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Klage: 2,8 Millionen Euro für die wertvollen Gemälde

Der Schadenersatzprozess ist am Landesgericht Feldkirch anhängig.
Der Schadenersatzprozess ist am Landesgericht Feldkirch anhängig. ©VOL.AT , Bilderbos
Feldkirch - Für mehrere wertvolle Gemälde fordert ein klagender deutscher Kunsthändler von der beklagten Witwe eines verstorbenen Vorarlberger Bau- und Tourismus-Großunternehmers 2,8550 Millionen Euro. Der Schadenersatzprozess ist am Landesgericht Feldkirch anhängig.

Dazu fand gestern unter dem Vorsitz von Zivilrichterin Julia Summer eine Verhandlung statt. Der Kläger behauptet, der Großunternehmer habe sich nicht an die schriftliche Vereinbarung vom 4. Juni 2011 gehalten. Demnach hätte der Unternehmer ihm mehrere Gemälde zum Verkauf überlassen sollen – was jedoch nicht geschehen sei. Mit der Übergabe der Gemälde hätte der Firmenbetreiber offene Forderungen des Kunsthändlers aus Kunstgeschäften begleichen sollen.

Auf Schadenersatz geklagt wurde nach dem Tod des Großunternehmers dessen Witwe, die Alleinerbin ist. Die beklagte Partei weist die Vorwürfe zurück. Die Vereinbarung sei aufgekündigt worden.

Vor allem ein Gemälde des flämischen Malers Anthonis van Dyck (1599-1641) im Wert von 780.000 Euro sei entgegen der Vereinbarung nicht an ihn retourniert worden, sagt der klagende Kunsthändler. Stattdessen habe die beklagte Alleinerbin das Bild des freien Mitarbeiters des berühmten niederländischen Barockmalers Peter Paul Rubens (1577-1640) verkaufen lassen. „Somit hat die beklagte Partei widerrechtlich ein Gemälde, das nicht in ihrem Eigentum steht, an Dritte verkauft“, heißt es in der von den Feldkircher Rechtsanwälten Reinhard Pitschmann und Claudia Bogensberger ausgearbeiteten Klage. Die Beklagte „hat hierbei sogar strafrechtliche Tatbestände gesetzt, weshalb unter anderem auch eine Strafanzeige an die Staatsanwaltschaft Feldkirch übermittelt worden ist“. Zwei Gemälde seien dem Kunsthändler doch nicht auf Kommission zum Weiterverkauf überlassen worden, so die Klage. 450.000 Euro betrage der Mindestschaden beim Küchenstillleben-Gemälde des niederländischen Manierismus-Malers Cornelis van Haarlem (1562-1638). Der Kläger hätte für die an die Witwe zu bezahlende Kommission 800.000 aufbringen müssen, das Bild aber für 1,25 Millionen Euro verkaufen können.

Interessenten gehabt

1,6 Millionen Euro mache der Schaden bei „La Grande Allee“ des belgischen Surrealisten Paul Delvaux (1897-1994) aus, wird in der Klage vorgebracht. Der der Witwe zustehende Kommissionspreis hätte sich auf 1,4 Millionen belaufen. Der Kunsthändler habe einen Interessenten gehabt, der für das Gemälde drei Millionen Euro geboten hätte.

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