Kinderfasching feiert „150er“

Fasching damals....
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Am 11.11 wird Prinz Ore-Ore LIX. präsentiert – Kinderfasching feiert 150-Jahr-Jubiläum.
Kinderfasching seit 150 Jahren

BREGENZ. (fst) 150 Jahre Kinderfasching in Bregenz – wenn das kein Grund zum Feiern ist, dachten sich die Bregenzer Altprinzen. Und so nehmen sie die Inthronisation von Prinz Ore LIX. am 11. 11. punkt 11.11 Uhr zum Anlass, den Jubiläumsfasching zu eröffnen.

Wer wird Prinz Ore LIX.?

Vom Leutbühl, über das Rathaus bis hin zum Sparkassenplatz wartet am kommenden Dienstag ein kunterbuntes Programm auf alle, die es verstehen, den Fasching zu zelebrieren: Ein Festzug durch die Stadt, Guggamusik und natürlich der Höhepunkt am Ore-Ore-Platz (Sparkassenplatz): Der Faschingswagen mit dem neuen Prinzenpaar. Der feierlichen Einführung ins Amt folgen Spaß, Musik und Unterhaltung für das Publikum. Auch gegen den Hunger wird etwas getan: Es gibt Würstle, Riebel, Faschingskrapfen und andere Leckereien. Ob auch gegen den Durst ein Kraut (Hopfen?) gewachsen ist, war der verschworenen Runde der Altprinzen ebenso wenig zu entlocken, wie der Name des neuen Prinzenpaars. Die Gerüchteküche brodelt zwar wieder einmal und die Altprinzen scheuen weder Mühe noch Kosten (für geistesstärkende Getränke) – sie sind seit Wochen unterwegs, um den richtigen Kandidaten zu küren.

Hohes Anforderungsprofil

Aber nicht nur die Altprinzen sind seit Wochen in Bregenz und Umgebung unterwegs und sondieren mögliche Anwärter für die Prinzenwürde, allerorts tummeln sich die Scouts und Talentsucher. Der angehende Faschingsprinz muss auf jeden Fall ein dickes Anforderungsprofil erfüllen. Ein strenges Auswahlverfahren steht ihm bevor – Altprinzen und andere Fachkundige nehmen die eiserne Wahl vor. Nur die Besten schaffen es. Walter Gasser, selbst Altprinz, bringt es auf den Punkt: „Jung, schö und riech muss a si!“ Und Humor ist bestimmt auch keine schlechtes Voraussetzung für das verantwortungsvolle Amt: „Nit da Lätsch abe hängr lo“, kennt Walter Gasser die hohen Ansprüche, die an einen Faschingsprinzen gestellt werden aus eigener Erfahrung.Das Konklave zur Prinzenwahl findet dann, wie alle Jahre, im ehrwürdigen Rittersaal des Deuring Schlössles statt. Alle Bregenzer können gespannt sein, wer das Zepter über die Hauptstadt übernehmen und die feierlichen Worte vom Rathausbalkon sprechen wird: „Ore Ore!“

150 Jahre Kinderfasching

Nach dem bunten Faschingstreiben am Sparkassenplatz und in der Stadt wird ab 13 Uhr im Gösser-Saal 150 Jahre Kinderfasching gefeiert. Und ab 17 Uhr beginnt dann im Gösser-Saal für alle, denen es in der Stadt zu kalt geworden ist, eine „Warm up Party“. Wie die Altprinzen auf 150 Jahre Kinderfasching kamen? „1965 feierte Eugen Leißing 100 Jahre Bregenzer Kinderfasching – und ein Politiker (Eugen Leißing war bekanntlich Bundesrat) weiß bekanntlich alles (besser). 50 Jahre später, also 2015, sind es eben 150 Jahre“ hat Altprinz Mandy Strasser sofort eine Erklärung parat.

Vieles aus der Bregenzer Faschingsgeschichte ist überliefert, etwa der Fasnachtsritt in die Mehrerau oder das Bratenstehlen, das seit 1684 belegt ist. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts, so kann man in „Bloß it vergessa“ nachlesen, wurden in Bregenz Maskenbälle veranstaltet, was aber keinen besonderen Anklang bei den Bregenzer Bürgern fand. Auch im 19. Jahrhundert spielten Faschingsbälle in Bregenz noch keine besondere Rolle. Die Fasnacht war hauptsächlich ein Fest für Kinder. 1848 wird zum ersten Mal über einen Faschingsumzug in Bregenz berichtet. 1865 organisierte man einen weiteren Umzug, hauptsächlich für die Kinder der Stadt – und diesen Umzug dürfte Eugen Leißing als Geburtsstunde des Bregenzer Kinderfaschings im Sinn gehabt haben, als er 1965, 100 Jahre später, das Jubiläum feierte.

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