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Kinder sollen Alltagsgegenstände erforschen und erfahren dürfen

Manuela Lang, Dr. Donata Elschenbroich und Bürgermeister Dr. Kurt Fischer
Manuela Lang, Dr. Donata Elschenbroich und Bürgermeister Dr. Kurt Fischer ©Manuela Hagspiel
Wenn in Familien die Wunderkammer des Alltags entdeckt wird, können unvergessliche Momente entstehen. Bürgermeister Dr. Kurt Fischer sprach in seiner Begrüßung von der Vielfälltigkeit im Alltag, in der die Endeckungslust und Neugier der Kinder gefördert werden sollte.
Die Wunderkammer des Alltags

„Die Kinder begegnen viel „Züg“, wie leiten wir die Kinder an diesem
zu begegnen!“

Der Vortrag von Dr. Donata Elschenbroich wurde zunächst mit einer Filmsequenz eingeleitet, bei der ein sieben Monate alter Bub beim Entdecken einer schwarzen Bastelkiste seiner Mutter gefilmt wurde. Hier konnte man sehen mit welcher Zielstrebigkeit und Leidenschaft der Kleine zu einem Forscher oder Weltreisenden wurde.

In diesem Alter wollen sich die Kinder Problemen stellen und selbst lösen, damit sie zu einem Erfolgserlebnis kommen. Wird dies unterbrochen wird ihnen dieses
Lusterlebnis genommen. Wir leben in einer Zeit in der dieses Entdecken immer mehr unterstützt wird und die Erwachsenen zu Bildungsbegleitern oder gar Pädagogen werden, die den Kindern helfen das Jahrtausendwissen in Dingen zu entschlüsseln.

Ein anderer Filmausschnitt zeigte Kindergartenkinder, die in ihrer Werkstatt selbst gesammeltes Holz aus dem Wald nach ihren Wünschen mit dem entsprechenden Werkzeug
bearbeiteten. Auch hier konnte die Lust und die Energie der „Schaffenden“ beobachtet werden. In einer bewusst Vorbereiteten und professionellen Umgebung konnten die Kinder ihr eigenes Werkstück, das vorher auf Papier gebracht wurde, herstellen und ihn
der Gruppe präsentieren. Dies wurde von den Pädagogen ernst genommen und geachtet. „Deine Gedanken sind nicht unsinnig!“ So wird vor allem das Selbstbild und das Selbstkonzept positiv gestärkt.

Im nächsten Filmausschnitt zeigte ein Bub seinem Freund sein selbst gebasteltes Skelett – mit Knochen und Organen, die wurden dann von den zwei Freunden gründlich untersucht
und erklärt.

Die Sprache der beiden Fünfjährigen ist schon sehr weit fortgeschritten und kompetent. Die spontane Lust an der Sprache oder auch die musikalische Kreativität konnte hier
erkannt werden. Dabei spielt das Elternhaus und auch der Kindergarten eine wichtige Rolle, denn wenn man mit den Kindern „mitgeht“ , ihnen einen freien Zugang zu den Alltagsdingen eröffnet, kann die Intelligenz, die schon in den Kindern steckt
immens gefördert werden.

Frau Dr. Elschenbroich erzählte von Workshop, bei denen die Beteiligten Gegenstände mitbringen sollten, welche sie interessant oder eklig fanden oder emotional verbunden
waren. Diese wurden vom Alltäglichen gelöst und in Vitrinen gestellt, so konnten sie von einem anderen Licht betrachtet werden. Diese Dinge wurden in die Familienhäuser getragen
und gemeinsam untersucht, dazu bekamen sie einige Anregungen, was mit
den Gegenständen gemacht werden kann. Beispielsweise eine alte Waage oder
verschiedene Scheren oder ein Stethoskop. Dabei durften auch die
Kinder die Regie übernehmen. Diese gemeinsame Erforschung der Dinge
kann Überraschungen auslösen und tolle Momente entstehen lassen,
welche in Erinnerung bleiben. Das „Hier und Jetzt“ wurde in einer
ruhigen und entspannter Atmosphäre erfahren. Man musste sich nur auf
ein „Ding“ konzentrieren und durfte gemeinsam erfinderisch sein.
Solche Kommunikationen in Familien sind maßgeblich für die Entwicklung der Kinder.

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