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"Kleines Bekenntnis zu Sexualität und Weiblichkeit"

Mitten im Vorwahlkampf ist die modisch höchst konservative US-Hauptstadt Washington gespalten - durch einen überraschenden Blick auf das Dekolleté der Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton.

Zunächst fiel kaum jemand der etwas tiefere Ausschnitt auf, den Clinton am 18. Juli bei einer Debatte über Bildungspolitik präsentierte – bis „Washington Post“-Kolumnistin Robin Givhan ihn in einem Artikel als „kleines Bekenntnis zu Sexualität und Weiblichkeit“ bezeichnete. Seither wird die Redaktion nach eigenen Angaben mit wütenden Zuschriften überschüttet, vor allem Frauen beschwerten sich, dass es der „Post“ um Clintons Ausschnitt und nicht um ihr politisches Programm gehe.

Auch am Samstag (Ortszeit) gehörte ein Artikel zum Thema Clinton-Dekolleté zu den fünft meistgelesenen der Online-Ausgabe. Im Ursprungsartikel schreibt die mit dem renommierten Pulitzer-Preis ausgezeichnete Givhan, es sei nicht viel Dekolleté zu sehen gewesen, aber eben ein bißchen – „unbestreitbar“: „Es war verblüffend, dieses kleine Bekenntnis zu Sexualität und Weiblichkeit aus der – ästhetisch betrachtet – konservativen Umgebung des Kongresses herauslugen zu sehen.“ Ann Lewis, eine führende Mitarbeiterin in Clintons Wahlkampfteam, empörte sich: „Also wirklich, sich auf die Körper anstelle der Ideen von Frauen zu konzentrieren, ist beleidigend.“ Das sei eine Kränkung für jede Frau, die je versucht habe, in einer Geschäftskonferenz ernst genommen zu werden.

Der Ombudsmann der „Washington Post“ hielt dagegen: „Hat das irgendetwas damit zu tun, ob Clinton Präsidentin werden sollte?“ Und gibt sich selbst die Antwort: „Gar nichts. Wollen wir trotzdem eine Kolumne über ihr Dekolleté lesen? Aber ja!“ Bei dem vom Fernsehsender C-Span übertragenen Auftritt ist Clinton mit einem pinken Blazer über einem schwarzen Top mit V-Ausschnitt zu sehen.

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