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Kirche "ins Heute" bringen

Dornbirn - Auf der Kirchenmesse "Gloria" präsentiert sich ab heute auch "Pastoralamt neu".    

Von der Decke der Messehalle 11 baumelt die Welt. Wie ein Ballon. Zieht man den Stöpsel, geht der Erde die Luft aus. Damit so was nie geschieht, predigt der Jesuit Herwig Büchele heute in der Sonderschau der Caritas den “Global Marshall Plan”. Jetzt erzittert sie. Ein kalter Wind packt die Erdkugel bei Afrika und rüttelt sie. Dann streicht er über die Plakate der Missionswerke. Da steht ein Leprapatient in seinem Laden. Der hat es geschafft. Geheilt. Auf Krücken zwar, aber doch geheilt. Weil Missionsschwestern sich seiner als „Samariterinnen“ angenommen haben.

Flexibler werden

Dr. Walter Schmolly greift das Thema auf. Die Kirche, sagt er, müsse sich wieder „in völliger Selbstlosigkeit den Nöten der Menschen zuwenden.“ Damit dieser Welt nicht die Luft ausgeht.

Mit der Herbstaktion „Folge Deinem Herzen“ will das Pastoralamt Anstöße geben „in dieser winterlichen Zeit. Wir wollen sehen, urteilen, handeln“, sagt der Pastoralamtsleiter. „Und wenn es die Situation erfordert, stellen wir uns jedes Jahr neu auf.“

Sie haben das eben getan. Das Pastoralamt entrümpelt. Die Abteilungen aufgelöst. Anderthalb Jahre lang nachgedacht. Danach fanden sich die 55 Mitarbeiter in sechs Teams wieder: Das Office-Team will eine „gastfreundliche Kirche“ verwirklichen. Das Team „Entwicklung“ soll den Veränderungen in Kirche und Welt Rechnung tragen. „Wir wollen vom Leben lernen.“ Täglich prüft das Team Kommunikation, wozu die Kirche nicht schweigen darf. Stellungnahmen des Bischofs zu Burma und Asyl waren erste Früchte. Und da Christ werden ein Lernprozess ist, wird das Team „Bildung und Liturgie“ Inhalte und Formen liefern.

Ein Team soll Fragen der Lebensgestaltung „von der Geburt bis zu den letzten Dingen“ behandeln, ein anderes die „junge Kirche“ formen. Die Zukunft. „Um die sich letztlich alle sorgen müssen.“

So haben sie das Pastoralamt umgebaut. „Wir wollen zu den Wurzeln von Kirche zurückkehren.“ Steckt die Diözese rund 40 Jahre nach ihrer Gründung etwa in der Midlife-Crisis?

Aber Schmolly setzt ein Wort dagegen, das all die Bemühungen umfasst. Johannes XXIII. hat es geprägt: Aggiornamento, „Verheutigung“.

In den Pfarrgemeinden installieren sie gerade „Sozialpaten“, die zusehen sollen, dass keine Not vergessen wird. Und „Vorarlbergs Katholische Kirche überlegt sich gerade, dem Global Marshall Plan beizutreten.“

Aggiornamento. Das war ein mutiges Wort, damals in den Sechzigerjahren. Genau besehen, ist es das heute noch.

Kirchenmesse Gloria

  • 200 Aussteller und kirchliche Institutionen locken auf der Dornbirner Messe jährlich 10.000 Besucher an
  • Öffnungszeiten: Do bis Sa, täglich 9 bis 17 Uhr
  • Eintrittspreis: 7 Euro
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