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Klimaaktivistin stellt Lobau-Besetzung in Aussicht

Am Dienstag hat Klimaaktivistin Martha Krumpeck eine Lobau-Besetzung in Aussicht gestellt. Sie befindet sich außerdem seit 31. Mai am Wiener Heldenplatz im Hungerstreik.

"Es wird ein heißer Sommer und ein noch viel heißerer Herbst." Das hat die Klimaaktivistin Martha Krumpeck, die sich seit 31. Mai am Wiener Heldenplatz im Hungerstreik befindet, bei einer Pressekonferenz von Extinction Rebellion (XR) im Cafe Prückel am Dienstag angekündigt. Die Lobau-Besetzung sei das Hauptthema, über das in Aktivistenkreisen derzeit gesprochen werde.

Krumpeck: "Das ist der Kampf unserer Generation"

"Es gibt den Rechtsweg und es gibt den Weg des zivilen Widerstands. Und wo der Rechtsweg versagt, ist es Zeit, zivilen Widerstand anzuwenden", gibt sich Krumpeck kämpferisch und zieht Parallelen zur Besetzung der Hainburger Au 1984 und dem Widerstand der Zivilgesellschaft gegen das AKW Zwentendorf 1978. "Wir werden dieses Projekt nicht zulassen. Das ist der Kampf unserer Generation, das ist unser Hainburg", so Krumpeck weiter, die mittlerweile nach eigenen Angaben acht Kilo an Gewicht verloren hat und ihren Hungerstreik fortsetzen will, solange es ihr Gesundheitszustand zulässt.

Die aktuelle Hitzewelle, die sie im Schatten des Heldentors zu überstehen versucht, ist für sie eine weitere Bestätigung, "warum es diese Aktionsform braucht. Nämlich weil unsere Regierungen absolut nichts gelernt haben." Es gebe nur "Lippenbekenntnisse zum Klima- und Umweltschutz. Aber wenn es um die elementarste Forderung geht, nämlich zumindest keine neuen Projekte zu finanzieren, die die Klimakrise verschlimmern, stellt sich die Regierung weiter taub", so Krumpeck weiter.

Verkehrsexperte: Straßenbau erzeugt neuen Verkehr

Eine Einschätzung, die auch der Verkehrsexperte Ulrich Leth von der Technischen Universität Wien teilt: "Wir versuchen seit Jahrzehnten, den Stau wegzubauen, wir versuchen Entlastungen zu schaffen durch Straßenausbau", doch wissenschaftlich habe sich längst gezeigt: "Der Bau von Straßen erzeugt neuen Verkehr". Er kritisiert, dass die Entscheidung für den Lobautunnel und die Seestadt-Spange auf falschen Annahmen und Prognosen beruhe. Der Motorisierungsgrad sei nicht auf 440 Pkw pro 1.000 Einwohner gestiegen sondern auf 370 gesunken.

Auch die Öffi-Tarife haben sich entgegen der Prognosen mit der Wiener Linien-Jahreskarte um 365 Euro verbilligt und das 1-2-3 Ticket befindet sich auf Bundesebene in Diskussion. Letztlich würde das Festhalten an Lobautunnel und Seestadt-Spange die selbst gesteckten Klimaziele von Bund und Land, bis 2040 "klimaneutral" zu werden, konterkarieren, so Leth weiter. "Es sollen hochrangige Straßen gebaut werden, andererseits haben wir Klimaverträge unterzeichnet. Beides gleichzeitig wird sich nicht ausgehen."

(APA/Red)

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