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Kirche hart zur Ader gelassen

Feldkirch/Wien/VN - Angesichts der Austrittszahlen schlagen Diözesen Sparkurs ein.
4.709 Kirchenaustritte im Jahr 2010
Pressekonferenz zu den Kirchenaustritten

Alle Diözesen Österreichs veröffentlichten gestern zeitgleich die Kirchenaustrittszahlen für 2010. Demnach haben bundesweit 87.393 Menschen der Katholischen Kirche den Rücken gekehrt. Gegenüber 2009 bedeutet das einen Anstieg um 64 Prozent.

„Zeichen neuer Freiheit“

Kardinal Christoph Schönborn sieht im Rekordhoch ein „Zeichen neuer Freiheit“. Das Traditionschristentum wandle sich in ein Entscheidungschristentum. Hoffnung gebe ihm eine in den VN bereits in Auszügen veröffentlichte Studie des Wiener Pastoraltheologen Paul Zulehner, wonach 44 Prozent der Ausgetretenen durchaus bereit wären, zurückzukehren. In Vorarlberg trat Finanzkammerdirektor Andreas Weber vor die Medien. Während in allen Diözesen Bischof, Generalvikar oder Pastoralamtsleiter das Krisenjahr 2010 kommentierten, sagte Bischof Elmar Fischer nichts. Er war gestern mit Generalvikar Benno Elbs und Seelsorgeamtsleiter Walter Schmolly in Bayern auf Exerzitien. In Vorarlberg leben zur Zeit 253.461 Katholiken. Vergangenes Jahr sind 4709 aus der Kirche ausgetreten. 38 Personen haben ihren Rücktritt widerrufen. 172 Erwachsene traten in die Kirche ein. 2363 Katholiken starben und 2142 Kinder wurden getauft.

Diözesen auf Sparkurs

Diese Entwicklung zeitigt Folgen. Die Diözesen Linz und Klagenfurt kündigten einen rigorosen Sparkurs an. Die Oberösterreicher haben bis 2014 einen Kürzungsbedarf von acht Millionen Euro errechnet. Der Diözese Gurk-Klagenfurt fehlen aufgrund der Kirchenaustritte heuer 440.000 in der Kasse. Ein wenig besser sieht es in Vorarlberg aus. Finanzkammerdirektor Weber erwartet Gesamterträge in Höhe von 22,5 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es nur 100.000 Euro weniger. Dennoch muss auch Feldkirch sparen: „Vier Pensionierungen im Verwaltungsbereich werden nicht nachbesetzt“, kündigt Weber an. Ein bis zwei Kirchenrenovierungen müssen verschoben werden.

Dialogstelle für Ausgetretene

Die Kirche will die Menschen nicht so einfach ziehen lassen. Die Erzdiözese Salzburg will im Frühjahr die Aktion „Treten sie ein“ starten. In Vorarlberg ruft seit Dezember Monika Eberharter von der Dialogstelle Ausgetretene an. Vor Weihnachten hat sie es bei 50 Personen versucht. „17 Gespräche kamen zustande.“ Die Gründe für den Kirchenaustritt seien vielfältig und reichen von Missbrauchsaffären bis zu bischöflichen Aussagen. Seitens der Jungen Kirche betonte gestern Bohuslav Bereta, wie sehr die Kirche auf der Suche nach einer zeitgerechten Sprache sei. Immerhin: Zu modernen Feiern mit Rockmusik kämen regelmäßig 250 Besucher. Zum Weltjugendtag werden im August 50 Vorarlberger nach Madrid reisen.

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