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Kindergartenvorsorge Neu

Die Bedeutung einer gezielten Frühförderung haben den aks und die Vorarlberger Landesregierung dazu motiviert, die Vorsorgeuntersuchung für Kinder zu verbessern. Statement LR Siegi Stemer [PDF 664KB]

Mit der Kindergartenvorsorge Neu, die ab Herbst 2005 in den Vorarlberger Kindergärten durchgeführt wird, können durch standardisierte Beobachtungen Teilleistungsschwächen und Schwierigkeiten in der Sprache, der sozialen Kompetenz und anderen Bereichen bei vier- und fünfjährigen Kindern früher erkannt werden. So wird eine gezielte Förderung bereits im Kindergarten möglich und die Voraussetzung für einen leichteren Schuleinstieg der Kinder geschaffen.

Teilleistungsschwächen im Kindergartenalter

Die KindergartenpädagogInnen sind die ersten pädagogisch geschulten Fachleute, mit denen die meisten Kinder regelmäßigen Kontakt haben. Deshalb haben die KindergartenpädagogInnen in der Betreuung, Beobachtung und Förderung von Kindern einen extrem hohen Stellenwert. Die frühe Erkennung von Teilleistungsschwächen und Schwierigkeiten in der Sprache, der sozialen Kompetenz und anderen Bereichen ermöglicht eine gezielte Förderung bereits vor dem Schuleintritt und trägt dazu bei, den Schulbeginn für Kinder zu erleichtern.

Projektbeschreibung

Ab Herbst 2005 werden vier- und fünfjährige Kinder mit wissenschaftlich bearbeiteten Fragebögen beobachtet. Die Differenzierungsprobe nach Breuer und Weuffen (DP) und der Vorarlberger Beobachtungsbogens nach Barth (VBB) ermöglichen eine Erfassung der Stärken und Schwächen der Kinder und bilden die Grundlage für gezielte Förderung. Durch die Früherkennung von Entwicklungsschwierigkeiten kann eine Störung bereits in der Entstehung identifiziert werden. Dadurch ist es möglich, frühzeitig Therapie- und Fördermaßnahmen einzuleiten.

Ablauf

  • Informationsblatt an die Eltern mit Aufforderung zur körperlichen Untersuchung im Rahmen des Mutter-Kind-Passes
  • Einverständniserklärung der Eltern für die Durchführung der Beobachtung
  • Körperliche Untersuchung beim/bei der HausärztIn
  • Beobachtung der Kinder durch die KingergartenpädagogInnen im Rahmen der Beobachtung
  • Information an die Eltern über die Ergebnisse durch die KindergartenpädagogInnen
  • Information an den aks über die Ergebnisse
  • Besprechung der Ergebnisse mit den Eltern durch den/die HausärztIn und durch die KindergartenpädagogInnen
  • Gegebenenfalls Zuweisung der Kinder zu den aks Sprechtagen und anderen Institutionen sowie gezielte Förderung im Kindergarten

    Ab Herbst 2005 werden gezielte Schulungen für die KindergartenpädagogInnen abgehalten, in denen sie mit dem Ablauf der Beobachtungen vertraut gemacht werden. Diese Schulungen werden auch an der Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik abgehalten.

    Differenzierungsprobe nach Breuer und Weuffen (DP)

    Die Differenzierungsprobe nach Breuer und Weuffen ist ein Verfahren zur Prüfung des sensomotorischen Entwicklungsstandes von Kindern, das mehrere Teilleistungsbereiche erfasst. Die DP ist von KindergartenpädagogInnen mit einem relativ geringen Zeitaufwand von fünf bis zehn Minuten pro Kind durchführbar. Im Rahmen der DP werden die Kinder drei Monate lang im Rahmen des normalen Kindergartenbetriebs von den KindergartenpädagogInnen beobachtet. Dabei wird unter anderem beobachtet, wie sich die Kinder in der Gruppe verhalten, wie sie zeichnen und spielen. Anschließend findet eine gezielte Einzelbeobachtung statt, bei der im Rahmen von Spielen wichtige Bereiche, wie Bewegungsmuster, Wiedererkennen und Sprache, beobachtet werden. Wissenschaftliche Studien belegen, dass ein enger Zusammenhang zwischen der Differenzierungsfähigkeit und dem Schulerfolg besteht. In den Fächern Mathematik und Deutsch bestand in 73% der Fälle ein Zusammenhang zwischen dem Testergebnis und den Noten am Ende des ersten Schuljahres. Zudem konnte nachgewiesen werden, dass die Kinder durch die gezielte Förderung im letzten Kindergartenjahr Fortschritte erzielen konnten, die sich positiv auf ihre Noten in der ersten Klasse auswirkten.

    Der Vorarlberger Beobachtungsbogen nach Barth (VBB)

    Die Differenzierungsprobe wird durch einen Beobachtungsbogen ergänzt, der weitere Bereiche überprüft, die für die Entwicklung der Kinder wichtig sind. Mit dem VBB können sehr gut Faktoren wie Verhalten, Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) und Lebenspraktischer Bereiche, Merkfähigkeit und Gedächtnis zusammen mit spezifischen Lernvoraussetzungen, verschiedene Modalitäten sowie Sprache und Gedächtnis zusammen mit visueller und auditiver Modalität beobachtet werden. Dadurch ergibt sich ein umfassendes Bild der Kinder, das die Grundlage für gezielte Förderung bildet. So kann auch Kindern mit Teilleistungsschwächen ein leichterer Schuleinstieg ermöglicht werden, der zu guten Schulergebnissen und damit zu mehr Kompetenzen und Ressourcen für den weiteren Lebensweg beiträgt. (Quelle: aks)

    AK-Vizepräsidentin Auer: Einheitliches Tarifmodell für alle Kindergärten schaffen!

    Einen dringenden Handlungsbedarf sieht AK-Vizepräsidentin Manuela Auer in der Tarifgestaltung der Kindergärten in Vorarlberg. „Es geht nicht an, dass Eltern je nach Wohnort unterschiedlich viel für einen Kindergartenplatz bezahlen. Auer fordert ein einheitliches und vor allem leistbares Tarifmodell Vorarlbergweit.

    „Derzeit gibt es nämlich einen wahren Tarifdschungel“, kritisiert Auer. Vergleicht man etwa die Kindergartenpreise verschiedener Vorarlberger Gemeinden und Städte, so sind enorme Unterschiede festzustellen. Einige Beispiele dazu: ein Kindergartenplatz in Bregenz kostet halbtags 41 Euro; in Feldkirch hingegen nur 24 Euro, in Rankweil liegen die Kosten bei 37 Euro, in Nüziders bei 18 Euro und in Bürs –bekanntlich eine Gemeinde mit einem SPÖ-Bürgermeister – lediglich bei 9 Euro.

    „Und das ist nur ein kleiner Streifzug durch Vorarlberg. Die Liste ließe sich beliebig ergänzen, so die AK-Vizepräsidentin. Auch die Kosten für Ganztageskindergärten seien höchst unterschiedlich. Dazu kämen noch soziale Staffelungen bzw. Einkommensgrenzen der Eltern. Für Auer ein undurchschaubares System: „Kinderbetreuung ist das Um und Auf für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die Kosten dafür müssen in ganz Vorarlberg einheitlich und vor allem auch leistbar sein.“

    Die AK-Vizepräsidentin fordert außerdem erneut den Kindergartenzugang ab dem dritten Lebensjahr. Vorarlberg sei nach wir vor das einzige Bundesland, in dem ein gesetzlicher Anspruch auf den Kindergartenplatz erst ab dem vierten Lebensjahr geregelt ist.

    Die Kinderbetreuungssituation in Vorarlberg ist Thema im AK- Frauenausschuss am kommenden Dienstag. Landesrätin Dr. Greti Schmid ist als Referentin eingeladen. „Wir werden unsere Forderungen dort deponieren“, kündigt die AK-Vizepräsidentin an.

    Wie wichtig eine bedarfsorientierte und leistbare Kinderbetreuung ist, zeigt auch die jüngste AK-Studie: Gibt es genug Kinderbetreuungsplätze mit Öffnungszeiten, die auch für berufstätige Frauen passen, dann gelingt auch der Wiedereinstieg. So hat Wien den niedrigsten Teilzeitanteil bei den Frauen. In Vorarlberg schließen 60 Prozent der Kindergärten spätestens um 15.00 Uhr, damit liegt Vorarlberg Österreichweit an vorletzter Stelle. Dementsprechend hoch ist die Teilzeitquote in Vorarlberg – von den Frauen mit Kindern unter 15 Jahren arbeiten 66 Prozent Teilzeit. Auch der Anteil der geringfügig Beschäftigten ist in Vorarlberg besonders hoch. (Quelle: FSG)

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