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Klagenfurter Flughafen fertigte 2022 83.000 Passagiere ab

Eigens gegründete Airline soll Klagenfurt Passagiere bringen
Eigens gegründete Airline soll Klagenfurt Passagiere bringen ©APA/GERD EGGENBERGER
Der Kärnten Airport in Klagenfurt hat im Vorjahr nach eigenen Angaben exakt 82.562 Passagiere abgefertigt. Damit liegt der Flughafen deutlich unter dem bei der Teilprivatisierung vereinbarten Mindestziel von 100.000 Passagieren. Das Land hätte damit erneut das Recht, die Call-Option zu ziehen und den Flughafen von Mehrheitseigentümer Lilihill zurückzukaufen. Im Dezember wurde darüber in der Landesregierung auf Betreiben der ÖVP abgestimmt, die SPÖ legte sich aber quer.

In einer Aussendung spricht das Flughafen-Management davon, dass der "Turnaround" 2022 geschafft worden sei, der Airport befinde sich nun auf Wachstumskurs. Pandemie-Restriktionen, Ressourcenknappheit und Personalnot hätten den Flugverkehr beeinträchtigt, im vierten Quartal habe sich aber eine "konstant positive Entwicklung" abgezeichnet, der Dezember sei mit 10.606 Passagieren der stärkste Monat gewesen.

2023 sollen es mehr als 250.000 Passagiere werden. Geschäftsführer Nils Witt: "Die intensiven gemeinsamen Anstrengungen während der Pandemiejahre ermöglichen es, dass wir gemeinsam mit den Airlines zuversichtlich in das neue Jahr blicken können." Ryanair bringe Linienflüge u. a. nach London, Dublin und Palma de Mallorca, Austrian Airlines verbinde Klagenfurt mit Wien, Eurowings bediene die Strecke Klagenfurt - Köln und die eigens gegründete Liliair fliege ab April Frankfurt, Hamburg und München an. Insgesamt 15 Destinationen stehen als Direktverbindungen auf dem Plan.

Der verantwortliche Landesrat Martin Gruber (ÖVP) ist von den Aussichten nicht überzeugt. "Wenn alte Versprechen nicht eingehalten werden können, erfindet der Mehrheitseigentümer einfach neue. Er versucht eine Passagier-Pleite als Erfolg und die Öffentlichkeit für dumm zu verkaufen", so Gruber in einer Aussendung. Anfang 2022 hätte Lilihill 180.000 Passagiere für das nun abgelaufene Jahr in Aussicht gestellt, stattdessen wurde nicht einmal das vertragliche Mindesterfordernis von 100.000 erreicht. Gruber will nun den Aufsichtsrat der Kärntner Beteiligungsverwaltung mit einem neuerlichen Vorstoß zum Rückkauf der Flughafen-Mehrheitsanteile befassen. "Beenden wir endlich dieses Experiment mit einem Immobilieninvestor, der seit Jahren nur Versprechen bricht und auf die Grundstücke schielt, statt wirklich in den Flughafen zu investieren."

Für Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) wären höhere Passagierzahlen 2022 zwar "wünschenswert" gewesen, wie ein Sprecher schriftlich mitteilte, er glaubt aber daran, dass die angekündigten Verbindungen ein "deutlich höheres Passagieraufkommen" bringen werden. Die Möglichkeit, die Call-Option zu ziehen, bestehe auch nach der Landtagswahl am 5. März, so Kaiser. Er befürchtet allerdings Rechtsstreitigkeiten, die man mit viel Steuergeld bezahlen werde müssen und die "den Todesstoß" für den Kärntner Flughafen bedeuten würden.

(APA)

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