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Kinderärztliche Ordinationen am LKH Bludenz

Kinderarzt Dr. Lothar Bereuter
Kinderarzt Dr. Lothar Bereuter ©Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsges.m.b.H.
Kinderarzt

Partner für zukunftsweisendes Versorgungsmodell stehen fest – Start mit Anfang 2012 – Weiterhin Sprechstunde im Montafon

Nach intensiven Verhandlungen ist es der Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft, Vorarlberger Gebietskrankenkasse und Ärztekammer Vorarlberg gelungen, partnerschaftlich mit zwei niedergelassenen Fachärzten für Kinder- und Jugendheilkunde ein Pilotmodell zur kinderärztlichen Versorgung im Bezirk Bludenz zu fixieren. Die beiden Kinderärzte Dr. Lothar Bereuter und Dr. Bernhard Jochum werden ab Anfang 2012 in neu adaptierten Räumlichkeiten im ehemaligen Rettungsheim ordinieren und die kinderärztlichen Aufgabenstellungen am LKH Bludenz übernehmen. Dr. Bereuter bietet zusätzlich einmal wöchentlich eine Sprechstunde am bisherigen Wirkungsort Schruns an. “Damit ist die Zukunft der kinderärztlichen Versorgung im Bezirk Bludenz nachhaltig gesichert”, sagt LSth. Mag. Markus Wallner.

Aufgrund des bevorstehenden Ruhestands des Pädiaters Prim. Raimund Reindl mit Ende 2011 und der Knappheit an Kinderfachärzten war Handlungsbedarf gegeben: Die Krankenhaus-Betriebsgesellschaft hat daher in enger Zusammenarbeit mit VGKK und der Fachgruppe der Kinderärzte (Ärztekammer Vorarlberg) ein Konzept erarbeitet, das die pädiatrische Versorgung im Raum Bludenz langfristig sicherstellt. Nun konnte das über Monate konkretisierte Versorgungsmodell einer kinderärztlichen Praxisgemeinschaft auch personell fixiert werden: Neben dem bereits genannten Kinderarzt Dr. Lothar Bereuter, der seine Ordination von Schruns nach Bludenz verlagert und dort seine bisherigen Patienten weiter betreut, wird der derzeit in Lustenau tätige Kinderarzt Dr. Bernhard Jochum in die neuen Räumlichkeiten im ehemaligen Rettungsheim einziehen. “Wir freuen uns, mit den beiden Pädiatern kompetente und engagierte Partner gefunden zu haben, die schon bereits in der Entstehungsphase des Modells einen großen Beitrag zur Konzeption geleistet haben”, bestätigt KHBG-Geschäftsführer Dr. Till Hornung, der das Projekt von Anfang an betreut hat.

Erweitertes Betreuungsangebot
Die neue, großzügige und gut ausgestattete Ordination wird fortan als Praxisgemeinschaft in enger Anbindung an das LKH Bludenz geführt. Dies bietet nebst besseren fachlichen Entwicklungsmöglichkeiten und einem breiteren Leistungsangebot für Patienten eine Innovation, die von niedergelassenen Ärzten in Vorarlberg bis dato noch nicht angeboten werden konnte: eine tagesklinische Betreuung in der Ordination.

Vielfältige Vorteile
“Die innovative Konstellation einer Kooperation zweier niedergelassener Pädiater am Krankenhaus bringt für die Kinder und ihre Eltern vielfältige Vorteile”, erklärt Dr. Hornung. Diese reichen von verlängerten Öffnungszeiten und attraktiven Vertretungsregelungen in der Urlaubszeit über breiteres Fachwissen und zusätzliche Spezialisierungen bis hin zu erweiterter apparativer Ausstattung und besserer Notfallbetreuung durch direkte Anbindung an ein Akutspital. Dank der tagesklinischen Betreuung in der Ordination können stationäre Krankenhausaufenthalte reduziert werden und die kleinen Patienten profitieren von einer konstanten Betreuung durch denselben Kinderarzt.

Mitversorgung des Krankenhauses
Durch die räumliche Anbindung der beiden Kinderärzte an das LKH Bludenz kann das Krankenhaus umfangreich mitversorgt werden. Neben der Tätigkeit in der Praxis unterstützen Dr. Bereuter und Dr. Jochum die Geburtshilfe durch Mitbetreuung des Neugeborenenzimmers und Anwesenheit bei geplantem Kaiserschnitt. Zudem stehen die Kinderärzte an den anderen Abteilungen für Konsiliartätigkeiten zur Verfügung. Auch ist eine Installation einer Lehrpraxis (Aufnahme eines Arztes in Ausbildung) geplant, was wiederum eine zusätzliche Personalkapazität bedeutet.

Gute Lösung auch fürs Montafon
Freilich bedeutet die Verlagerung der pädiatrischen Praxis von Schruns nach Bludenz eine Umstellung – jedoch überwiegen die Vorteile der Gesamtlösung deutlich. “Für manche Patienten aus dem Montafon bedeutet der Standort Bludenz zwar einen etwas weiteren Anfahrtsweg, doch profitieren sie von den verbesserten diagnostischen und kurativen Möglichkeiten in der neuen Ordination bzw. im direkt angrenzenden Landeskrankenhaus”, betont KHBG-Geschäftsführer Dr. Gerald Fleisch.

Weiterhin Sprechstunde in Schruns
Mit dem Stand Montafon wurde vereinbart, dass weiterhin eine zeitweise kinderärztliche Versorgung im Montafon stattfindet. Deswegen wird Dr. Bereuter jeden Donnerstag im Gesundheits- und Sozialzentrum Maria Rast ordinieren. “Mit diesem Angebot soll vor allem der Bevölkerung von Schruns und dem Innermontafon eine ortsnahe kinderärztliche Versorgung angeboten werden”, so Fleisch.

Zustimmung aller Partner
Alle Partner sehen dieses Modell als wichtigen Beitrag zur langfristigen Sicherung der kinderärztlichen Versorgung im Raum Bludenz und Montafon. “Wir freuen uns auf die neuen Herausforderungen und die Zusammenarbeit mit dem LKH Bludenz. Durch gute Arbeit sind wir sicher, auch jene zu überzeugen, die diesem neuen Projekt derzeit noch mit Skepsis begegnen”, so die beiden Kinderärzte Dr. Jochum und Dr. Bereuter. Auch die anderen Projektpartner sind sich einig: “Vor dem Hintergrund der schon vor Jahren beschlossenen Einstellung der Kinderabteilung und der aktuellen gesundheitspolitischen Entwicklungen ist das neue Versorgungskonzept die bestmögliche und absolut zukunftsweisende Lösung”. Dem pflichten auch die Stadt Bludenz und der Stand Montafon bei, die beide in den Umsetzungsprozess involviert waren.

FACTS:

1. Vorteile der Praxisgemeinschaft im Vergleich zur Einzelpraxis
• Lange Öffnungszeiten in der Praxisgemeinschaft durch überlappende Sprechstunden der Kinderärzte und hohe telefonische Erreichbarkeit.
• Keine urlaubsbedingten vorübergehenden Schließungen durch Vertretungsregelungen.
• Zwei Fachärzte in der Praxisgemeinschaft bedeuten Möglichkeiten zu kontinuierlichem fachlichen Austausch, zusätzlicher Spezialisierung sowie für den niedergelassenen Bereich pädiatrische Know-how-Konzentration.
• Optimale apparative bzw. medizintechnische Ausstattung.
• Installation einer Lehrpraxis in der Praxisgemeinschaft (Aufnahme eines Arztes in Ausbildung) bedeutet eine zusätzliche ärztliche Personalausstattung und die Schaffung eines zusätzlich attraktiven Angebotes für Ärzte in Ausbildung zum Kinder- und Jugendfacharzt.

2. Vorteile der tagesklinischen Betreuung inkl. deren Indikation

• Behandlung “aus einem Guss” – konstante Betreuung durch denselben Kinderarzt.
• Deutliche Reduktion der stationären Aufenthalte, da Kinder tagesklinisch betreut werden, aber zu Hause schlafen können.
• Angebot mit hoher Behandlungstiefe und -breite bietet zusätzliche Behandlungsqualität (z.B. Infusionen, Inhalationen, Überwachung, Beobachtung und Abklärung bei unklaren Bauchschmerzen, Fieberzuständen etc.) und kann zusätzliche Patientenwege ersparen.

3. Vorteile der Anbindung an ein Akutspital

• Unvergleichbar bessere Notfallbetreuung durch Inanspruchnahme der Krankenhausinfrastruktur, wie z.B. Schockraum, allgemeine Intensivstation sowie auch das angrenzende Notarztsystem.
• Erhöhte diagnostische Tiefe durch Nutzung der vorhandenen Infrastruktur (Röntgen, CT, Labor etc.).
• In wichtigen chirurgischen, unfallchirurgischen, gynäkologischen und kinderanästhesiologischen Fragestellungen direkter Zugriff auf das Know-how im LKH Bludenz (z.B. Blinddarm-OP).

Statements

Obmann Manfred Brunner, VGKK:
“Wir von der VGKK begrüßen diese Lösung, weil sie eine – zwischen intra- und extramuralem Bereich optimal abgestimmte, qualitativ hochwertige – Versorgung für die gesamte Region nachhaltig sicherstellt. Mit diesem Modell beweisen die in der Vorarlberger Gesundheitspolitik maßgeblichen Akteure einmal mehr, dass es durchaus möglich ist, effiziente Versorgungsangebote nicht nur theoretisch zu planen, sondern auch einvernehmlich umzusetzen.”

Dr. Armin Winder, Stellv. Obmann Fachgruppe der Kinderärzte, ÄK Vorarlberg:
“Wir haben an dem neuen Pädiatrie-Konzept aktiv mitgewirkt, weil wir die möglichst optimale Versorgung der Kinder in der Region Bludenz sicherstellen wollen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Personalsituation in der Pädiatrie ist dieses Ergebnis die bestmögliche und absolut zukunftsweisende Lösung.”

Bgm. Mandi Katzenmayer, Stadt Bludenz:
Diese neue Art der pädiatrischen Versorgung der Stadt Bludenz und der gesamten Region ist für uns alle sehr wichtig. Mit der Anbindung der zwei Kinderarztpraxen können zahlreiche Synergieeffekte erreicht werden, eine optimale Zusammenarbeit mit dem Landeskrankenhaus ist somit gewährleistet. Vor allem die Ordinationszeiten werden durch die Praxisgemeinschaft abgestimmt und für die Kunden deutlich verbessert. Es darf nicht vergessen werden, dass das Landeskrankenhaus, vor allem für Notfälle, mit dem Notarztsystem 24 Stunden einsatzbereit ist. Aus Sicht der Stadt stellt das eine optimale Ergänzung zum Angebot des Bludenzer Krankenhauses dar.

Standesrepräsentant Bgm. Rudolf Lerch, Stand Montafon:
Für die unmittelbar Betroffenen aus Schruns-Tschagguns und der näheren Umgebung ist die Verlagerung sicher ein gewisser Nachteil im Bezug auf die Erreichbarkeit. Auf Grund der vorgebrachten Argumente haben sich die Bürgermeister des Montafon einstimmig für die Unterstützung dieses neuen und wegweisenden Modells ausgesprochen. Mit dieser Zustimmung konnte auch erreicht werden, dass die Entbindungsstation im LKH Bludenz erhalten werden kann. Dies sehen wir auch als einen wichtigen Beitrag zur regionalen Versorgung und Zusammenarbeit. Uns ist wichtig, dass dieses innovative Konzept für das Montafon nicht für immer in Stein gemeißelt ist, sondern situationsgerecht weiterentwickelt und angepasst wird.

Prim. Dr. Matthias Scheyer, Chefarzt LKH Bludenz:
Die Praxisgemeinschaft in Anbindung an das LKH Bludenz ist eine zukunftsweisende Lösung mit Vorbildcharakter. Insbesondere in so wichtigen Fächern wie der Pädiatrie kann ein solches Modell Schule machen, um die Versorgung langfristig sicher zu stellen. Mit den beiden erfahrenen Kinderärzten Dr. Bereuter und Dr. Jochum wurde eine optimale personelle Besetzung erreicht.

Prim. Dr. Ruth Krumpholz, Leiterin der Anästhesie am LKH Bludenz:
Wir unterstützen das neue Modell einer niedergelassenen kinderärztlichen Versorgung am LKH Bludenz, indem wir mögliche pädiatrische Notfälle – das betrifft künftig im Wesentlichen nur Neugeborene – vollumfänglich mitbetreuen. Alle Ärztinnen und Ärzte der Anästhesie sind in Kindernotfallmedizin ausgebildet, ebenso die Kolleginnen und Kollegen der Gynäkologie. Daher können wir im Akutfall umgehend reagieren. Ein derartiges Notfallmodell ist heute in vielen Krankenhäusern in Österreich Standard und wird auch am LKH Bludenz professionell umgesetzt werden.

Prim. Dr. Raimund Reindl, Leiter der Kinderabteilung LKH Bludenz, ab 2012 in Pension:
“Die Kinderheilkunde hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich gewandelt. In vielen Bereichen hat eine extreme Spezialisierung stattgefunden, die einen intensiven Austausch mit Kollegen notwendig macht. Ein Einzelner kann daher eine Krankenhausabteilung nicht mehr optimal führen. Ich befürworte daher das Modell einer Praxisgemeinschaft zweier Pädiater in enger Anbindung an das LKH.”

Für Rückfragen:
Mag. Martina Pointner
Unternehmenskommunikation
Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsges.m.b.H.
Tel.: 05522/303-5015
Mob.: 0664/6255450
martina.pointner@khbg.at
www.khbg.at/presse

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