AA

Kinderbetreuung: Ländle eines der günstigsten Bundesländer

Das Burgenland ist gemeinsam mit Vorarlberg das günstigste Bundesland bei der Kinderbetreuung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Österreichischen Instituts für Familienforschung.

Während in diesen beiden Ländern für die Halbtagsbetreuung pro Monat 30 Euro verrechnet werden, kommt diese in Wien auf 123 Euro – hier ist allerdings auch das Angebot noch besser, stellte Studienautor Markus Kaindl bei einer Pressekonferenz heute, Dienstag, in Eisenstadt fest.

Die Betreuungskosten für über sechs Stunden belaufen sich im Burgenland auf rund 43 Euro. Vorarlberg ist am günstigsten mit 35 Euro. Am teuersten sind Niederösterreich mit 160 Euro und Wien mit 220 Euro. Kaindl betonte, dass jedoch im Burgenland nach 15.30 Uhr ein Drittel der Kinderkrippen und die Hälfte der Kindergärten bereits geschlossen hat. „Lange Öffnungszeiten sind für Pendlerinnen durchaus erforderlich. Eine Ausweitung wäre wünschenswert“, so Kaindl.

Für die Studie wurden die Betreuungseinrichtungen für Kinder von null bis sechs Jahre untersucht. Seit dem Jahr 1995 ist die Zahl der Kinderkrippen im Burgenland kontinuierlich angestiegen. 1995 gab es drei derartige Einrichtungen, 2001 waren es 20 und im Vorjahr 34. Die Zahl der Kindergärten hat sich im selben Zeitraum kaum verändert, ging sogar leicht zurück auf Grund der sinkenden Kinderzahlen. 2006 zählte man 185 Kindergärten, so Studienautorin Sonja Dörfler.

Das Burgenland liegt bei der Betreuungsquote der Drei- bis Sechsjährigen mit knapp 96 Prozent am ersten Platz im Bundesländervergleich. Bei den Unter-Dreijährigen belegt das östlichste Bundesland den zweiten Platz (14,6 Prozent) hinter Wien mit 22,3 Prozent. Während allerdings in Wien und in Niederösterreich 99 Prozent der Ganztages-Kindergärten über Mittag geöffnet halten, sind dies im Burgenland nur 80 Prozent.

Landesrätin Michaela Resetar (V) sprach sich erneut für eine Ausweitung der Öffnungszeiten von derzeit 48 auf 60 Stunden aus. Dies bedeute nicht, dass die Kinder den ganzen Tag im Kindergarten sein sollen, sondern soll zur Flexibilisierung beitragen. Aufholbedarf sieht sie auch in der Betreuung von Schulkindern: über 2.000 zusätzliche Plätze wären in den nächsten drei Jahren notwendig, so Resetar. Horte sollen zudem, wie Tagesheimstätten, eine Förderung der Personalkosten bekommen.

„Eine Novellierung des Kindergartengesetzes soll noch mehr Flexibilität bringen“, erklärte Resetar. Die Öffnungszeiten sollen von 48 auf 60 Stunden erweitert werden, das Kindergarteneintrittsalter soll auf 2,5 Jahre gesenkt und in diesen Fällen die Gruppengröße verkleinert werden. Außerdem soll es Pilotprojekte zu altersübergreifende Gruppen geben. Die Landesrätin geht davon aus, dass die Novelle, nach Parteiengesprächen, im Herbst 2008 in Kraft treten könnte.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Vorarlberg
  • Kinderbetreuung: Ländle eines der günstigsten Bundesländer
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen