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Kinderbetreuung soll für alle Familien leistbar werden

Ein neues Tarifmodell in Kindergärten und Kinderbetreuungseinrichtungen im land soll Familien entlasten und Betreuung für alle leistbar machen.
Ein neues Tarifmodell in Kindergärten und Kinderbetreuungseinrichtungen im land soll Familien entlasten und Betreuung für alle leistbar machen. ©VLK/Andrea Schwarzmann
Ab Herbst 2016 gilt in allen Kinderbetreuungseinrichtungen und Kindergärten Vorarlbergs ein neues Tarifmodell. Dieses kommt vor allem Familien mit niedrigem Einkommen zu Gute. Diese bezahlen dann einen ermäßigten Preis von 2o Euro im Monat für 25 Betreuungsstunden in der Woche.  "Kinderbetreuung wird für jede Vorarlberger Familie leistbar", betonten die Landesrätinnen Katharina Wiesflecker und Bernadette Mennel, sowie Gemeindeverbandspräsident Harald Köhlmeier.

Allein im Landesbudget stehen heuer für den Bereich der vorschulischen Bildung und Erziehung mehr als 57,4 Millionen Euro zur Verfügung. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einer neuerlichen Steigerung von über neun Prozent. “Beim Ausbau der Betreuungsangebote steht neben der Quantität ganz stark die Qualität im Vordergrund. Das zeigt sich beispielsweise daran, dass Vorarlberg eine Vorreiterrolle im Bundesländervergleich einnimmt, was Gruppengrößen und Betreuungsschlüssel angeht”, unterstrichen die Landesrätinnen.

“Die Attraktivität einer Gemeinde für junge Familien hängt immer mehr auch von einem guten Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen ab”, betonte Gemeindeverbandspräsident Köhlmeier. Die Gemeinden gäben für die vorschulische Erziehung nach Abzug der Förderungen ebenfalls beinahe 40 Millionen Euro jährlich aus, wobei auch ein Teil in die Errichtung und Instandhaltung der Räumlichkeiten investiert werde.

Neues Tarifmodell

Da im Arbeitsprogramm der Landesregierung festgelegt sei, dass in vertretbarer Entfernung vom Wohn- oder Arbeitsort eine verlässliche, leistbare, ganzjährige, ganztägige und qualitativ hochwertige Kinderbetreuung zur Verfügung stehen müsse, haben sich das Land Vorarlberg und der Vorarlberger Gemeindeverband auf ein neues Tarifmodell verständigt, welches bereits ab Herbst 2016 in Kraft tritt. Derzeit lägen die Elternbeiträge für 25 Betreuungsstunden zwischen 30 und 325 Euro, für 45 Stunden zwischen 67 und 576 Euro.

Ermäßigter Tarif für Bezieher von Mindestsicherung oder Wohnbeihilfe

Der ermäßigte Tarif für den Kindergarten soll für Familien gelten, die eine Mindestsicherung oder eine Wohnbeihilfe des Landes beziehen. Der ermäßigte Tarif für die halbtägige Betreuung von bis zu 25 Stunden pro Woche der drei- und vierjährigen Kinder beträgt ab dem Kindergartenjahr 2016/17 20 Euro monatlich und erhöht sich für jede weitere halbe Stunde in der Woche um 50 Cent. Der halbtägige Besuch für fünfjährige Kinder (bis 12.30 Uhr/25 Stunden) bleibt wie im Normaltarif kostenfrei.

Nach dem neuen Modell soll es in einem ersten Schritt ab Herbst 2016 einen landesweit einheitlichen ermäßigten Tarif geben, in einem zweiten Schritt dann ab dem Kindergartenjahr 2017/18 einen landesweit einheitlichen Normaltarif. Der halbtägige Besuch für fünfjährige Kinder, bis 12.30 Uhr und 25 Stunden pro Woche, bleibt kostenfrei.

Staffelungen und Korridor ermöglicht Betreuung für alle

Das neu entwickelte Modell für Kinderbetreuungseinrichtungen enthält drei wesentliche Aspekte: die soziale Staffelung, die Altersstaffelung und einen Tarifkorridor. Im ersten Schritt werde ab 2016 die soziale Staffelung eingeführt, im nächsten Schritt ist für 2017 geplant, einen landesweit einheitlichen Mindest- und Höchsttarif für alle Kinderbetreuungseinrichtungen im Land, abgestuft nach Alter des Kindes, anzubieten. Damit wird auch der altersgemäße Betreuungsaufwand in Form der Altersstaffelung berücksichtigt.

Land trägt die Kosten

Leistbare Kinderbetreuung soll vor allem eine finanzielle Entlastung für die Familien bringen. Die Mindereinnahmen der Träger aufgrund der Einführung der sozialen Staffelung bzw. Ermäßigung werden in der Kinderbetreuung mit ca. 1,4 Millionen Euro veranschlagt, im Kindergarten mit rd. 400.000 Euro. Die Gesamtkosten von 1,8 Millionen Euro werden vom Land getragen.

(VLK)

 

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