mobilität übergeben. Der Verein KlimaVOR! hat ein konkretes Maßnahmenpaket zum öffentlichen Verkehr erarbeitet, das von diesen Organisationen unterstützt wird. Ihr gemeinsames Ziel: auch im Bereich Mobilität endlich Fortschritte für den Klimaschutz zu erzielen.

Das Land habe in den vergangenen Jahrzehnten „ein ausgezeichnet ausgebautes Öffentliches Verkehrsnetz“ geschaffen, attestieren die Klimaschützerinnen und -schützer. Damit der „notwendige Umstieg im großen Stil“ tatsächlich stattfindet, brauche es allerdings weitere Verbesserungen bei Schnelligkeit und Komfort.

Hier sehen die Aktiven Handlungsbedarf: „Nach den beachtlichen Zuwächsen bei den Fahrgastzahlen in den letzten Jahren stößt der öffentliche Verkehr in der Hauptverkehrszeit an seine Kapazitätsgrenzen. Zusätzlich stecken viele Busse in den Ballungsräumen im Stau.“ Landesweit liegen die Zusatzkosten mittlerweile bei deutlich über einer Million Euro jährlich, weil die Fahrzeiten länger werden und Ersatzbusse bereitgehalten werden müssen. Allein beim Landbus Unterland werden die Mehrkosten mit 700.000 Euro pro Jahr angegeben.

Busse beschleunigen – Schulbeginn entzerren

Die Arbeitsgruppe Mobilität des Vereins KlimaVOR! hat deshalb ein Maßnahmenpaket ausgearbeitet, das von allen beteiligten Organisationen unterstützt wird. Wichtigste Forderung ist die Beschleunigung des Busverkehrs. Dazu schlagen die Mobilitätsexpertinnen und -experten die Einführung von Schnellverbindungen auf den wichtigsten Buslinien im Rheintal vor. Zudem müsse endlich „eine konsequente Busbevorrangung an allen relevanten Ampeln“ umgesetzt werden.

„Beschleunigungsmaßnahmen für Busse wurden seit Jahren in Aussicht gestellt, aber nur in Teilbereichen umgesetzt“, heißt es in dem Papier. Sowohl die Umsetzung von Maßnahmen zur Busbeschleunigung als auch ein Netz von Schnellbuslinien seien bereits im Jahr 2011 im Schlussdokument von „Mobil im Rheintal“ von Land und Gemeinden beschlossen worden. Eine konsequente Umsetzung ist aber auch zehn Jahre später noch nicht in Sicht.

Eine weitere Maßnahme wäre positiv sowohl für Schülerinnen und Schüler als auch Pendlerinnen und Pendler: ein Schulbeginn für die Oberstufe von Gymnasien sowie höhere Schulen erst um 8.45 Uhr. Damit würde die „Überfüllung“ von Bussen und Zügen in der Morgenspitze deutlich reduziert: „Das zusätzliche Platzangebot in der Früh macht den öffentlichen Verkehr für Pendler deutlich attraktiver.“

(Red.)

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